Die Medien und die Öffentlichkeit nehmen nur Schüler und Eltern war.

Kommentar von Busso von der Groeben

Alle Zeitungen berichten, dass durch die rasante Ausbreitung des Coronavirus die Schulen geschlossen werden. Es gibt zahlreiche Hinweise, was das Schulchaos durch Corona für die Betroffenen bedeutet. “Was tun, wenn das Kind nicht in die Schule kann” heißt es zum Beispiel bei FAZ Online.
„Schulschließungen, was Eltern und Schüler Wissen müssen” findet man bei Spiegel Online und die Taz macht sich in dem Artikel “Eltern haben ein Problem” Gedanken über die Arbeitnehmerrechte betroffener Eltern. Auffällig in allen diesen Beispielen ist, dass wenig bis gar nichts zu der Situation der Lehrer und Lehrerinnen geschrieben wird. Dabei bedeutet der plötzliche Unterrichtsausfall und die Schließung der Schulen ja nicht, dass die Lehrer auf einmal Sonderurlaub bekommen. Nein im Gegenteil, sie müssen den Schülern auf anderem Wege ihr Wissen vermitteln. Dies geschieht über Emailverteiler, Skype oder die unterschiedlichsten E-Learning Plattformen. Mit einem Schlag soll der ganze Unterricht online stattfinden, ohne die Qualität oder die Ergebnisse der Prüfungen zu gefährden. Diese spontane Umstellung erfolgt in einem Land, in dem es immer noch zahlreiche Schulen ohne WLAN gibt. 

Bitte nicht falsch verstehen, die Schließung der Schulen und die Einstellung des öffentlichen Lebens ist sicher eine notwendige und richtige Maßnahme, um die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen, so schmerzhaft und umständlich sie für viele ist. Dennoch wäre es schön, wenn beim Thema Umstellungen und Einschränkungen in der Schule und dem Schulchaos durch Corona nicht nur die Perspektive der Eltern, Schüler und Schülerinnen, sondern auch die der Lehrer und Lehrerinnen von der Öffentlichkeit wahrgenommen würde.