“e-Learning in Berlin bedeutet zu 99% die digitale Übertragung analoger Inhalte” —  Dirk Stettner, Berliner Abgeordnetenhaus, 02.04.2020

Dirk Stettner Bildungspolitischer Sprecher CDU Fraktion Abgeordnetenhaus Berlin

Dirk Stettner ist der bildungspolitische Sprecher der CDU Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.  

Wie bewerten Sie die aktuelle Vorgehensweise des Landes Berlin? Welche Maßnahmen fehlen Ihrer Meinung noch, um das Prinzip Schule Zuhause zu einem Erfolg zu machen?

Der Berliner Senat hat ja in dieser Krisensituation sich weitestgehend dem angeschlossen, was die Kultusministerkonferenz beschlossen hat. Die Möglichkeit der eigenen Impulssetzung hat diese Landesregierung bis dato nicht genutzt. Ich bedauere es sehr, dass wir so schlecht vorbereitet in diese Krise gegangen sind. Wenn man dieser Krise etwas Gutes abgewinnen möchte, dann ist das die Tatsache, dass diejenigen, die sich seit Jahren für eine stärker integrierten Unterricht mit einer Mischung aus virtuellem und Präsenzunterricht einsetzen und für konkrete Maßnahmen in diesem Bereich plädieren, jetzt bestätigt werden und dass dafür endlich was getan wird. 

Natürlich fehlt es an Breitbandanschlüssen, natürlich fehlt es an fehlendem WLAN an den Schulen, es gibt einen Mangel an Lehrkräften und Schulplätzen. Aber genauso gut können wir über die fehlende Effizienz im Lehrbetrieb diskutieren. Durch die Verbindung von Präsenz- und virtuellen Unterricht sparen wir Wege zur Arbeit. So können Lehrkräfte effizienter arbeiten. Man könnte Lehrkräfte einsetzen, die gar nicht vor Ort sind. Wenn wir beispielsweise über zumindest punktuellen bilingualen Unterricht nachdenken, dann können Lehrkräfte eingesetzt werden, die kein Deutsch sprechen. Und plötzlich löse ich ein Problem, was gar kein digitales Problem zu sein scheint, nämlich den Lehrkräftemangel, durch Digitalisierung ein Stückchen weit mit. Und das könnte man in allen Bereichen fortführen.

[…] die Digitalisierung […] ist ein Instrument, das helfen kann, ganz viele Probleme zu lösen […]

Zusammengefasst ist es aber so, die Digitalisierung von Schule ist kein Wunderheilmittel. Es ist ein Instrument, das helfen kann, ganz viele Probleme zu lösen, vom Teilungsunterricht bis zur Inklusion. Damit das funktioniert, müssen wir die Voraussetzungen schaffen, und das heißt Zugang zu gut funktionierendem WLAN. Wir haben es als Fraktion gefordert, dass wir die Zeiten, in denen die Schulen leer sind, jetzt doch nutzen und die Schulen aufrüsten. Das ist leider abgelehnt worden, mit dem Argument, das sei vergaberechtlich schwierig. Bei der Finanzkrise haben wir hingegen vergaberechtlich eine Menge ändern können. Das heißt, wir werden über gemischte Schul- und Lernformen nicht nur nachdenken müssen. Wir werden Sie bald leben müssen. Und wir sind darauf weiterhin in Berlin nicht gut vorbereitet.  

Also, wenn ich Sie richtig verstehe, sagen Sie, dass es auf der einen Seite ein langfristiges Problem der Prioritätensetzung gibt in Berlin, und dass aber auch gleichzeitig in der Krise die Impulse für die Gestaltung der eigenen Politik fehlen.

Wir dackeln den Problemen immer hinterher. Das war vor Corona auch schon so. Es gibt Schulen, die besonders gut in der technischen Innovation sind, die einen Exzellenzpreis Digital vom Land Berlin bekommen haben. Nun stellt sich heraus, dass die Schulen auf Grund reiner Eigeninitiative, Mut, und Innovationskraft an diesen Punkt gekommen sind, anstatt mit Hilfe der Unterstützung des Senats.

 Hätten wir da nicht mehr mutige Schulleitungen, mutige Lehrerkollegien gehabt, hätte das nicht funktioniert Es braucht einfach mal ein bisschen mehr Machertum. Wir brauchen eine konkrete Vision, wie Bildung in Berlin funktionieren soll. Wir sind kein Bundesland, das wirtschaftlich und industriell besonders stark ist. Uns zeichnet eine gewisse Weltoffenheit, eine gewisse Diversität aus. Berlin kann in Kooperation mit unseren exzellenten Universitäten eine Open Berlin Wissens-Cloud , wie die vom HPI (Hasso-Plattner-Institut), bauen. Da können wir natürlich mit anderen Metropolen dieser Welt auch sofort in vernünftige Kooperationen eintreten und können das lebenslange Lernen von der Schule zur Ausbildung, Universität, Weiterbildung bis ins Berufsleben in einer Bildungscloud organisieren. Wir können währenddessen weiterhin Schultoiletten sanieren. Trotzdem können aber die Schüler virtuell lernen und die Lehrer kriegen natürlich ganz andere Impulse, den Unterricht innovativ zu gestalten. Der Senat muss sich fragen, Was ist denn unser bildungspolitisches Ziel? Da erwarte ich mehr, als zu sagen, dass in den Toiletten das Wasser laufen muss.

Wo muss man ansetzen, um ein solches Konzept auszuarbeiten?

Wir haben eigentlich alles, um zu starten. Das ist ja das Verrückte. Es ist keine Frage von Geld. Das Internet ist da. Die Verschlüsselungstechniken sind da, die Videotechnik, wir sehen es gerade – ist da. Die Cloud-Anbieter sind da. Die HPI, zum Beispiel, ist ja kein privater Anbieter, der Geld verdienen will. Das ist eine Bundesinitiative, der ganz viele Bundesländer beigetreten sind und wo der Lehrraum Berlin als Portal integriert werden kann.

Wir könnten in wenigen Wochen für alle Berliner Schüler den Zugang gewährleisten. Natürlich brauchen wir dafür Endgeräte. Wir müssen als Land für alle Schülerinnen und Schüler, alle Lehrerinnen und Lehrer ein Endgerät kaufen. Da kommt zwar immer das Gegenargument, das wäre so teuer. Wir reden also von Größenordnungen die liegen natürlich im zweistelligen Millionenbereich, vielleicht auch im niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Das mag ja sein. Aber der Berliner Senat kauft für Hunderte Millionen bis zu Milliarden irgendwelche sehr teuren Wohnungen und hält das für wichtig.

Ich halte es für wichtiger, unseren Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften Endgeräte zu geben, die fertig eingerichtet sind. Wir müssen als Land eine zentrale Struktur vorgeben, eine homogene technische Infrastruktur, die zentral administriert wird, wo es ein zentrales Monitoring gibt und dementsprechend auch der Datenschutz und der Virenschutz zentral gesteuert ist. Konkret heißt das für mich eine Cloudlösung. Mein Vorschlag ist die HPI Cloud, gekoppelt mit der Beschaffung von digitalen Endgeräten von einem Anbieter mit einer zentralen Administration durch das ITDZ – das ist der Informationstechnik Dienstleister des Landes Berlin, ein Landesunternehmen. Die Abwicklung würde über die Server des ITDZ laufen. So sind auch die Daten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer abgesichert.

Natürlich geht das nicht in zwei Wochen, aber die ersten Ausstattungen gingen auch da relativ schnell. Ich behaupte, wir hätten innerhalb weniger Wochen die Möglichkeit, tausende Schülerinnen und Schüler in der Cloud virtuell zu unterrichten. Gleichzeitig muss die Hardware der Schulen ertüchtigt werden. Aber auch da gilt ja, wenn ich erst mal jedem ein Endgerät gebe, dann bin ich schon mal einen ganz, ganz großen Schritt weiter.

Was können Lehrer*innen tun, um das voranzutreiben?

Lehrerinnen und Lehrer können diese Forderungen unterstützen. Natürlich kann man Lehrkräfte nicht standardisieren. Nicht jeder kann in jeder Stunde das Gleiche tun, Lehrkräfte möchten mit verschiedenen Instrumenten arbeiten können, und sollen das bitte auch tun. Aber die Mischung von Präsenz- und virtuellen Unterricht habe ich noch von keinem Lehrer als negativ beschrieben bekommen. Ich habe noch keinen Lehrer, erlebte, der nicht gesagt hätte: Natürlich bin ich bereit, mich weiterzubilden. Im Gegenteil, ich möchte sogar gute Weiterbildungsangebote haben. Das sind die Forderungen, die jetzt wichtig sind.

Ab dem 4. Mai soll der Schulbetrieb schrittweise wieder beginnen. Wie sieht die Strategie für eine erfolgreiche Schulöffnung in Berlin aus?

Wir starten in Berlin mit der 10. Klasse schon früher, die Schule beginnt schon am 27. April, nicht erst im Mai.  Das ist eine schwierige Entscheidung, die ich nicht kritisieren möchte. Was die Schulöffnung betrifft, finde ich die Vorgehensweise angemessen.

Die Belastungen der Eltern ist mir bewusst, ich habe selber drei Kinder zuhause

Den Leopoldina Empfehlungen zufolge, sollen Übergangsklassen und jüngere Schülerinnen und Schüler eher starten. Bei Übergangsklassen kann ich  das sehr gut nachvollziehen und sollten die  Jahrgangsstufen fünf, sechs, neun und zehn zunächst mal prioritär starten lassen, um entsprechend Platz für Abstand sicherstellen zu können. Das macht Sinn. Ich kann mir das momentan bei den Kitas und Grundschulen nur schwer vorstellen. Die Belastungen der Eltern ist mir bewusst, ich habe selber drei Kinder zuhause. Auf der anderen Seite: Wie soll man denn Kitakinder und Grundschulkinder davon abhalten, wie ein Knäuel übereinander herzufallen. Das ist nicht realistisch. Deswegen würde ich schon eher bei älteren Kindern starten. 

Prüfungen für Abitur und den Mittleren Schulabschluss sollen weiterhin wie geplant stattfinden, die ersten schon am 20. April. Halten Sie dies für eine gute Idee?

Was die Frage der Abitur- und der MSA Prüfungen betrifft, habe ich eine andere Meinung als die, die manche Schüler äußern. Wir haben in Berlin über 10.000 Prüflinge im Abiturbereich.  Uns erreichen viele E-mails, mit verschiedenen Sorgen, die uns mitgeteilt werden, die ich zum Teil sehr gut verstehe und zum Teil nur bedingt nachvollziehen kann.

Natürlich ist die Situation schwierig. Wir befinden uns in einer Pandemie, in der Menschen Abstand halten und in Quarantäne gehen müssen. Natürlich haben alle Angst vor der Infektion. Das ist absolut nachvollziehbar. Auf der anderen Seite gilt das auch für Pfleger, die alte und kranke Menschen pflegen, und ganz viele andere Berufsgruppen. Auch die haben Angst und machen ihren Job. Wir werden mit diesem Risiko leben müssen, und können auch die Schulen nicht ein Jahr geschlossen lassen. Aber das Argument verstehe ich. Man muss angemessen darauf reagieren und bestmöglich Abstand halten. Und natürlich muss das Land dafür verantwortlich sein, die Schutzausrüstung an die Schulen zu bringen. Das kann ich nicht an die Schüler dirigieren, wie das Frau Scheeres gemacht hat. Nein, es ist Aufgabe des Landes, den Schulen ausreichend viele Schutzmasken und Desinfektionsmittel zu geben. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass irgendwelche Prüfungen durchgeführt werden können und dass irgendein Schulbetrieb losgehen kann. 

 “Von so jemandem erwarte ich, diese schwierige Situation handhaben zu können.”

Die andere Sorge allerdings kann ich eben nicht komplett nachvollziehen. Schülerinnen und Schüler, die Abitur machen möchten, sind auf dem Weg, eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft zu übernehmen. Von so jemandem erwarte ich, diese schwierige Situation handhaben zu können. Gerade die Berliner haben relativ wenig Präsenz-Unterrichtszeit verloren, verglichen mit bspw. Bayern. Das ist eine Prüfung, auf die sich Schülerinnen und Schüler wochenlang vorbereitet haben und diese zum Teil auch als Chance sehen, sich zu verbessern. Ich bekomme auch viele Emails von Schülerinnen und Schülern, die kein Durchschnittsabitur wollen. Jetzt zu sagen, die Zeit fehlt oder die psychische Belastung ist zu groß – da muss ich sagen, das muss man bewältigen können. Aber die Voraussetzung ist natürlich, dass die Hygiene- und die Infektionssicherheit soweit wie möglich sichergestellt wird.

Glauben Sie, dass die Bildungspolitik nach Corona anders aussehen wird? Welche Änderungen würden Sie sich wünschen?

Ich werbe für ein Zentralabitur und kann mir auch eine zentrale Korrektur vorstellen. Das geht sicherlich in manchen Fächern ziemlich gut, in manchen geht es nicht. Durch die Zentralisierung von Korrekturen kann man Lehrer entlasten und somit auch den Disput beenden, der zwischen Lehrkräften und Eltern bezüglich der subjektiven Bewertung aufflammen kann.  Dazu kriege ich natürlich auch eine bessere Leistungskontrolle der Bildungspolitik der Länder. Wir haben schon sehr unterschiedliche Leistungserbringungen in den Bundesländern, trotz des vielen Geldes, das ausgegeben worden ist. Das finde ich, sollte man über zentrale Abschlüsse besser vergleichen können. So herrscht mehr Transparenz. Den Weg dahin allerdings sehe ich in der Kompetenz der Bundesländer.  Wie man zum MSA oder zum Abitur kommt ist doch egal, es sind letztendlich die Ergebnisse, die zählen. Das sollte der Bund nicht vorgeben. 

 Insgesamt wünsche ich mir, dass der Bund aufhört, Bildungs- mit Schulpolitik gleichzustellen. Das ist ein vollkommen falscher Ansatz. Bildung ist doch kein leerer Spruch. Die Weiterentwicklung unserer Köpfe, unseres Wissens – das ist doch das, was wir in Deutschland insgesamt noch maximal fördern müssen. Nur so kriegen wir den Sozialarbeiter- und Lehrermangel in den Griff. Wir dürfen Bildung nicht nur als Schulbildung verstehen, sondern als eine gesellschaftliche Gesamtaufgabe über alle Lehrgänge hinaus..  Bevor entschieden wird, wie viele Pädagoginnen und Pädagogen,  Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen in einer Schule eingesetzt werden, müssen wir diskutieren, wie wir für Chancengleichheit in der Bildung sorgen. Das geschieht am besten, indem wir Bildung zumindest teilweise aus dem Gebäude rausholen und in der gemischten Form zwischen virtuellem und Präsenzlernen anbieten. Das kann ein Impuls sein, den wir aus dieser Krise mitnehmen können.      

Auf Ihrer Website gibt es ein Forum Bildung mit integrierten Diskussionsplattformen zu den einzelnen Schultypen. Was hat Sie bewegt, ein solches Forum aufzuziehen und was möchten Sie damit erreichen?

Der geringe Kontakt zwischen dem pädagogischem Personal und der politischen Führung hat mich immer wieder gewundert. Da gibt es wenig direkte Kommunikation. Zentral war für mich die Frage, wie Bildung in Berlin verbessert werden kann, sodass Lehrerinnen und Lehrer sich auf schülerspezifische Aufgaben konzentrieren und somit Schülerinnen und Schüler besser fördern können. Wir wollen Leistungsträger unterstützen. Das kommt in Berlin zu kurz. Auch die Lehrer, die an Gemeinschaftsschulen aus vollster Überzeugung tätig sind, sagen, dass ihnen nicht die Zeit bleibt, die besten 20 Prozent zu unterstützen.  Das darf so nicht sein. Und das Problem haben wir in anderen Bereichen auch.

Wir haben also mit jeder Schulform eine Gesprächsrunde geführt. Die waren wirklich gut besucht und wir haben gemerkt, dass da viel Gesprächsbedarf ist. Mit den Grundschullehrern haben wir uns beispielsweise drei Mal getroffen. Wir haben auf der Website ein Forum eingerichtet, auf dem die Ergebnisse der Gesprächsrunden veröffentlicht wurden und auf dem Lehrkräfte sich mit uns und untereinander zu den Ergebnissen austauschen konnten. Das haben wir zu allen Schulformen und zu ein paar Spezialthemen gemacht, wie z.B. Inklusion oder Mobbing.  Das nächste Fachgespräch war für den 11. Juni angesetzt; wir warten momentan, ob das tatsächlich stattfinden kann. In diesem Rahmen wollen wir dann alle zu den einzelnen Schulformen geführten Gespräche zusammenführen und die Teilnehmenden ermutigen, sich untereinander auszutauschen. Auf Grund dieser Diskussionen werden wir dann versuchen, ein gemeinsames Konzept zu erstellen um genau festzustellen, was passieren muss – mit dem Geld, das schon ausgegeben wird-, damit wir die besten Voraussetzungen sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch das pädagogische Personal gewährleisten können.  Das ist die Aufgabenstellung. Da war uns wichtig, dass das als offener und transparenter Prozess gestaltet wird, und dass die Ergebnisse auf der Website nachgelesen werden können. 

Das heißt, dass  jede*r Lehrer*in, jedes Mitglied der Schulleitung sich auf Ihrer Website registrieren und an den Treffen teilnehmen kann?

Vollkommen richtig. Wir haben versucht, alle zu erreichen und die Lehrkräfte auch aufgefordert, Kollegen mitzubringen. Uns ist der Austausch wichtig, deswegen machen wir keine Frontalveranstaltung, sondern bilden Kleingruppen und diskutieren die Fragen erstmal so. Dann werden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen vorgestellt. Wir haben versucht, das so ausgewogen wie möglich zu gestalten, sodass auch die zu Wort kommen, die etwas unsicher ist. Gleichzeitig haben wir auch darauf geachtet, dass kein Lobbyismus in den einzelnen Gruppen passiert. 

Abschließend haben Sie noch etwas, was Sie den Lehrern und Lehrerinnen mitgeben möchten?

Ich wundere mich, warum sie so still sind. Wir haben in Berlin allein über 30.000 Mitglieder des pädagogischen Personals. Die Situation in den Berliner Schulen ist unzumutbar. Was wir von allen hören, ist der Wunsch nach Wertschätzung, auch einem Austausch auf Augenhöhe. Die wünschen sich eine Politik, die hinter ihnen steht und sie unterstützt, und sich im Fall, dass mal etwas schief geht, sich vor sie stellt. Das sind die Klassiker der Mitarbeiterführung. Ich verstehe den Frust. Was ich nicht verstehe ist, warum da nicht mehr kommt. Es ist klar, so kann es nicht weitergehen und wir müssen das ändern. Auch gerade zu einem Zeitpunkt, zu dem sich viele Lehrerinnen und Lehrer aus Berlin wegorientieren, müssen wir eine Perspektive für 2021 aufbauen. Die Bildungslandschaft muss sich ändern. In den Koalitionsverhandlungen muss Bildung eines der wichtigsten Themen sein. Dafür brauchen wir gute Vorbereitungen und lautere, aktivere Lehrerinnen und Lehrer. Ich stehe in Berlin bereit und freue mich über jeden Tipp und Impuls. Wir haben schon viele Lehrkräfte erreicht, aber möchten natürlich noch viel mehr erreichen. Also, lauter zu sein und zu erwarten, dass Bildung ernst genommen wird. Das ist mein Appell an die Lehrerinnen und Lehrer.

Vielen Dank für das Gespräch!

Mehr zu Dirk Stettner:

www.twitter.com/DirkStettner

www.facebook.com/StettnerDirk/

www.instagram.com/stettnerdirk/

www.dirk-stettner.de

Wir haben neben Dirk Stettner auch noch mit anderen Bildungspolitischen Sprecher*innen gesprochen. Ein weiteres Interview findet Ihr hier.