Welche Formate bestimmen die Weiterbildung von morgen? Wie gestalten Organisationen in Zukunft die Weiterbildung? Auf welche Szenarien sollten wir uns heute schon vorbereiten? Diese und weitere Fragen hat die Bitkom Akademie und HRpepper Management Consultants mit ihrer Studie zur Weiterbildung 2025 geklärt. Das Ziel dabei war es herauszufinden, welchen Stellenwert die Weiterbildung von morgen haben wird. Für die Studie wurden knapp 700 Fach- und Führungskräfte befragt. Die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften spielte schon seit langem eine bedeutungsvolle Rolle in den meisten Unternehmen. Des Weiteren wurden die Teilnehmer:innen nach den Auswirkungen der noch aktuellen Corona-Pandemie auf ihre persönliche Perspektive befragt. Mithilfe dieses Artikels könnt auch Ihr einen Einblick in die Studienergebnisse bekommen, wobei Euch bestimmt auch die eine oder andere Frage beantwortet wird.

Etwa 700 Befragte aus unterschiedlichen Branchen wie Gesundheitswesen & soziale Dienste (5%), Groß- und Einzelhandel (5%), Banken, Finanzen und Versicherungen (6%), Verwaltung & öffentlicher Sektor (8%), Bildung & Training (8%), Dienstleistung & Beratung (13%) und ITK (19%) hatten an der Studie teilgenommen. Das Durchschnittsalter lag bei 42 Jahren und gut die Hälfte der Befragten waren männlich. Anhand der folgenden Grafik können auch Ihr erkennen, dass gut ⅓ der Befragten keine Personalverantwortung haben und 11% direktes Mitglied der Geschäftsführung sind.

Position der Befragten

Lernformate der Aus- und Weiterbildungen im Vergleich

Im Jahre 2020 konnte innerhalb einer Studie der Bitkom Akademie festgehalten werden, dass Lernformate kürzer und seltener in Präsenz stattfinden werden. 61% der Befragten waren der Meinung, dass Lernformate wegen einer geringen Aufmerksamkeitsspanne kürzer werden. Ein weiterer Grund für die Aussage war, dass 59% ebenso angaben, dass der Kostendruck steigt und seltene Präsenzformate stattfinden. Durch den Kostendruck wurden 88% der Online-Seminare und gut die Hälfte der Workshops eher kostenfrei besucht. 

In diesem Jahr zeigt die Studie, dass Webkonferenzen und Online-Seminare unter zwei Stunden eher kostenfrei besucht werden. Längere Online-Seminare, virtuelles Coaching und E-Learning-Plattformen erfordern eine Teilnahmegebühr.

unterschiedliche Formate

Weiterbildungen im digitalen oder physischen Raum?

⅕ aller Befragten möchten in Zukunft voll und ganz digital lernen. ⅓ ist stattdessen der Meinung, dass Präsenzveranstaltungen eher bevorzugt werden sollen. Gut die Hälfte der Befragten wünscht sich ein Format, was sowohl digital als auch in Präsenz stattfinden sollte. Um Weiterbildungen attraktiver zu gestalten, müssen Anbieter in Zukunft darauf achten, in welcher Form sie diese zur Verfügung stellen.

Bevorzugte Möglichkeiten

Mehr als die Hälfte der Befragten haben angegeben, dass digitale Lernplattformen in ihren Unternehmen angekommen sind oder in Zukunft eingeführt werden. Lediglich 20% nutzen keine digitalen Plattformen und möchten sich auch in Zukunft davon fernhalten.

Kosten, Budget und Verantwortung von Aus- und Weiterbildungen

Innerhalb ihrer Umfrage wurden die Teilnehmer:innen gefragt, an welchen digitalen Weiterbildungsformaten sie innerhalb des letzten Jahres teilgenommen haben. Unterteilt wurden diese in kostenfrei und kostenpflichtige Formate. Die Befragten besuchten eher die kostenfreien Online-Seminare unter zwei Stunden. So gaben 76% an, dass sie mindestens eines besucht haben. Kostenfreie Online-Seminare über zwei Stunden wurden von 44% der Befragten besucht. Innerhalb der kostenpflichtigen Formate waren die Online-Seminare über zwei Stunden 31% und E-Learning-Plattformen 20% die am häufigsten, die besucht wurden. 

Im Vergleich zum letzten Jahr wurden auch kostenfreie Weiterbildungsangebote deutlich häufiger besucht als kostenpflichtige. Jedoch muss auch beachtet werden, dass aktuell knapp ⅓ der Befragten auf kostenpflichtige Angebote zurückgreifen, was sich im Vergleich zum Vorjahr vermehrt hat.

Kostenfrei & kostenpflichtig

Doch welches Budget steht für Weiterbildungen zur Verfügung? Oder doch lieber, wie viel Budget wird tatsächlich für Weiterbildungen genutzt? Nur 43% der Befragten gaben an, dass sie ein individuelles Budget für Weiterbildungen haben. Um nun die Frage, welches Budget für Weiterbildungen zur Verfügung steht bzw. wie viel tatsächlich genutzt wird zu beantworten, schauen wir auf die folgende Grafik.

Finanzielle Position

In letzter Zeit wurden Präsenzveranstaltungen oft abgesagt oder verschoben, jedoch kann erkannt werden, dass die Mehrheit ihr Budget auch genutzt hat. Zu beachten ist dennoch, dass bei knapp der Hälfte 500€ oder weniger in die berufliche Weiterbildung investiert wurde, obwohl 2020 noch 52% dachten, das Budget werde sich erhöhen. Auch der Optimismus dazu verringerte sich und beträgt dieses Jahr nur noch 25%. Laut der Bitkom Akademie blicken Befragte hinsichtlich der Steigerung ihres Weiterbildungsbudgets weniger optimistisch in die Zukunft. 

Nun widmen wir uns der Frage, wer aktuell bzw. 2025 hohe Verantwortung für Weiterbildung in den Unternehmen trägt. Der Anteil von 70% an Mitarbeitenden hat sich zum Vorjahr nicht verändert. Geschäftsführungen, Personalabteilungen und Führungskräfte trugen in diesem Jahr aus der Sicht der Teilnehmenden weniger Verantwortung als im letzten Jahr. In fünf Jahren gibt es nur minimalen Zuwachs in diesen Führungsbereichen. Auch sind 74% der Meinung, dass sie als Mitarbeiter:innen die Verantwortung dafür übernehmen müssen. Als Grund nicht mehr Verantwortung zu übernehmen, gaben die Befragten zeitliche Gründe an. Des Weiteren gaben viele an, dass sie bei der Vielzahl der Angebote nicht die besten Chancen für ihren Bedarf erkennen. “Vor allem zeitliche Einschränkungen hindern Menschen daran, mehr Eigenverantwortung für ihre berufliche Weiterbildung zu übernehmen.”, so die Bitkom Akademie.

Hinderungsgründe

Wie hoch ist die Zufriedenheit mit den Weiterbildungsangeboten?

Im Vergleich zum Jahre 2020 ist die Zufriedenheit der Weiterbildungsangeboten gesunken. So gaben im Vorjahr 54% an, dass sie zufrieden waren, doch in diesem Jahr sind weniger als die Hälfte derselben Meinung. Obwohl sich die Weiterbildungsmöglichkeiten zum Vorjahr professioneller gestalten lassen, zeigt die Grafik an, dass in diesem Jahr mehr Menschen unzufriedener sind und eine mögliche Gelassenheit zu Online-Angeboten aufkocht. E-Learning-Plattformen schnitten mit 87% Zufriedenheit am besten ab. Dabei gaben nur 4% an, dass sie gar nicht bzw. eher nicht zufrieden waren. Im Formatbereich “Online-Seminar unter zwei Stunden” waren nur ⅔ der Befragten zufrieden und 11% eher unzufrieden, d.h., dass Menschen mit kürzeren Seminaren, welche auch zudem wenig an Lernzeit haben, unzufriedener sind, da sich im Anschluss ihre Arbeitsleistung durch die Weiterbildung kaum verbessert hat. So sei die Vernetzung und kompetente Inhaltsvermittlung bedeutungsvoll für die Zufriedenheit der Teilnehmenden.

Zufriedenheit

“Längere Weiterbildungsformate mit höheren Teilnahmegebühren haben einen höheren Anteil von zufriedenen Teilnehmenden, die im Anschluss auch ihre Arbeitsleistung verbessern.”, so die Bitkom Akademie. Trotzdem sind 62% der Befragten bei kostenfreien Formaten zufrieden, wovon 42% angeben, dass ihre Leistung sich ebenfalls gesteigert hat. Die Leistungssteigerung wird davon gekennzeichnet, ob Teilnehmende die Lerninhalte und Lernmöglichkeiten beeinflussen können. Ein weiterer Erfolgsfaktor für die Leistungssteigerung ist die Vernetzung mit anderen Teilnehmenden und die Inhaltsvermittlung mit verschiedenen Tools & Methoden. 

Wie sieht es bei Dir aus und was denkst Du über diese Statistik? Schreib uns doch gerne Deine Meinung dazu in die Kommentare.

Quelle: https://bitkom-akademie.de/sites/default/files/news/2021-09/Bitkom_Akademie_Studie%20zur%20Weiterbildung%202021.pdf