Für viele Schüler:innen, Studierende und selbst erfahrene Lehrkräfte stellen Präsentationen bis heute eine große Herausforderung dar: Nervosität, Unsicherheiten und Druck zum Perfektionismus sind beinahe unvermeidbar. Doch es führt kein Weg um sie herum. Egal in welchem Lebensstadium wir uns auch befinden – Schule, Studium, Referendariat oder Berufsleben: Präsentationen in jeglicher Form begegnen uns Tag für Tag. 

Inmitten all dieser Unsicherheit kommt nun ein weiterer Stressor hinzu: die digitale Distanzlehre. Aber kein Grund zur Sorge: Wie Du Deine Präsentationen im Präsenz- wie auch Digitalformat von der Vorbereitung über die Gestaltung bis hin zum tatsächlichen Vortrag mit Bravur meistern kannst, lernst Du in diesem Artikel!

Aktivität – das A und O Deiner Präsentation!

Stellen wir uns folgende Situation vor: Du stehst vor Deiner Schulklasse und bist gerade dabei Deine geplante Unterrichtsstunde zu halten. Du bist ohnehin schon nervös, Fehler zu machen und machst Dir Sorgen, ob Dein Vortrag den Erwartungen der Lehrkraft entsprechen wird. Oder Du hältst einen Vortrag vor zahlreichen Kolleg:innen und erfahrenen Lehrkräften zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Vor Dir findest Du nur leere Gesichter, gelangweilte Schüler, ein teilnahmsloses Publikum: Die Präsentation wird zur Qual, sowohl für Dich als auch Deine Zuhörer:innen. Eine solche Situation wollen wir unbedingt vermeiden! Das Ziel einer jeden Präsentation ist es, die behandelten Informationen möglichst verständlich an die Zuhörerschaft zu vermitteln. Zudem soll sie die Möglichkeit zur praktischen Anwendung bieten, um das neu errungene Wissen nachhaltig im Gedächtnis deiner Zuhörer:innen zu verankern. 

Aber wie kann das Alles gelingen? Um die Qualität und Effektivität Deiner Präsentationen zu optimieren, ist Aktivierung von fundamentaler Bedeutung. Zwar sollte Dein Vortragen stets im Mittelpunkt stehen, jedoch sollte dieser niemals völlig einseitig ablaufen. Die Integration deiner Zuhörerschaft in sämtlichen Teilschritten der Präsentationsgestaltung verhilft nicht nur Dir dabei, Sicherheit zu finden und die Qualität Deines Vortrags zu steigern, sondern auch Deinen Zuhörer:innen, Interessiertheit zu gewinnen und das neue Wissen nachhaltig aufzunehmen. Erfahre nun, mit welchen Überlegungen, Strategien und Tipps Du Deine Zuhörer:innen erfolgreich in Deinen Vortrag einbindest und Aufmerksamkeit langfristig aufrecht erhältst!

Zwei Personen arbeiten am Schreibtisch an Präsentationsvorbereitungen

Vorbereitung ist alles: einige Vorüberlegungen

Sei Dir über den Anlass, das Ziel, die Zielgruppe und die Rahmenbedingungen Deiner Präsentation bewusst und passe Deinen Vortrag entsprechend an – sei es über Kleidungswahl, Mimik, Gestik, Sprache oder die Beispiele, mit denen Du theoretische Inhalte anschaulich illustrierst. 

Führst Du eine solche Situationsanalyse gewissenhaft in Deinen Vorbereitungen durch, kannst Du von vornherein bereits einige Fauxpas vermeiden, Unsicherheiten und Nervosität reduzieren und Deinen Vortrag hinsichtlich Sprache, Schwierigkeit und Themen optimal an das Niveau sowie die Interessen Deiner Zuhörer:innen anpassen. Ganz unterbewusst können selbst solche scheinbar nichtigen Details großen Einfluss auf die Aufnahmefähigkeit, Aufmerksamkeit und das Interesse Deines Publikums haben und Deiner Präsentation den letzten Schliff verleihen. 

Jetzt geht es ans Eingemachte! – Der Aufbau deines Vortrags

In der Schule folgen Präsentationen üblicherweise folgendem Aufbau: Du beginnst mit einer kurzen Einführung in die Thematik, leitest dann in den Hauptteil über und schließt zum Ende mit einem Fazit ab. Handelt es sich um wissenschaftliche Präsentationen geht das Ganze jedoch schon etwas weiter in die Tiefe. Hier folgt auf Deine Einleitung, die Vorstellung der aufgestellten Hypothesen, der angewendeten Methoden sowie der Ergebnisse und möglicher Limitationen. Abgeschlossen wird hierbei mit einer Diskussion, in der Deine Hypothesen gegebenenfalls modifiziert und auf weitere noch zu erforschenden Anwendungsbereiche erweitert werden können.

In der Praxis verleiten diese Gliederungspunkte jedoch schnell dazu, die Präsentation sehr theoretisch und trocken zu gestalten. Um also unser Ziel der Aktivierung weiterzuverfolgen, verleihen wir diesem inhaltlichen Grundaufbau einen didaktischen Rahmen. Schauen wir uns hierzu eine simple Strategie an, die Du als Leitfaden für die Erstellung Deiner Vorträge verwenden kannst: die AIDA-Struktur.

Darstellung der AIDA-Struktur

Die AIDA-Struktur besteht grundsätzlich aus vier Kernkomponenten, die je nach Umfang unterschiedlich stark gewichtet werden. Deinen Vortrag kannst Du mithilfe dieser Strategie folgendermaßen aufbauen:

5% Aufmerksamkeit: Gleich zu Beginn Deiner Präsentation heißt es: Aufmerksamkeit wecken! Dies erzielst Du beispielsweise durch die Integration eines optischen Köders, sprich eine aussagekräftige Statistik, eine Karikatur, ein Zitat oder eine kurze Videosequenz. All diese Elemente können Dir dazu verhelfen, Dein Publikum von Anfang an zu fesseln und ihre Aufmerksamkeit zu wecken.

10% Interesse: Im nächsten Schritt steht das Interesse Deiner Zuhörer:innen im Zentrum. Innerhalb dieses Segments solltest Du nicht nur das Thema Deiner Präsentation benennen, sondern auch den Nutzen dahinter deutlich machen. Warum sind die Inhalte deines Vortrags für Dein Publikum wichtig und wie kann dieses neue Wissen in der Praxis nützlich sein? An dieser Stelle kannst Du auf einen gemeinsamen Wissenshintergrund hinweisen, beispielsweise eine vergangene Unterrichtseinheit.

75% Darstellung: Diese Kernkomponente umfasst den Hauptteil Deiner Präsentation, in der Du die theoretischen Inhalte vorstellst. Das fundamentale Ziel in diesem Segment ist die Verankerung des Wissens im Gedächtnis Deiner Zuhörer:innen. Fördern kannst Du diesen Prozess, indem Du regelmäßig praktische Bezüge und Beispiele einbindest, Visualisierungen verwendest und gegebenenfalls Fragen und Anregungen direkt an Dein Publikum wendest. Auch freies Sprechen, eine selbstbewusste Haltung und sicherer Medieneinsatz können hier Dir dabei verhelfen, die theoretischen Inhalte Deiner Präsentation möglichst authentisch, kompetent und aktivierend zu vermitteln.

10% Aktiver Abschluss: Am Ende Deiner Präsentation solltest Du Deinem Publikum einen kompakten Überblick über die wichtigsten inhaltlichen Aspekte sowie eine „Take-Home-Message“ bieten. Von besonderer Bedeutung in diesem Abschnitt ist die Aktivität des Abschlusses. Beende Deinen Vortrag nicht abrupt, sondern versuche, Deinen Zuhörer:innen Möglichkeiten zur Anwendung des neu gewonnenen Wissens zu geben. Oft bietet es sich hierzu an, aktuelle Gegebenheiten als Anwendungs- und Vertiefungsbeispiel anzusprechen. Gedanken, Ideen oder Fragen können dann im Anschluss an Deine Präsentation in einer offenen Diskussionsrunde geteilt und erörtert werden. So förderst Du nicht nur die Festigung und Anwendung der theoretischen Inhalte, sondern regst Dein Publikum auch über Deine Präsentation hinaus zum Nachdenken und eigenständigen Vertiefen des Wissens an.

Eine Frau präsentiert frei vor einer Gruppe an Menschen

Dein Körper spricht mehr als tausend Worte!

Sprache ist noch viel mehr als Worte: Denn der Einfluss Deiner Körpersprache, Gestik und Mimik auf die Aufmerksamkeit Deines Publikums und die finale Bewertung Deiner Präsentation ist keineswegs zu unterschätzen. Um die Aufmerksamkeit Deiner Zuhörer:innen aufrechtzuerhalten, ist es von besonderer Bedeutung stets Blickkontakt zu halten. Versuche Deinen Blick dabei möglichst natürlich durch den Raum wandern zu lassen, anstelle Dich auf wenige Personen zu fixieren und einen starrenden, einschüchternden Blick einzunehmen. Um Deine Präsentation insgesamt lebendiger zu gestalten, ist es empfehlenswert, den Raum aktiv und frei zu nutzen. Verstecke Dich nicht hinter Möbelstücken, sondern nutze selbstbewusst die gegebene Fläche und wechsle gerne für verschiedene Stellen Deines Vortrags Deine Raumposition, um etwas mehr Bewegung und Natürlichkeit in Dein Auftreten zu bringen.

An dieser Stelle spielen auch Mimik und Gestik eine entscheidende Rolle. Sei Dir darüber bewusst, wie Du innerhalb Deiner Präsentation auftreten und welchen Eindruck Du Deinem Publikum vermitteln möchtest. Um möglichst viel Sicherheit und Seriosität auszustrahlen, können Dir einige dieser Tipps vielleicht beim nächsten Vortrag helfen: 

  1. Behalte einen sicheren Stand und vermeide schnelle, eilige Bewegungen. Diese erwecken häufig den Eindruck von Nervosität und Unsicherheit. 
  2. Achte auf eine gerade Haltung, um authentisch und selbstbewusst auf Dein Publikum zu wirken. Eine eingefallene, gebeugte Haltung hingegen kann schnell den Eindruck von Motivationslosigkeit und fehlender Überzeugung wecken.
  3. Trage Deine Präsentation möglichst frei vor. Versuche Dich von Karteikarten und anderen Notizen bestmöglich zu lösen, um natürlich gestikulieren zu können und die Inhalte auf diesem Wege verständlicher zu vermitteln, Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten und die effektive Aufnahme der Informationen langfristig zu fördern.
  4. Übung macht den Meister! Eine sichere und freie Präsentation bedarf Erfahrung und allerhand Übung. Auch Fehler und Fauxpas gehören auf diesem Weg einfach dazu. Verzweifle also nicht nach einem misslungenen Vortrag, sondern nutze die Erfahrung als Möglichkeit zur Reflektion und Verbesserung. Vertraue in Dich selbst und Du wirst sehen: Es wird von Mal zu Mal besser und einfacher!
Ein Notizbuch mit den Stichpunkten des SMART-Plans

Dein großes Ziel im neuen Schuljahr ist es, Deine Präsentationen auf Vordermann zu bringen? Dann schau unbedingt bei diesem Artikel vorbei, der Dir mit dem SMART-Plan eine Strategie an die Hand gibt, Deine Pläne im neuen Schuljahr erfolgreich umzusetzen!

Also worauf wartest Du noch? Mit diesen Tipps und Strategien steht Deinem nächsten Vortrag nun nichts mehr im Wege! Oder etwa doch? Bist Du Dir mit der visuellen Gestaltung noch immer unsicher und weißt nicht so recht, auf welche Kriterien Du achten solltest, dann schau gerne in 2 Wochen wieder bei LehrerNews vorbei, um den neusten Artikel über Tipps und Tricks zur Konzipierung von PowerPoint-Präsentationen nicht zu verpassen!