Wenn sich der Bereich der deutschen Bildung in der Politik angesehen wird, fällt im Moment meistens nur das Wort Digitalisierung. Noch immer müssen viele Schulen ohne WLAN, digitale Geräte und Medienkompetenz der Lehrkräfte auskommen. Es ist sinnvoll, diesem Thema Aufmerksamkeit zu schenken. Es hindert uns jedoch daran, die größeren Probleme zu sehen, welche im Bildungssystem schon lange existieren: Die Chancengleichheit

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Was bedeutet Chancengleichheit?

Generell bedeutet der Grundsatz der Chancengleichheit, dass alle Bürger:innen möglichst viele Möglichkeiten haben sollen, ihr Leben selbst zu gestalten. In allen Bereichen und Situationen des gesellschaftlichen Lebens, in denen begehrte Ressourcen, Arbeitsplätze oder Lebensbedingungen knapp sind und daher von Menschen konkurriert werden, sollte niemand von seiner sozialen Herkunft, seinem Geschlecht, seiner Hautfarbe, seinen religiösen Überzeugungen oder anderen persönlichen Merkmalen beeinflusst werden.

Chancengleichheit im Bildungssystem

Das Bildungssystem nimmt in den modernen Gesellschaften eine Schlüsselrolle ein, da es der erste und wohl wichtigste Kontrollpunkt für den zukünftigen sozialen Status eines Menschen ist. Welche beruflichen Positionen, welche Einkommensperspektiven, welches Maß an sozialer Sicherung im Lebensverlauf erreicht werden kann, hängt maßgeblich vom Bildungsniveau ab. Dabei verfügen moderne Gesellschaften über ein breit aufgefächertes „differenziertes“ Bildungssystem mit verschiedenen Bildungsgängen, die ihren Absolvent:innen unterschiedliche Weiterbildungs– und Lebenschancen bieten. Daraus resultieren sich große Ungleichheiten der Bildungsabschlüsse mit unterschiedlichen langen Lernzeiten: von der einfachen Berufsbildungsreife “Hauptschulabschluss” bis zur Promotion „Dr.“. Doch wie sieht die Chancengleichheit von Jugendlichen aus?

Chancengleichheit von Jugendlichen

Auf die Frage, ob die Jugendlichen aus allen sozialen Schichten und aus allen Kulturkreisen in etwa die gleichen beruflichen Chancen haben, antworteten ca. 1500 Befragte wie folgt:

Chancengleichheit von Jugendlichen

76 Prozent sind der Meinung, dass keine Chancengleichheit von Jugendlichen besteht. Doch was sind nun die Gründe dafür? 

Dass viele Eltern ihre Kinder nicht ausreichend unterstützen, ist einer der häufigsten Gründe, weshalb Schüler:innen es meistens nicht leicht haben. Es wird zu wenig Deutsch in der Familie gesprochen und auch können sich viele Eltern keine Nachhilfestunden für ihre Kinder leisten. Doch das ist nicht alles, denn nicht nur Eltern stellen so einige Hürden, auch Lehrer:innen machen es den Schüler:innen meistens nicht so einfach. Es gibt nicht allzu viele Lehrer:innen, die die Sprache der Kinder und Jugendlichen sprechen. Somit sind sie meist überfordert. Es gibt jedoch auch viele Lehrer:innen, welche Vorurteile gegenüber ihren Schüler:innen haben. Des Weiteren kommt die lückenhafte Förderung der Lehrer:innen dazu. 

Was kann dagegen getan werden?

Um die lückenhafte Förderung aus dem Weg zu schaffen, können Lehrer:innen sich mit bestimmten Themen wie Zuwandererfamilien und ihre Hintergründe intensiver auseinandersetzen und auch Mitschüler:innen dazu auffordern anderen zu helfen. Doch auch KinderHelden hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern mit erschwerten Startbedingungen durch Mentoring-Programme bessere Bildungschancen zu ermöglichen. Wie dieses Engagement zu mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit beitragen kann, könnt Ihr hier gerne nachlesen.

Unterstützung

Eines der wichtigsten Instrumente für mehr Chancengleichheit ist eine größere soziale Mischung an den Schulen, wie sie zum Beispiel durch die Zusammenführung von Haupt- und Realschulen erreicht werden kann. Benachteiligte Jugendliche würden mehr von gemeinsamem Unterricht mit besser situierten Altersgenossen profitieren, so die Wissenschaftler. 

Seit Ihr der Meinung, dass in Deutschland jeder die gleichen Chancen in der Bildung hat? Teilt uns Eure Meinung gerne in den Kommentaren!