Neuigkeiten aus der Corona Schulpolitik: Über 100 Schülervertreter*innen haben sich in   einem offenen Brief über die Linie der Politik im Umgang mit den Schule beschwert. Worum geht es? Was sind die Hintergründe?

 

Hintergründe

Der Brief  richtete sich an Bettina Stark-Watzinger, die Bundesbildungsministerin, Karin Prien, die Vorsitzende der KMK und an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Unter dem Hashtag #WirWerdenLaut haben Schülervertreter:innen den Brief auf Twitter veröffentlicht. In dem Schreiben wird auf diverse Missstände der aktuellen Situation aufmerksam gemacht. Unter anderem ist von einem unverantwortlichen und unsolidarischen Durchseuchungsplan die Rede. Die Schulen seien “keine sicheren Lernräume” und ob und wann die Kinder zur Schule gehen müsse im ermessen der Familien und deren gesundheitlichen Zuständen liegen. Gefordert werden zudem Luftfilter, kleinere Lerngruppen und PCR Pooltests. Der Schüler müsse sich sicher fühlen wenn er zur Schule gehe, die Abschlussjahrgänge die am stärksten Betroffenen der Krise. Für diese wird besondere Rücksicht, besonders im Vergleich mit Vorcorona Jahrgängen gefordert.

Zu sehen ist der Brief den die Schülervertreter*innen an die Regierung verfassten

Reaktionen

Rückendeckung und Unterstützung erhalten die Schüler hierbei unter anderem von diversen Lehrergewerkschaften. Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung Udo Beckmann merkte gegenüber des Rnds an “dass wenn Schüler:innen und Schüler in dieser Weise auf Probleme in Schulen aufmerksam machen müssen, zeigt deutlich dass es nicht 5 vor sondern 5 nach ist”, während die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Maike Finnern von einem Warnsignal an die Politik spricht.

 

Der originale Tweet, der von Anjo Genow abgesetzt wurde, hat mittlerweile fast 5000 Retweets, und wurde auch von den Politikern nicht ignoriert. Stark-Watzinger bot den Schüler*innen gespräche an, und betonte wie wichtig es ihr sei, dass die Schüler*innen wissen, dass sie gehört werden. Auch Karin Prien ließ den Brief nicht unkommentiert. Prien lud hierbei die Schülervertreter*innen ein und ließ verlauten, dass: “Falls Sie/Ihr außerhalb der gewählten Schülervertretungen sprechen wollt, lade ich persönlich dazu gerne ein.”

Die Bildungsverwaltung verteidigte hingegen die Maßnahmen. Es seien rechnerisch genauso viele Luftfilter wie Klassenzimmer an öffentlichen Berliner Schulen ausgeliefert worden und die Schulen seien regelmäßig mit Persönlicher Schutzausrüstung versorgt gewesen. Auch Marcel Hopp, Bildungsexperte von der SPD, äußerte sein Verständnis zum Unmut der Schülerschaft, welche laut ihm während der Pandemie am meisten gelitten hätten, gleichzeitig aber alle Maßnahmen geduldig mitgetragen haben. Trotzdem merkte er an, dass Berlin den Forderungen teilweise schon nachgekommen sei.

Zu sehen ist die dem Brief zugehörige Petition.

Aktuelle Lage

Derzeit gibt es in Deutschland etwa 500.000 Corona bedingte Quarantänefälle. Diese Statistik basiert auf den 10 Millionen Schüler:innen die der Statistik zugrunde liegen. Das bedeutet, dass etwa 5% der Schüler:innen sich derzeit in Quarantäne befinden. Diese Statistik ist jedoch nicht besonders präzise, da auch diversen Bundesländer ,wie beispielsweise Hamburg und Niedersachsen keine Daten zu Quarantänefällen vorliegen. 

 

Was haltet ihr von den Forderungen der Schüler? Wie würdet ihr mit der derzeitigen Situation an Schulen umgehen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen. 

Wenn ihr euch für ein Interview mit Karin Prien interessiert, dann folgt diesem Link.