Die Impfkampagne für Kinder in Deutschland steht in den Startlöchern. Ab sofort können sich auch jüngere Kinder gegen das Corona-Virus impfen lassen, denn ab dieser Woche empfiehlt die Ständige Impfkomission (STIKO) das Verabreichen eines Impfstoffs an risikobehaftete Menschen zwischen fünf und elf Jahren. Dazu zählen vor allem Kinder mit Vorerkrankungen oder mit engem Kontakt zu Vorerkrankten. Für diese stellt das Corona-Virus eine größere Gefahr dar als für ihre restlichen Altersgenossen. Für jene gibt es zwar keine allgemeine Impfempfehlung, dafür liegt die Entscheidungsverantwortung bei deren Eltern. Die Erziehungsberechtigten können nach einem individuellen Aufklärungsgespräch mit einem Arzt ihren Nachwuchs immunisieren lassen.

Aktuell ist nur der mRNA-Impfstoff Comirnaty von den Pharmaunternehmen BioNTech/ Pfizer für Kinder zugelassen. Die Menge (10 Mikrogramm) ist im Vergleich zur Erwachsenendosis geringer und die altersspezifischen Präparate werden zudem anders abgefüllt. Die STIKO empfiehlt das zweifache Verabreichen des Impfstoffs innerhalb eines Zeitraums von drei bis sechs Wochen.

Da allgemein von einer hohen Impfbereitschaft ausgegangen wird, bestellen viele Haus- und Kinderärzte bereits zusätzliche Impfstofflieferungen bei den Apotheken. Das Gleiche trifft auch auf die Impfzentren zu. Da jedes Bundesland seine eigene Strategie besitzt, wird sich die konkrete Umsetzung der Impfkampagne von Region zu Region unterscheiden. So starten beispielsweise die Länder Berlin, Bayern und Niedersachsen ihr jeweiliges Programm am Mittwoch dem 15. Dezember, während andere Gebiete bereits früher beginnen. Außerdem werden noch zusätzliche Maßnahmen diskutiert, wie zum Beispiel das Anbieten von Familienterminen, Kinderimpfkabinen oder Werbegeschenken in Impfzentren.

Aktuelle Coronazahlen unter den Minderjährigen

Zu sehen sind drei kleine Jungs auf einem Sofa, die sich jeweils ein Taschentuch vor der Nase halten. Aktuell sind die Corona-Infektionszahlen bei den noch ungeimpften, jungen Bevölkerungsgruppen besonders hoch.

Inwieweit Kinder am öffentlichen Infektionsgeschehen beteiligt sind, ist unter Experten umstritten. Aufgrund ihres jungen Alters besitzt die Mehrheit ein natürliches, effektives Immunsystem, welches das SARS-CoV-2 Virus in den meisten Fällen mühelos bekämpfen kann. Allerdings bedeutet eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf einen milderen Krankheitsverlauf nicht, dass sich Kinder generell nicht infizieren können oder die Krankheit weiterverbreiten können. Laut den Erfassungen des Robert-Koch-Instituts sind bei den aktuellen Fallzahlen aller Altersgruppen die der noch ungeimpften Kinder am höchsten. In der 48. Kalenderwoche 2021 gab es 35.989 Fälle bei den Fünf- bis Neunjährigen und 38.011 Fälle bei den Zehn- bis Fünfzehnjährigen. Gleichzeitig lag die Inzidenz bei der jüngeren Gruppe bei 951,19 und bei der älteren bei 1020,4. Diese hohen Infektionszahlen liegen zum einen an den flächendeckenden, regelmäßigen Corona-Tests an Schulen, zum anderen am fehlenden Impfschutz der gesamten Altersgruppe. Die nun zugelassene Kinderimpfung soll somit nicht nur die Jüngeren vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen, sondern auch andauernde Schulschließungen und Quarantäneverordnungen vorbeugen. Folglich dient die Kinderimpfung nicht nur der generellen Immunisierung, sondern gleichzeitig auch vielen weiteren Corona-Maßnahmen.

Diese Statistik von Statista zeigt die Impfquote gegen das Coronavirus (COVID-19) in Deutschland nach Altersgruppen (13.12.2021). Die jüngeren Altersgruppen, die zeitlich später geimpft wurden, haben aktuell eine geringere Impfquote.

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1258043/umfrage/impfquote-gegen-das-coronavirus-in-deutschland-nach-altersgruppe/#professional

Diese Statistik von Statista zeigt die Impfquote gegen das Coronavirus (COVID-19) in Deutschland nach Altersgruppen (13.12.2021). Die jüngeren Altersgruppen, die zeitlich später geimpft wurden, haben aktuell eine geringere Impfquote.

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