Cyberbullying: Was kann dagegen getan werden?

“You see them everywhere. The teenagers sitting across from you on the subway,  typing messages into her cell phone. “ Die Generation, die nach 1980 geboren wurde und mit Computern, Handys, Internet und Smartphones aufwuchs und aufwächst, ist es gewohnt, immer und überall online zu sein, Informationen zu googeln und “socialising” via “Instagram”, “Whatsapp”, Snapchat”, “Facebook” etc. zu betreiben. Doch neben all den positiven Aspekten wie dem Pflegen von Kontakten über soziale Netzwerke, dem Treffen von Verabredungen oder auch dem gemeinsamen Lernen, birgt das Internet auch Gefahren, darunter auch Cyberbullying. Doch was können Lehrer und Lehrerinnen gegen Cyberbullying tun, worunter unterscheiden sich Cyberbullying und Hate Speech und was kann rechtlich dagegen getan werden? Dies erfahrt Ihr in folgendem Artikel. 

Im Zuge der Ausbreitung und steigenden Nutzung von neuen Medien, darunter auch der mobilen Nutzung des Internets in der Schule, müssen sich Schule und Schulsozialarbeit nicht mehr nur mit den Themen Bullying, sondern auch Cyberbullying beschäftigen.

Mediengebrauch von Kindern und Jugendlichen

Seit 1998 wird im Rahmen der JIM-Studie der Mediengebrauch von Kindern und Jugendlichen erfasst. In der repräsentativen Stichprobe von 2020 wurden 1200 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren befragt. Sie wachsen in Haushalten mit einem breiten Medienrepertoire auf. Smartphones, ein WLAN-Anschluss und Laptops sind 2020 in fast allen Haushalten vorhanden. Diese Quote zeigt, welchen Stellenwert ein Computer/Laptop und das Internet mittlerweile im Leben der Kinder und Jugendliche eigentlich einnehmen.

Mediengebrauch von Kinder und Jugendlichen

Cyberbullying

Cyberbullying kann als Zusammensetzung aus den Wörtern “cyber” und “bullying” betrachtet werden. Nach dem Merriam-Webster Online Dictionary meint cyber: “of, relating to, or involving computers or networks”. “Bullying” meint das “Tyrannisieren, Schikanieren, Einschüchtern”. Cyberbullying meint demnach Bullying, welches am Computer beziehungsweise im Internet betrieben wird.

Was können Lehrer:innen gegen Cyberbullying tun?  

Viele Schüler:innen haben bereits, als Opfer oder Täter:in mit Cyberbullying Erfahrungen gemacht. Auch wenn es nicht ganz so einfach ist, können Lehrkräfte viel dagegen tun. Das Beleidigen, Bedrohen oder bösartige Hänseln gibt es schon, seit es Schule gibt. Doch durch das Netz bekommt es -dann als Cyberbullying- eine besondere verletzende Schärfe. Betroffene werden im Netz rund um die Uhr angegangen und müssen ständig diesen pausenlosen Druck aushalten. Im Unterschied zu Mobbing agieren die Täter:innen beim Cyberbullying häufig anonym, wobei sie ihre Opfer unerkannt schikanieren. 

Um Medienkompetenz bei den Heranwachsenden zu fördern, sollten Lehrkräfte gemeinsam ein medienpädagogisches Konzept erarbeiten und im Unterricht umsetzen. Die Einbeziehung medienpädagogischer Konzepte besonders mit dem Schwerpunkt Cyberbullying kann im Unterricht erfolgen und gleichzeitig eine Entwicklungsaufgabe für die gesamte Schule und somit auch ein Teil der Schulentwicklung sein. Immer dann, wenn die Sensibilisierung im Umgang mit den eigenen Daten notwendig ist, können Möglichkeiten und Wege zu einem respektvollen Umgang miteinander aufgezeigt werden. Auch das Anregen und Begleiten der Lernvorgänge, welche die Schüler:innen befähigt, Medien sinnvoll zu nutzen und diese zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet führen.

Je gewissenhafter der faire Online-Umgang miteinander in der Schule thematisiert wird, umso geringer wird die Gefahr, dass es tatsächlich zu böswilligen Angriffen kommt. “Die Prävention funktioniert am besten, wenn wir nicht belehrend auftreten, sondern die Schüler:innen einbinden, Aktionen machen und die Jugendlichen dabei ihre Medien nutzen können“, sagt Torsten Brendahl, Lehrer am Cottbuser Max-Steenbeck-Gymnasium. Eigene Kurzfilme zu drehen, Theaterszenen zu entwickeln oder eine Internetseite dementsprechend zu programmieren, sind Möglichkeiten, die Schüler:innen direkt einzubinden.

Cyberbullying und Hate Speech: Wo liegt der Unterschied?

Cyberbullying und Hate Speech sind Formen digitaler Gewalt. Das Thema Hate Speech hat in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen eine große Nähe zum Thema Cyberbullying. Beiden liegt ein hasserfülltes und aggressives Verhalten im Netz zugrunde, das andere bewusst schädigen soll. Der Unterschied ist, dass durch Cyberbullying meist einzelne Personen attackiert werden, zu denen die Täter:innen eher im analogen Leben in Beziehung stehen. Dabei wird häufig eine bestehende Situation über Medien fortgesetzt oder das Cyberbullying entsteht aus einer unangenehmen Momentaufnahme, welche im Anschluss verbreitet wird. 

Wenn Menschen abgewertet, angegriffen oder wenn gegen sie zu Hass oder Gewalt aufgerufen wird, wird von Hate Speech gesprochen. Oft sind es rassistische, antisemitische oder sexistische Kommentare, die bestimmte Gruppen als Zielscheibe haben. Hate Speech ist damit ein Oberbegriff für das Phänomen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit oder Verhetzung im Internet. „Im pädagogischen Alltag besteht zwischen Cybermobbing und Hate Speech eine enge Nähe“, sagt Diplom-Pädagoge Matthias Felling von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz in Nordrhein-Westfalen. „Schüler unterscheiden nicht. Für sie handelt es sich jeweils um hasserfülltes, aggressives Verhalten, das zielgerichtet schädigen soll.“

Was kann rechtlich dagegen getan werden?

Oft wird Betroffenen von Cyberbullying empfohlen, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Das ist nur sinnvoll, wenn bekannt ist, wer die Täter:innen sind. Wichtig sei, dass hier die Nachweise von Screenshots vorgelegt werden können, am besten auch mit Datum. Gegen die folgenden Paragrafen des Strafgesetzbuches (StGB) wird häufig verstoßen:

Strafverstöße

Damit es strafbar ist, müsse es übers Internet stattfinden und es brauche eine gewisse Publizität, erklärt Rechtsanwältin Carmen Thornton im krone.tv-Talk „Nachgefragt“. „Man sagt, wenn es mindestens 10 Leute mitbekommen, ist es Cyber-Bullying. Private Nachrichten fallen hier nicht darunter.“

Da für Hate Speech keine einheitliche juristische Definition existiert, ist eine Nachverfolgung und Urteilsfindung extrem schwer. Prinzipiell wird also nur ein kleiner Bereich von Hate Speech durch juristische Definitionen abgedeckt. Es wird eine gesetzliche Einschränkung der Meinungsfreiheit möglich, da Hate-Speech-Gesetze zur Eingrenzung von Äußerungen genutzt und somit politisch missbraucht werden. 

Hate Speech

Zudem kann die Auslegung solcher Gesetze sich gegen die betroffenen Gruppen wenden und so Minderheiten angreifen, statt diese zu schützen. Denn solche Gesetze können durch unterschiedliche Auslegungen, Meinungen und Ansichten eingrenzen und besonders Minderheiten die Möglichkeit zur Gegenwehr verwehren.

Du bist selbst von Cybermobbing betroffen oder kennst jemanden, der gemobbt wird? Es gibt Hilfe