In den meisten Bundesländern Deutschlands sind Lehrkräfte verbeamtet. Dies bringt einige Vorteile mit sich, die wir dir erklären. Außerdem stellen wir dir die Voraussetzungen vor, die man als Lehrkraft erfüllen muss, damit man verbeamtet werden kann.

Begriffserklärung

Wird man verbeamtet, arbeitet man nicht bei einem privaten Arbeitgeber, sondern bei einem sogenannten ,,Dienstherren“. Bei Lehrkräften ist es zum Beispiel das Bundesland, in dem man arbeitet. Zudem erhalten Lehrer:innen kein ,,normales“ Gehalt, sondern eine Besoldung. Je nach Bundesland fällt diese unterschiedlich hoch aus.

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen sind im „Landesbeamtengesetz“ des jeweiligen Bundeslandes festgelegt. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass man zum Beispiel eine gesundheitliche Untersuchung bestehen muss. Diese führt ein Amtsarzt durch und achtet darauf, dass beispielsweise die Wirbelsäule und die Psyche in Ordnung sind. Des Weiteren gibt es unterschiedliche Altersgrenzen. Das heißt man darf zum Beispiel in Hessen beim Berufseinstieg nicht älter als 50 Jahre sein und in Nordrhein-Westfalen sogar nicht älter als 41 Jahre.

Man muss außerdem deutsche:r Staatsbürger:in oder Staatsbürger:in eines anderen EU-Landes sein.  Zudem muss ein „sauberes“ polizeiliches Führungszeugnis vorgewiesen werden. Vorbestraft sollte man also nicht sein.

Ein Stapel Bücher, auf dem die Buchstaben "ABC" stehen. Daneben steht ein rosa Sparschwein mit Brille.

Stufen der Verbeamtung

Nachdem man auf Lehramt studiert hat, kann man nicht direkt eine verbeamtete Lehrkraft werden. Während des Referendariats ist man zunächst „Beamter auf Widerruf“. Man wird in dieser Phase also ausgebildet und wird durch „Anwärterbezüge“ bezahlt. Normalerweise dauert das Referendariat zwei Jahre. Schließt man sein zweites Staatsexamen ab, steigt man in den Lehramtsberuf ein. Allerdings ist man noch weitere zwei oder drei Jahre „Beamte:r auf Probe“. Bezahlt wird man jedoch wie ein:e verbeamtete:r Lehrer:in. Nach dieser Probezeit beurteilt der Vorgesetzte, ob man für eine Verbeamtung geeignet ist. Ist dies der Fall wird man Beamte:r auf Lebenszeit.

Vor- und Nachteile

Es gibt einige Vorteile, die man als Beamte:r genießt. Aber auch einige Nachteile gegenüber nicht verbeamteten Kollegen:innen. Einer der größten Vorteile ist, dass man nicht gekündigt werden kann. Außerdem gibt es einige steuerliche Vorteile. Verbeamtete müssen beispielsweise weniger Abzüge in Kauf nehmen, da sie keine Renten-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung zahlen müssen. Somit bleibt den Beamt:innen nach Abzügen der Lohnsteuer mehr Netto-Gehalt übrig als den angestellten Lehrkräften. Vor allem in Krisensituationen – wie während einer Pandemie – muss man nicht um seine Arbeitsstelle fürchten. Die meisten verbeamteten Lehrkräfte sind zudem privat versichert und profitieren auf diese Weise von besseren Leistungen im Krankheitsfall und finanzieller Beihilfe vom Staat. Des Weiteren erhalten verbeamtete Personen eine Pension und keine Rente.

Einer der Nachteile ist, dass man nicht mehr streiken darf, sobald man verbeamtet ist. Ist man also mit etwas unzufrieden, muss man es mehr oder weniger hinnehmen. Für ein höheres Gehalt streiken geht also nicht. Außerdem haben Beamte oft hohen Druck und müssen sich eher strikt an ihre Aufgaben halten und können nicht viel variieren.

Was hält Ihr davon, dass Lehrkräfte verbeamtet sind? Wärt Ihr selbst lieber verbeamtet oder nicht? Lasst uns eure Meinung gerne in den Kommentaren da! Interessiert Ihr euch generell für das Thema Gehalt einer Lehrkraft, könnt ihr hier ein bisschen mehr Infos erhalten.