Ob auf der Arbeit, zu Hause oder in der Schule – die digitalen Medien sind schlichtweg nicht mehr wegzudenken. Vor allem in der Schule und am Arbeitsplatz sind viele auf Online-Tools umgestiegen, damit auch im Homeoffice der gewohnte Alltag beibehalten werden kann. Ein besonders großer Umstieg war die beinahe schon radikale Digitalisierung an den Schulen. Sowohl Schüler:innen, als auch Lehrkräfte mussten ihre Arbeitsweise umstellen und sich mit neuen Konzepten und Techniken auseinandersetzen bzw. fortbilden.

Zunehmende Digitalisierung

Teilweise gab es hier Schwierigkeiten und Hürden, die überwunden werden mussten, da der Umgang mit den digitalen Medien häufig noch Neuland für die Nutzer:innen war. Mit der zunehmenden Digitalisierung wird auch der Datenschutz ein immer wichtigeres Thema, dem oftmals zu wenig Bedeutung zugesprochen wird. Im Unterricht findet über die verschiedensten Lernplattformen und Apps ein Austausch statt. Dieser kann jedoch in vielen Fällen nur dann stattfinden, wenn persönliche Daten in Form einer Registrierung oder Anmeldung im Voraus angegeben werden. Daher stellen sich folgende Fragen: Wer trägt die Verantwortung für den Datenschutz der Schüler:innen und sollte dieser wichtiger als die digitale Kommunikation sein?

zu sehen ist eine Computertastatur, die gerade von einer Person bedient wird. Im Vordergrund schweben Schlösser, die die Verschlüsselung von Daten darstellen.

Wer ist verantwortlich für den Datenschutz an Schulen?

Verantwortlich für die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Anforderungen ist die Schule (Art. 4 Nr. 7 DS-GVO / § 4 Abs. 9 DSG-EKD), also die Schulleitung. Sie muss einen Datenschutzbeauftragten benennen, der die Vorschriften überwacht und zudem das Kollegium sowie die Schulleitung über die Regelungen informiert und bei Fragen immer zur Verfügung steht.Besonders in Zeiten wie diesen, in denen es oftmals schwerfällt, auf digitale Unterrichts- Tools zu verzichten, muss hier aufgepasst werden. Viele Lehrer:innen sind sich selbst ihrer Verantwortung im Hinblick auf die Daten ihrer Schüler:innen nicht bewusst und haben zudem häufig kein Wissen über die genutzten Plattformen sowie deren Datenverarbeitung.

Videokonferenzen haben sich mittlerweile zu einem gängigen Unterrichts-Tool etabliert. Dabei werden jedoch viele persönliche Daten über das eigene Gerät, aber auch über Stimme und Gesicht gespeichert. Auch wenn die genutzten Tools auf den ersten Blick harmlos scheinen und angeblich “kostenlos” sind, ist immer zu überdenken, dass statt mit Geld hier eventuell mit Daten bezahlt wird. Solch eine Weitergabe der Daten von Schüler:innen ist mit der Datenschutzverordnung nicht vereinbar und sollte daher überprüft werden.

Da diese Risiken oftmals schwer zu erkennen sind, ist es Lehrkräften nicht erlaubt, wahllos neue Plattformen in ihrem Unterricht zu benutzen. Alle im Unterricht verwendeten Plattformen, Apps und Tools müssen im Vorfeld mit der Schulleitung abgeklärt werden. Die Lehrer:innen sollten die Datenschutzregelungen der verwendeten Plattformen kennen und Ihre Schüler:innen vor deren Gebrauch darüber in Kenntnis setzen. Nur mit einer Einwilligungserklärung der Schüler:innen, bei Minderjährigen die der Eltern, ist die Nutzung der Plattformen im Rahmen des Online-Unterrichts zugelassen.

Im folgenden Video erhalten Lehrer:innen und Interessierte wichtige Informationen über den Datenschutz an Schulen und können sich diesen noch einmal genauer erklären lassen. 

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Ist Datenschutz eine Priorität?

Lehrkräfte waren innerhalb der vergangenen Jahre gezwungen, eine digitale Alternative zum Präsenzunterricht zu finden. Diese Umstellung musste zum einen sehr schnell gehen und zum anderen auch einwandfrei funktionieren, um den Schüler:innen keinen inhaltlichen Nachteil in ihrer Schulbildung zu verschaffen. Dabei war es wichtig, den vielfältigenOnline-Alternativen vertrauen zu können. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten, digital zu kommunizieren und jegliches Unterrichtsfach online zu vermitteln.

Auch wenn die Bildung an erster Stelle steht, darf der Datenschutz und somit die Sicherheit der genutzten Plattformen auf keinen Fall zu kurz kommen. Genau diese Gedanken haben sich auch die Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit vom Bildungsministerium gemacht und auf Basis der Vorgaben der Datenschutzaufsichtsbehörden der Länder individuelle Vorgaben zu Datenschutzstandards in den einzelnen Bundesländern ausgearbeitet.

Somit beschloss beispielsweise der hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit:  “(…) In allen Bereichen ist ein schnelles und zugleich umsichtiges Handeln erforderlich. Alle Maßnahmen sind mit Bedacht zu wählen. Der Datenschutz steht dem nicht entgegen.” 

Klar ist somit, dass der Nutzung von Online-Tools in Hessen nichts mehr im Wege steht. Die digitale Sicherheit der Daten sollte aber in keinem Fall unterschätzt und leichtsinnig aufs Spiel gesetzt werden. So sollte immer ausreichend Informationsmaterial über die verwendeten Plattformen bereit liegen, damit sich alle beteiligten Personen ausreichend über die Verwendung ihrer Daten informieren können. Zudem sollten die verwendeten Plattformen mit der Schulleitung abgesprochen sein und mit den Bestimmungen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung übereinstimmen.

Auch individuell kann jeder auf die Sicherheit der eigenen Daten achten, indem immer genau geprüft wird wo Daten erforderlich sind oder auch das Kleingedruckte mitgelesen wird. Ein wichtiger Punkt ist auch die Verwendung von sicheren Passwörtern. In jedem Fall kann ein sicheres Passwort davor schützen, dass andere auf die eigenen Daten zugreifen und diese für sich beanspruchen können. Besonders wichtig ist hier, möglichst lange Passwörter zu generieren, die sowohl Buchstaben als auch Zahlen beinhalten. Groß und Kleinschreibung kann nach Lust und Laune verwendet werden, damit es für Außenstehende so schwer wie möglich ist, das Passwort zu entschlüsseln.

Was ist Deine Meinung zu Datenschutz an Schulen? Hast Du selbst schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!