Aktuelle Artikel mit anderen Lehrern teilen!

Der DigitalPakt#D: Was haben Bund und Länder zur digitalen Bildung vereinbart?

Screenshot DigitalPakt#D Digitale Bildung

(Quelle: DigitalPakt) 

Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren viele Branchen umgekrempelt. Das Taxi wird per App bestellt, Filme bei Netflix gestreamt und die Partnerin oder der Partner wird online über Tinder gesucht. Doch wie sieht es mit der digitalen Bildung aus? In vielen deutschen Klassenzimmern ist die Welt noch wie vor zwanzig Jahren. Weil sowohl Schulen als auch Bund- und Landesregierungen über Digitalisierung vor allem gesprochen, sie jedoch nicht vorangetrieben haben, ist die Herausforderung nun umso größer.

In der Corona-Krise rächt sich jetzt, dass die Digitalisierung des Bildungssystems jahrzehntelang verschleppt wurde. Rund Elf Millionen Schüler, 700.000 Lehrkräfte und Millionen Eltern mussten wegen den deutschlandweiten Schulschließungen gemeinsam auf einen digitalen Unterricht umschwenken. Für das deutsche Schulsystem ein Sprung ins kalte Wasser. 

Der DigitalPakt#D

Eigentlich wollten die Schulträger und Bildungspolitiker längst weiter sein.

Bereits im Herbst 2016 wurde ein milliardenschweres Investitionsprogramm namens

„DigitalPakt#D“ ins Gespräch gebracht. Daraufhin passierte allerdings lange nichts.
Erst im Mai 2019 war es soweit. Die Einigung von Bund und Länder auf den DigitalPakt
stand, die Grundgesetzänderung konnte kommen.

Fünf Milliarden Euro sollten in den nächsten 5 Jahren vom Bund an die Schulen fließen und die Digitalisierung vorantreiben. Hinzu kommt ein Eigenanteil der Bundesländer von 555 Millionen Euro. 

Inhalt und Ziel des DigitalPakt

Oberstes Ziel des DigitalPaktes ist es, die digitale Transformation an deutschen Schulen voranzutreiben.
Die Aufgabenteilung zwischen Bund und Länder sieht vor, dass vor allem der Bund finanzielle Mittel zum Aufbau digitaler Bildungsinfrastrukturen zur Verfügung stellt.
Die Länder hingegen steuern die Entwicklung medienpädagogischer Konzepte durch die Schulen und sind auch weiterhin für die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften (Lehrerbildung, Referendariat, …) zuständig.

Fördergegenstände
Das BMBF und die KMK haben gemeinsam die Gegenstände der Fördermittel definiert. Grundsätzlich werden Investitionen in die schulische Infrastruktur gefördert. Hierzu gehören:

  • der Aufbau der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden (z.B. Serverlösungen),
  • schulisches WLAN, 
  • digitale Lern- und Lehr-Infrastrukturen (E-Learning Plattform, Cloud)
  • Anzeige- und Interaktionsgeräte (interaktive Whiteboards, in manchen Fällen sogar VR-Brillen),
  • digitale Arbeitsgeräte,
  • mobile Endgeräte (max. 20 % aller Fördermittel pro Schulträger),
  • Strukturen für die professionelle Administration und Wartung digitaler Infrastrukturen.

Klassenzimmer mit Beschreibung aller Tools für die Digitale Bildung

(Quelle: Stockfoto) 

Wer kann Mittel beantragen ?

Fördermittel werden beim jeweiligen Land beantragt und nicht beim Bund selbst. Jedes Land gibt für diesen Zweck eine eigene, mit dem Bund abgestimmte Förderrichtlinie heraus, die die Einzelheiten der Förderung festlegt, insbesondere ab wann Anträge gestellt werden können, bei welcher Stelle und mit welchem Inhalt.

Schulen/Schulträger
Die Schulen selbst können keinen Antrag stellen, sondern melden ihren Bedarf an die jeweiligen Schulträger. Diese bündeln die Meldungen ihrer Schulen in einem oder in mehreren Förderanträgen und reichen diese beim Land ein.
Bei öffentlichen Schulen sind das zumeist die Städte und Gemeinden oder die Landkreise. Bei Privatschulen ist der jeweilige Träger in der Regel ein Verein oder eine Religionsgemeinschaft. Welche Träger im Einzelnen antragsberechtigt sind, wird in den Förderrichtlinien der Länder geregelt. Maßgeblich ist das jeweilige Schulrecht der Länder.

Projekte
Nicht nur Schulen, sondern auch landesweite und länderübergreifende Projekte können gefördert werden, denn Artikel 104c des Grundgesetzes zielt darauf, „digitale Bildungsinfrastrukturen“ zu schaffen. Diese enden nicht am Schultor. Infrastrukturen wie beispielsweise Schul-Clouds könnten schulübergreifend genutzt zu werden. Denn übergreifende digitale Bildungsinfrastrukturen helfen die pädagogische Arbeit mit digitalen Werkzeugen für möglichst viele Beteiligte zu vereinfachen und zu verbessern. Damit soll innerhalb und über die eigene Schule hinaus die Kommunikation und Kollaboration an gemeinsamen Vorhaben erleichtert werden. Solche Infrastrukturen und die dafür nötigen Entwicklungen sind daher im DigitalPakt als mögliche Fördervorhaben ebenfalls vorgesehen.

Medienentwicklungsplan
Für die Beantragung von Mitteln aus dem DigitalPakt ist unter anderem die Vorlage eines technisch-pädagogischen Konzepts jeder einzelnen Schule (= Medienentwicklungsplan) notwendig.

Ein Medienentwicklungsplan ist ein Konzept, mit dem Schulen den Einsatz von digitalen Medien in Schulen planen und die dafür erforderlichen Voraussetzungen beschreiben.
Er verbindet das pädagogische Konzept mit dem technischen (Ausstattung, Vernetzung, Wartung) und dem organisatorischen Konzept (Fortbildung und Finanzierung).
Dadurch soll eine nachhaltige und  pädagogisch sinnvolle Mediennutzung in der Schule sichergestellt werden. 

Details für diese Konzepte werden in den Förderrichtlinien der Länder festgelegt.

Außerdem findet Ihr hier noch weitere Informationen zum Inhalt und der Umsetzung des DigitalPaktes.

Post a Comment

You don't have permission to register