Das Referendariat stellt den Großteil der Lehramt-Studierenden vor so einige Herausforderungen: Der gewohnte Alltag an der Universität wird völlig auf den Kopf gestellt, neue Verantwortungen und Pflichten eröffnen sich und auch der gefürchtete Praxisschock in den ersten Unterrichtswochen als selbstständige Lehrkraft bereitet vielen jungen Referendaren Sorgen. Von der Vorbereitung über die Bewältigung und Optimierung des neuen Arbeitsalltags bis hin zum Umgang mit Ängsten und anfänglicher Nervosität – im heutigen Artikel statten wir Dich mit hilfreichen und effektiven Tipps und Tricks für Dein Referendariat aus!

Gute Organisation ist bereits die halbe Miete!

Wie in so vielen anderen Lebensbereichen gilt auch für das Referendariat: Vorbereitung ist das A und O! Doch zumeist sieht die Realität anders aus. Der alltägliche Stress holt Dich ein, ungeplante Probleme beanspruchen Deine wertvolle Zeit und bringen Deine Routine völlig aus der Balance. Wie kannst Du also langfristig Organisation in Deinen Alltag als Referendar:in bringen und optimal vorbereitet den Schritt in diese stressige Karrierephase wagen?

Zunächst ist es essentiell, die alltägliche Arbeit im Vorhinein sorgfältig zu planen. In Hinblick auf die Lehreinheiten kann es enorm hilfreich sein, all die Lehrinhalte, die im kommenden Schuljahr auf Dich und Deine Schulklasse warten, in einzelne Unterrichtseinheiten einzuteilen und schon jetzt zumindest grob zu konzipieren. Natürlich werden die Unterrichtsstunden nie exakt wie geplant ablaufen: Mal benötigt Deine Klasse mehr Zeit, um ein spezifisches Thema vollständig zu durchdringen, mal könnt Ihr den Lehrstoff in Windeseile erarbeiten und überholt sogar den ursprünglichen Zeitplan. Trotz potentieller Änderungen kann eine grobe Vorstrukturierung im Laufe des Schuljahres eine große Erleichterung in Deinem Arbeitsalltag sein. Darüber hinaus gibt sie Dir einen umfassenden Überblick über langfristige Ziele und Erfolge, aber auch Rückstände der Klasse. Setzt Du Dich nun mit Deinem vorbereiteten Jahresplan an die konkrete Unterrichtsplanung für die kommende Woche, wirst Du schnell merken, wie viel effizienter und effektiver sich die Konzeption der Lehrstunden gestaltet. 

Über die konkrete Unterrichtsplanung hinaus, können auch scheinbar kleine Gewohnheiten große Unterschiede in Deinem Alltag als angehende Lehrkraft machen. Mache Dir Deinen Morgen so angenehm und stressfrei wie möglich – sei es über Frühstücksvorbereitungen, eine entspannende Morgenroutine oder eine To-Do-Liste am Abend zuvor. Auch Deine Tasche inklusive Lehrmaterial und Unterlagen kannst Du Dir schon abends bereitlegen. Stelle Dich zudem mental auf potentielle Fragen und Probleme seitens Deiner Schüler:innen in Hinblick auf die bevorstehende Unterrichtsstunde ein. Derartige kleine Kniffe in Deinem Arbeitsalltag können Stress und Unsicherheit langfristig reduzieren, Nervosität und Reizbarkeit vorbeugen und Dich mental für sämtliche Strapazen im Laufe des Tages wappnen.

Eine junge Lehrerin ist umgeben von ihren Schüler:innen und hält ein Tablet zum Erklären in der Hand.

Ebenfalls ist auf lange Sicht die Ansammlung eines grundlegenden digitalen Know Hows enorm hilfreich. Besonders von jungen Referendaren werden heutzutage innovative und neue Lehrmethoden erwartet, sowohl seitens der Kolleg:innen, als auch seitens der Schüler:innen und Eltern. Lasse Dich jedoch nicht von diesen hohen Anforderungen unter Druck setzen. Bleibe Deinem persönlichen Unterrichtsstil treu, nehme konstruktive Kritik offenherzig an und bemühe Dich, so viele digitale Lehrmethoden wie nur möglich einzusetzen. So bringst Du nicht nur Variation und Spannung in den Lernalltag, sondern gibst den Schüler:innen auch die Möglichkeit, mit mehr Interesse und Neugierde am Unterricht teilzunehmen. Auf diesem Weg gestaltest Du den Unterricht für Deine Schulklasse effektiver und erleichterst Dir gleichzeitig Deine Arbeit als Lehrkraft ungemein. 

Informiere Dich für die Gestaltung Deiner Unterrichtsstunden am besten über die technische Ausstattung Deiner Schule: Welche Möglichkeiten bieten Dir die technischen Hilfsmittel der Klassenzimmer überhaupt? Haben die Schüler:innen Zugang zu PCs, Laptops und Tablets? Sind die Klassenzimmer mit Overhead-Projektoren, digitalen Tafeln oder gar Whiteboards ausgestattet?

Bist Du Dir darüber bewusst, welche Optionen für die Umsetzung Deiner Unterrichtseinheiten offenstehen, geht es anschließend an die Weiterbildung. Vielleicht sind Dir ja aus der eigenen Schullaufbahn, aus dem Studium oder auch aus eigenständiger Recherche bereits einige Lehrmethoden zum Einsatz digitaler Medien bekannt. Scheue Dich nicht, einige dieser Ideen einfach mal an Deiner Klasse auszutesten. So optimierst Du im Laufe der Zeit Deine individuelle Lehrmethode, die individuell für Dich und Deine Klasse am besten funktioniert und eine Bandbreite digitaler Medien inkludiert. Trotz bestehender Erfahrungen wirst Du ohne Zweifel davon profitieren, Deinen Horizont durch diverse Videos, Podcasts und weitere Internetrecherche zu erweitern und immer wieder neue Methoden kennenzulernen und auszutesten. Hier auf LehrerNews findest Du bereits eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Einbindung digitaler Medien in den Schulalltag, wie beispielsweise in diesem  und diesem Artikel, die sich beide tiefgründig mit dem Einsatz von Videospielen im Unterricht beschäftigen.

How to: anfängliche Sorgen und Ängste bewältigen

Ein junger Mann mit Hemd und Krawatte ist umgeben von zahlreichen bildungsspezifischen Icons und blickt sorgenbehaftet nach oben.

Sei es allgemeiner Leistungsdruck, hohe Erwartungen an die eigene Arbeit, der Umgang mit Problemklassen, Elterngespräche oder die Konfrontation mit Kritik – das Referendariat bringt so einige Hürden mit sich, die viele junge Studierende in einer solch stressigen Zeit schnell zum Verzweifeln bringen können. 

Zentral zur Bewältigung all dieser Hürden ist die richtige Mentalität: Sei Dir darüber bewusst, dass Du mit Deinen Problemen nicht alleine bist. Sämtliche Referendar:innen und Lehramt- Studierenden müssen sich eines Tages diesem Abschnitt ihrer Karriere als angehende Lehrkraft stellen. Für die meisten ist der Einstieg in den Schulalltag ein Praxisschock. Das gewohnte Universitätsleben wird von heute auf morgen vollkommen auf den Kopf gestellt: ein neuer Alltag, eine neue soziale, wie auch physische Umgebung, eine neue Arbeitsweise. All diese Neuerungen benötigen nun mal Eingewöhnungszeit und können so einige anfängliche Schwierigkeiten mit sich bringen. Damit bist Du nicht alleine. 

Anstatt in Deiner Verzweiflung zu versinken, suche den aktiven Austausch mit anderen Referendar:innen oder Kolleg:innen und nutze diese als Anlaufstelle zur offenen Kommunikation Deiner Probleme. Ein einfaches Gespräch kann Dir nicht nur Wohlbefinden und Entlastung, sondern auch Bestätigung und Sicherheit schenken. 

Jede Lehrkraft hat den Weg durchs Referendariat durchlaufen und konnte mit Sicherheit so einige Erfahrungen sammeln, die sie zumeist auch gerne an ihre jungen Nachkömmlinge weitergibt. Scheue also nicht davor, Dich an erfahrene Kolleg:innen zu wenden und offen über Deine Probleme zu reden. Ehrlichkeit und Austausch werden Dich langfristig weiterbringen, Frustration und Verzweiflung werden Dich lediglich einschränken. Betrachte sowohl Fehler und Hürden, als auch Erfolge als Möglichkeit zur Reflektion, als Chance zum Lernen, und versuche Dich mit Zuversicht an den Tipps und Tricks Deiner Kolleg:innen.

Nervosität ist Dein größter Feind? Here´s how to cope!

Ein junger Mann sitzt verzweifelt am Schreibtisch und bedeckt sein Gesicht mit seiner Hand.

Ob ausgebildete Lehrkraft, Referendar:in, Studierende:r oder Schüler:in, Nervosität in der Vorbereitung auf eine wichtige Präsentation ist für viele eine der größten Herausforderungen, die es im Laufe der schulischen, universitären oder beruflichen Karrierelaufbahn zu meistern gilt. Für junge Referendar:innen spielt dieses Szenario vor allen Dingen in Hinblick auf die ersten Unterrichtsstunden mit einer neuen Schulklasse eine große Rolle. Die Erwartungen und der Leistungsdruck sind hoch, Unsicherheit schleicht sich ein und gleichzeitig wächst der Wunsch, einen positiven Eindruck sowohl bei den Schüler:innen, als auch bei den Eltern und Kolleg:innen zu hinterlassen, stetig weiter. Nervosität vor und während der ersten Unterrichtseinheiten sind dabei beinahe unvermeidbar. Wichtig ist jedoch, individuell einen Weg zu finden, mit solchen Empfindungen umzugehen und die Nervosität zu bestreiten, ohne die Qualität Deines Vortrags oder Deiner gesamten Unterrichtseinheit einzuschränken. In diesem Abschnitt rüsten wir Dich daher mit einigen Ideen und Tipps aus, die Dir vor, wie auch während einer Präsentation im Umgang mit steigender Nervosität helfen können.

Die Präsentation nähert sich: Wie Du schon vor der Präsentation mit steigender Nervosität umgehen kannst!

Um die Nervosität in Annäherung an Deinen bevorstehenden Vortrag in den Griff zu bekommen, ist eine gute Vorbereitung ein zentraler Faktor. Gewinnst Du Sicherheit im Umgang mit diversen Medien und technischen Mitteln, die Du für Deine Unterrichtseinheiten zum Einsatz bringen kannst, trittst Du von Vornherein mit größerem Selbstbewusstsein vor Deine Schulklasse. Ebenfalls entscheidend ist ein gutes Zeitmanagement. Keine Frage, zu Beginn kann es als Referendar:in eine große Herausforderung sein, eine Unterrichtsstunde von 45 Minuten effektiv und realistisch einzuteilen: sich ab und an in der benötigten Zeit zu verschätzen, ist dahingehend vollkommen normal. Wichtig ist hierbei jedoch, aus derartigen Erfahrungen zu lernen. In Hinblick auf beide erwähnte Faktoren heißt es letztlich nur noch: Übung, Übung, Übung! Mit der Zeit wirst Du ein Gefühl dafür entwickeln, welche Menge an Lehrmaterial Du in Abhängigkeit von der Komplexität und dem Umfang des Themas für eine Unterrichtseinheit realistisch anstreben kannst.

Darüber hinaus kann bereits eine positive, mentale Einstellung gegenüber Nervosität einen großen Unterschied machen. Kaum ein:e Vortragende:r hat keinerlei Probleme mit Aufregung – beinahe jede:r kennt das Gefühl vor wichtigen Präsentationen, Prüfungen und anderen Leistungsabfragen – bei manchen stärker, bei manchen schwächer ausgeprägt. Doch dieses Empfinden ist nicht pauschal als negativ zu bewerten. Ein „gesundes“ Ausmaß an Nervosität kann sogar leistungssteigernd wirken! Betrachte Deine Aufregung dementsprechend als positiven Stress, auch wenn es im ersten Moment konterintuitiv wirken mag. 

Zudem kann es hilfreich sein, ein Bewusstsein über das individuelles Stärken-Schwächen-Profil zu entwickeln. Schnell neigen wir dazu, nur unsere Schwächen vor Augen zu haben und unseren gesamten Fokus auf diese negativen Faktoren zu lenken. Kein Wunder, dass unsere Nervosität dabei steigt! Rufe Dir stattdessen auch Deine Stärken ins Gedächtnis und baue Dein Selbstbewusstsein dahingehend langfristig auf. Niemand ist perfekt: wir alle haben unsere Stärken und Schwächen. Lass mithilfe dieser Tipps und einer positiven Einstellung Aufregung nicht zu einem Stein in Deinem Werdegang als Referendar:in sein.

„Hilfe, ich habe ein Blackout!“ – Nervosität während der Präsentation

Eine junge Lehrerin präsentiert ihrer Klasse an der Tafel.

Auch während der Präsentation sind kleine Fauxpas beinahe unvermeidbar, sei es ein kleiner Hänger, ein Versprecher oder gar ein Blackout. Besonders wenn Du trotz den obigen Tipps und Tricks Probleme im Umgang mit Nervosität während Deines Vortrags hast, kannst Du mit den folgenden Methoden kleine Ausrutscher professionell überspielen und schnellstmöglich wieder Souveränität gewinnen.

  1. Denke an eine langsame Sprechatmung. Achte darauf, nicht zu schnell zu reden, um zum einen Ruhe und Ordnung beizubehalten und zum anderen Deinem Publikum ein angenehmes Zuhören zu ermöglichen. Lege gerne regelmäßige Atempausen ein und pausiere kurz beim Wechseln der Folien und Themenblöcken.
  2. Um Nervosität zu reduzieren und Sicherheit zu gewinnen, kannst Du Deinen Blick auf vertraute Personen im Publikum konzentrieren. Versuche Deinen Blick dennoch ab und an durch den Raum wandern zu lassen, um Natürlichkeit beim Vortragen beizubehalten und das restliche Publikum nicht zu vernachlässigen.
  3. Schleicht sich trotz Allem ein Fauxpas in Deinen Vortrag ein, kann es helfen, eine kurze Denkpause einzulegen und Dich nicht unter Druck zu setzen. Wiederhole beispielsweise den letzten inhaltlichen Punkt oder zeige erneut die letzte Folie, um eine neue gedankliche Brücke zum nächsten Thema zu schlagen. Alternativ kannst Du erst einmal Deinen Vortrag wie geplant weiterführen, um den verlorenen Gedanken zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufzugreifen.

Für so einige weitere Tipps rund um Präsentationen, PowerPoint und Co. schau unbedingt in den verlinkten Artikeln vorbei und meistere mit Selbstbewusstsein Deine nächste Präsentation!