„Dieses Schuljahr werde ich bessere Noten schreiben!“ – ein Ziel, mit dem wohl die meisten Schüler:innen im Herbst in das neue Schuljahr starten. Die ersten Klassenarbeiten nähern sich und, das große Ziel noch klar vor Augen, starten alle gewissenhaft und eifrig ihre Vorbereitungen – mehr Lernen ist angesagt! Doch allmählich schwindet die anfängliche Motivation und die Tendenz zur Bequemlichkeit schleicht sich ein. Einmal etwas weniger für einen Test lernen, wird schon keinen derart großen Unterschied machen – oder etwa doch? Aus einer einmaligen Ausnahme wird Gewohnheit und bevor wir uns versehen, neigt sich das Schuljahr bereits dem Ende zu – unsere ursprünglichen Ziele noch immer weit entfernt.

Derartige motivationale Probleme sind in den meisten Fällen nicht auf mangelndes Leistungspotential der Schüler:innen zurückzuführen, sondern haben ihren Ursprung in der Art der Zielsetzung. Sei es der klassische Neujahrsvorsatz, endlich mehr Sport zu treiben, sich mehr Zeit für Freunde und Familie zu nehmen oder im neuen Schuljahr bessere Leistungen zu erbringen – wir alle neigen dazu, nur unser großes Endziel vor Augen zu haben. Oft weckt das Ausmaß der Veränderung anfänglich vollkommene Überforderungen: Wo soll man denn bloß anfangen? Gleichzeitig sind derartige Zielsetzungen häufig viel zu vage, viel zu schwammig und viel zu fern. Kein Wunder, das wir so häufig an unseren Vorsätzen scheitern!

Mit diesem Beitrag möchten wir Dir die richtigen Mittel und Strategien an die Hand geben, um Deine Ziele im neuen Schuljahr auch tatsächlich zu erreichen. Du wirst eine simple Strategie kennenlernen, Deine Vorsätze in kleinere Abschnitte einzuteilen und Deine Motivation dadurch langfristig aufrechtzuerhalten. Wir stellen vor: der SMART-Plan.

Der SMART-Plan: der Schlüssel zum Erfolg!

Ziele effektiv zu formulieren, muss gekonnt sein – sie sollten „smart“ sein! Aber was bedeutet das überhaupt? Der sogenannte SMART-Plan beschreibt eine Strategie, die Dich dazu anregen soll, detaillierter über Deine Ziele nachzudenken. Er fasst als knappe und leicht einzuprägende Abkürzung fünf zentrale Komponenten zusammen, die Dir innerhalb eines jeden Änderungsprozesses, eines jeden Ziels, einer jeden Intention langfristig zum Erfolg verhelfen können. Schauen wir uns die einzelnen Aspekte einmal im Detail an:

Modell des SMART-Plans

Spezifisch: Dein Ziel sollte möglichst spezifisch formuliert sein. Was willst du konkret erreichen? Welche Probleme liegen Deinem Ziel zugrunde? An welchen Stellen sind Veränderungen notwendig? Mithilfe welcher Maßnahmen kannst Du diese umsetzen?

Messbar:  Auf deinem individuellen Weg zum Ziel solltest Du stets dazu in der Lage  sein, auch kleine Fortschritte wahrzunehmen. Diese Komponente der Messbarkeit ermöglicht Dir, Deinen Änderungsprozess zu kontrollieren und auf Effektivität zu prüfen. Sollte Dein Ziel langfristig oder sehr groß angelegt sein, ist es entscheidend, zusätzliche Zwischenziele zu formulieren, um einen Überblick zu bewahren und die Motivation aufrechterhalten zu können.

Angepasst: Damit Deinem Erfolg nichts im Wege steht, sollte Dein Ziel individuell an sämtliche Gegebenheiten angepasst sein. Dein Vorhaben sollte alle äußerlichen Einflüsse, alle Deine Werte und Prioritäten berücksichtigen und stets mit diesen vereinbart werden können.

Realistisch: In Anlehnung daran sollten Deine Ziele realistisch formuliert sein und grundsätzlich im Rahmen der Möglichkeiten stehen. Dies bedeutet nicht, dass Du Dir keinesfalls hohe Ziele stecken solltest. Ganz im Gegenteil – Herausforderungen können Dich langfristig motivieren und Dich dazu antreiben, wirklich Alles zu geben! Dennoch solltest Du realistisch bleiben. Denn greifst Du mit Deinen Erwartungen zu hoch, kann dies demotivierend wirken und Dich davon abhalten, Dein Ziel überhaupt anzupacken – das allbekannte Problem der Prokrastination.

Terminiert: Zu guter Letzt sollte Dein Ziel einen zeitlichen Rahmen besitzen. In diesem Schritt kannst Du also festlegen, bis zu welchem Zeitpunkt Du Dein Vorhaben erreicht haben willst. Achte hierbei darauf, Dir nicht zu viel Zeit bis zum Beginn der tatsächlichen Maßnahmen zu lassen. Gib Dir gleichzeitig aber genügend Zeit, die Veränderungen einzuführen und Dich erstmal an die neuen Strategien zu gewöhnen. Ihre Effektivität zeigt sich häufig erst nach einer Weile – stecke also nicht sofort den Kopf in den Sand! Hab dennoch immer Deine persönliche „Deadline“ vor Augen, denn in Maßen kann zeitlicher Druck auch motivierend und antreibend wirken.

Das Wort "smart" in bunten Großbuchstaben

Ein Praxisbeispiel: endlich bessere Noten im neuen Schuljahr!

Spezifisch

Stellen wir uns vor, Du möchtest Deine Schulnoten im neuen Schuljahr verbessern. Überlege Dir zunächst, was Du konkret erreichen möchtest – vielleicht möchtest Du Deinen gesamten Notenschnitt aufwerten oder lediglich Deine Leistungen in spezifischen Fächern auf Vordermann bringen. Häufig ist eingeschränktes Leistungspotential auf mangelnde Motivation oder Unkenntnis über effektive Lernmethoden zurückzuführen – womöglich hast Du deinen Lerntyp bisher noch nicht herausfinden können. Die Veränderungen, die für bessere Schulnoten nötig sind, wirst Du in diesem Fall wahrscheinlich an Deinem Lernprozess ansetzen müssen. Reflektiere über Erfolge wie auch Misserfolge und identifiziere Deine Stärken und Schwächen: Was könnte Dich am Schulerfolg hindern? Vielleicht kannst Du ja einige neue Lernstrategien austesten und für Dich entdecken! Wie Du selbstreguliertes Lernen mit den richtigen Strategien langfristig optimieren kannst, erfährst du auch in diesem Artikel genauer.

Messbar

Im nächsten Schritt kannst Du Deinem Ziel eine gewisse Messbarkeit verleihen. Bezüglich Deines Endziels kannst Du Dir beispielsweise einen spezifischen Notendurchschnitt im Abschlusszeugnis in den Blick nehmen. Um aber auch im Laufe des Schuljahres Fortschritte zu erkennen, kannst Du ein genaues Augenmerk auf die Ergebnisse der einzelnen Klassenarbeiten legen. Setze Dir zum Ziel, in jeder Klassenarbeit – sei es global oder fachspezifisch – besser als eine bestimmte Note abzuschneiden. Dies ist besonders in Hinblick auf diejenigen Fächer sinnvoll, in denen Du noch genügend Spielraum zur Verbesserung hast. Denn große Verbesserungen in Deinen Schwachstellen werden den größten Einfluss auf Deinen Gesamtschnitt haben! Beispielsweise kannst Du versuchen, Dich in diesen Fächern zu verbessern, während Du Deine restlichen Leistungen erstmal aufrecht erhältst.

Ein Gruppe an Schülern lernt gemeinsam an einem Tisch mit Laptop und Büchern vor sich
Angepasst

Aber Achtung: Verfalle dabei nicht in einen Tunnelblick und habe nur noch Deinen Lernerfolg vor Augen! Du solltest in der Lage sein, Dein Vorhaben mit anderen Prioritäten abseits schulischer Ziele zu vereinbaren. Denn höchstwahrscheinlich liegt Dir neben Deinem Schulerfolg auch noch Deine soziale Vernetzung mit Mitschüler:innen am Herzen. Dein Ziel sollte Dir also keinesfalls im Wege stehen, Dich regelmäßig mit Freund:innen zu verabreden oder weiterhin aktiv in einem Sportverein tätig zu sein. Steckst Du Dir dein Ziel zu hoch und die Maßnahmen schränken Dich beträchtlich in deinen Freizeitaktivitäten ein, wirst Du schnell den Kopf in den Sand stecken und Dein eigentliches Ziel beiseiteschieben. Werde Dir also über Deine Prioritäten bewusst, wäge alle Faktoren ab und versuche eine ausgewogene Balance zu finden. 

Realistisch

In ähnlicher Weise solltest Du darauf achten, dass Deine Ziele in einem realistischen Rahmen bleiben. Stecke Dir hier gerne hohe Ziele, um dich zu motivieren. Achte dennoch darauf, den Bogen nicht zu überspannen und Deine Erwartungen an Dich selbst realistisch zu setzen, um nicht von Vornherein mit Überwältigung ins neue Schuljahr zu starten. Wähle zunächst eine Note, die Du Deines Erachtens mit angemessenem Aufwand und Einsatz der richtigen Lernstrategien erreichen könntest. Meisterst Du dieses Ziel innerhalb der einzelnen Klassenarbeiten wie auch am Ende des Schuljahres, kannst Du Dir für das nächste Jahr immer noch eine erneute Verbesserung vornehmen. Denke also stets langfristig und teile Dir Deinen Weg in kleine, realistische Zwischenziele ein, die Dich fordern, aber Deine Motivation dennoch aufrechterhalten!

Terminiert

Setze Dir letztlich ein zeitliches Limit und teil es, wenn möglich, anschließend in kleinere Teilschritte ein. Im Beispiel: Du setzt Dir zum Ziel, Deinen Notendurchschnitt bis zum Ende des Schuljahres auf einen spezifischen Schnitt zu verbessern. Als Zwischenschritte nimmst Du Dir vor, Deine Leistungen in den Fächern, in denen Du momentan noch Luft nach oben hast, aufzubessern und Dich bis zur nächsten Klassenarbeit sicherer im Umgang mit dem neuen Stoff zu fühlen. Auf diese Weise gibst Du Dir innerhalb des Jahres immer wieder kleine Anregungen, kleine Fristen, die es Dir ermöglichen, Fortschritte zu erkennen und die Dich motiviert am Ball halten. Gleichzeitig gibst Du Dir genügend Zeit, Dich in Deinem Tempo an die neuen Lernstrategien anzunähern, Deinen Lernprozess graduell zu optimieren und die Effektivität der Methoden am eigenen Leib wahrzunehmen.

Ein junges Mädchen zeigt beide Daumen nach oben. Neben ihr ist eine Tafel, auf der "Success" geschrieben steht.

Der Ausblick in eine smart geplante Zukunft!

Mit diesen Schritten startest Du garantiert mit Selbstbewusstsein, Sicherheit und Motivation ins neue Schuljahr und hast alle Mittel, Deine Ziele mit Bravour zu meistern! Aber das ist noch lange nicht Alles: Mit dem SMART-Plan hast Du nun ein Tool, das Du nicht nur auf schulische Ziele, sondern auf sämtliche Pläne und Veränderungen in Deinem Leben anwenden kannst! Scheue nicht davor, Deine Ziele tatsächlich schriftlich auf Papier zu bringen und Dir für jede einzelne Komponente des SMART-Plans – spezifisch, messbar, angepasst, realistisch und terminiert – einige Stichpunkte aufzuschreiben. Und nun ran an die Arbeit!

Wenn Du noch mehr über Lernstrategien innerhalb des selbstregulierten Lernens erfahren möchtest und Deine Lernziele auch zuhause ganz eigenständig meistern möchtest, bist Du in diesem Artikel genau richtig aufgehoben.

Du hast Sorgen rund um den Beginn des neuen Schuljahres in Präsenz? Dann finde in diesem Artikel heraus, wie Du Dir den Übergang zurück in die Normalität des Schulalltags einfacher gestalten kannst und Dir bei Lehrkräften und Eltern Unterstützung suchen kannst!