Im Zuge der Corona-Pandemie mussten in Deutschland die Schulen schließen, da diese als großer Infektionsherd identifiziert wurden. Für Schüler und Lehrer bedeutet das, dass der Unterricht in die heimischen vier Wände verlegt wird. Im Zuge dessen ist analog zum Begriff das Homeoffice auch die Bezeichnung Homeschooling in den Sprachgebrauch gewandert, obwohl es sich eigentlich um Distanzunterricht handelt. Doch welche urheberrechtlichen Vorgaben gelten eigentlich für den Distanzunterricht? Was müssen Lehrkräfte und Schüler:innen dabei beachten? Und wer haftet im Falle einer Urheberrechtsverletzung? Diesen Fragen geht der nachfolgende Artikel auf den Grund und informiert Sie umfassend.

Inwiefern gilt das Urheberrecht beim Distanzunterricht?

Grundsätzlich ist die Verwertung von Werken urheberrechtlich in Deutschland geschützt. Das betrifft vor allem die öffentliche Nutzung. So ist es verboten, Bücher zu kopieren und diese dann weiterzuverkaufen. Im privaten Bereich sind die Bestimmungen durchaus etwas lockerer, was das Urheberrecht angeht. Schulen und andere Bildungseinrichtungen gelten in aller Regel als „nicht-öffentlich“. Das ist auch wichtig, denn sonst dürften viele Quellen nicht genutzt werden.

Lehrkräfte vor demR

Was ist im Distanzunterricht im Urheberrecht zu beachten.

Dennoch gibt es auch im Bildungswesen Regeln aus dem Urheberrecht, die für Lehrer gelten. In § 60a Absatz 1 und 2 Urheberrechtsgesetz (UrhG) heißt es: Dennoch gibt es auch im Bildungswesen Regeln aus dem Urheberrecht, die für Lehrer gelten. In § 60a Absatz 1 und 2 Urheberrechtsgesetz (UrhG) heißt es:

(1) Zur Veranschaulichung des Unterrichts und der Lehre an Bildungseinrichtungen dürfen zu nicht kommerziellen Zwecken bis zu 15 Prozent eines veröffentlichten Werkes vervielfältigt, verbreitet, öffentlich zugänglich gemacht und in sonstiger Weise öffentlich wiedergegeben werden

1. für Lehrende und Teilnehmer der jeweiligen Veranstaltung,

2. für Lehrende und Prüfer an derselben Bildungseinrichtung sowie

3. für Dritte, soweit dies der Präsentation des Unterrichts, von Unterrichts- oder Lernergebnissen an der Bildungseinrichtung dient.

(2) Abbildungen, einzelne Beiträge aus derselben Fachzeitschrift oder wissenschaftlichen Zeitschrift, sonstige Werke geringen Umfangs und vergriffene Werke dürfen abweichend von Absatz 1 vollständig genutzt werden.

Daraus ergeben sich die nachfolgenden Regeln, an welche sich Lehrkräfte halten sollten, um dem Urheberrecht Rechnung zu tragen:• Kleinere Werke sowie Fotos und Pressebeiträge von maximal sechs Seiten dürfen unbegrenzt vervielfältigt werden• Quellen müssen stets angegeben werden• Von einem Druckwerk dürfen maximal 15 Prozent bzw. 20 Seiten pro Jahr und Klasse kopiert werden. (Wenn es sich um ein Werk handelt, welches nach 2005 erschienen ist, ist das Scannen von maximal 15 Prozent gestattet.)

Welche Sanktionen drohen bei Verstößen gegen das Urheberrecht?

Auch bei aller Sorgfalt seitens der Lehrkraft kann es vorkommen, dass diese (unbewusst) eine Urheberrechtsverletzung begeht. Dann drängt sich die Frage auf, wer in einem solchen Fall eigentlich haftbar gemacht werden kann. Ein Urheberrechtsverstoß bei der Ausübung der Tätigkeit als Lehrkraft wird in aller Regel als Amtspflichtverletzung gewertet. Das bedeutet, dass der Lehrer selbst nicht haftet. Die Abmahnung sowie die Aufforderung für einen Schadensersatz richten sich daher gegen das Bundesland, in welchem die Lehrkraft angestellt ist.

Was müssen Schüler bezogen auf das Urheberrecht beim Homeschooling beachten?

Schüler kommen mit dem Urheberrecht eigentlich nur in Berührung, wenn Sie Referate oder anderweitige Präsentationen ausarbeiten (nicht nur im Distanzunterricht). In diesem Fall ist es immer wichtig, die Quelle korrekt anzugeben.

Dies ist ein Beitrag unserer Gastautorin Sibil Örgen von urheberrecht.de.