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Die Probleme von WhatsApp im Onlineunterricht

Screenshot WhatsApp Icon

Quelle: https://www.internetworld.de/img/1/0/7/4/4/8/4/WhatsApp_w960_h801.jpg

„WhatsApp“ ist einer der populärsten Messenger für die Kommunikation im privaten Bereich. Daher könnte man schnell auf den Gedanken kommen, diese fast überall vorhandene Kommunikationsplattform auch für die Organisation im schulischen Bereich zu verwenden.

Probleme mit dem Datenschutz

ABER: Aus datenschutzrechtlicher Sicht wird der Einsatz von „WhatsApp“  für schulische Zwecke, also zur dienstlichen Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schüler, allerdings in vielen Bundesländern  als nicht zulässig angesehen. Ein Grund hierfür ist, dass Messenger-Dienste wie WhatsApp von den Lehrern oftmals genutzt werden, um die Schüler in Kenntnis zu setzen, wenn eine Klassenarbeit nicht stattfindet oder der Unterricht ausfällt.

Wer also die Dienste von WhatsApp nutzen möchte, muss sich zuerst anmelden. Mit der Anmeldung werden alle in Ihrem Mobiltelefon gespeicherten Kontakte, auch Ihre Schüler, an WhatsApp übertragen. Um diese Daten übertragen zu dürfen, benötigst du eine wirksame Einwilligung deiner Kontakte. Diese muss datenschutzrechtlich “freiwillig” erfolgen. Wenn Ihre Schüler beziehungsweise die Eltern einwilligen müssen, um Unterrichtsinhalte zuverlässig über WhatsApp mitgeteilt zu bekommen, ist dies nicht freiwillig. Grund dafür ist, dass von einer gewissen Zwangssituation für die Schülerinnen und Schüler ausgegangen werden kann, da alle Schüler, falls Sie denn Mitteilungen erhalten wollen, WhatsApp brauchen. Somit kann an einer freiwilligen Einwilligung gezweifelt werden.

Wer volljährig ist, stellt dabei kein Problem dar, denn Volljährige können der Nutzung solcher Dienste zustimmen. Ein Großteil der Schüler ist allerdings minderjährig. Vielen Eltern ist es nicht wichtig, auf welchem Weg die Schüler diese Mitteilungen erhalten, es gibt allerdings Eltern, die mit den sozialen Netzwerken und deren Nutzung von Ihren Kindern Probleme haben. Das erzeugt Probleme, denn Kinder – aus datenschutzrechtlicher Sicht Personen, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben – können nicht allein wirksam den Datenschutzbestimmungen eines Messengers zustimmen. Hierzu bedarf es zusätzlich der Einwilligung der Eltern.

Selbst bei Einwilligung nicht sicher

Selbst wenn die Eltern der Nutzung einwilligen, gibt es ein weiteres Problem: Der Übertragung kann unter normalen Umständen gar nicht wirksam eingewilligt werden, da es sich um Daten Dritter handelt, deren Zustimmung ebenfalls benötigt wird. Denn wie oben bereits erwähnt, werden bei der Anmeldung Kontaktdaten Dritter an WhatsApp übertragen.

Quelle: https://www.hwk-aachen.de/fileadmin/user_upload/hwk-aachen/_processed_/csm_hw_fl_datenschutz-grundverordnung_8d341f1796.jpg

Ein weiterer Punkt, der gegen die Verwendung von WhatsApp spricht, liegt an der Verarbeitung personenbezogener Daten. Die Datenverarbeitung ist durch die Datenschutzgrundverordnung – kurz DSGVO – geregelt. 

Da WhatsApp seinen Sitz in Kalifornien in den USA hat, werden Daten deutscher Schüler außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums gespeichert. WhatsApp hat sich allerdings nicht dem Datenschutzabkommen zwischen Europa und den USA unterworfen. Somit ist die Übermittlung der Daten nach den Vorgaben der Datenschutz Grundverordnung unzulässig, da der Schutz der Daten nicht ausreichend gewährleistet werden kann.

Nutzung ist schwierig

Da die Schulen die Verantwortung für die Sicherheit der Daten im Allgemeinen tragen, sollte. WhatsApp – daneben auch iMessage und Facebook –  nicht für unterrichtliche Zwecke und andere schulische Zusammenhänge genutzt werden. Aus diesen erläuterten Gründen ist von der Nutzung der Kommunikationsplattform WhatsApp für schulische Zwecke abzuraten. Der Einsatz von WhatsApp und Facebook ist an Berliner Schulen beispielsweise rechtswidrig. Informationen hierzu findest du hier. In anderen Bundesländer sieht es ähnlich aus. Weitere Informationen rund um das Thema Datenschutz und der Verwendung von sozialen Netzwerken zur Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern findest du hier.

Alternativen

Screenshot WhatsApp Alternative Threema Education

Quelle: https://threema.ch/blog/content/edu_visual-de.png

Eine Alternative wäre beispielsweise Threema Education. Dieser Messenger erfüllt die gesetzlichen Anforderungen bezüglich Datenschutz und bietet neben den Funktionen von WhatsApp zusätzlich auch weitere Funktionen wie beispielsweise eine praktische Umfragefunktion an. Auch Wire ist ein Messenger, der die gesetzlichen Anforderungen bezüglich Datenschutz erfüllt. Wire erfüllt sogar in der kostenlosen Variante alle Vorgaben der Datenschutz Grundverordnung.

Eure Erfahrungen interessieren uns. Welche Plattformen und Messenger benutzt Ihr und was findet Ihr daran gut? Habt Ihr noch Fragen oder Anregungen? Schreibt es uns in die Kommentare oder schickt uns eine Email an redaktion@lehrer-news.de.

 

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