Der Digitalpakt soll mit Hilfe von Fördergeldern die Digitalisierung der Schulen in Deutschland vorantreiben. Hierfür sind 6,5 Milliarden Euro vorgesehen, wovon bis jetzt nur 2,4 Milliarden Euro ausgegeben wurden. Im Hinblick auf die Pandemie und den Hybridunterricht, sowie die gewünschte Digitalisierung deutscher Schulen, bietet der Digitalpakt eine gute Grundlage. Trotzdem kommt die Digitalisierung nur langsam voran. Was der Grund für die schleppende Digitalisierung der Schulen in Deutschland ist, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Woraus besteht der Digitalpakt?

Der Digitalpakt besteht aus drei Bereichen. Erstens: die technische Ausstattung, wie beispielsweise das WLAN und die Endgeräte. Zweitens: Die digitale Bildungsumgebung für die Zusammenarbeit, sowie die Kommunikation und die pädagogische Arbeit. Und drittens: die Qualifikation von Lehrpersonen im Bereich der digitalen Medien und des Online-Unterrichts. 

Es wurden bereits 495 Millionen von den 500 Millionen im Rahmen des Sofortausstattungsprogramms, für die Beschaffung von Endgeräten ausgegeben. Die Administratoren, welche sich um die digitale Technik an Schulen kümmern, sollen mit weiteren 500 Millionen Euro gefördert werden. Wobei hierfür bis jetzt nur 11 Millionen ausgegeben wurden. 

Die Bildungspolitiker:innen wollen den Prozess weiter vorantreiben:

Die Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger äußerte sich hierzu: „Auch wenn der Digitalpakt Fahrt aufnimmt, bleiben die Zahlen hinter unseren Erwartungen zurück. Eine weitere Beschleunigung ist dringend nötig. Gemeinsam mit den Ländern will ich daher Hürden abbauen.“ Auch die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien behauptet, trotz des großen Fortschrittes, sei weiterhin noch viel zu tun. 

Die digitale Infrastruktur muss weiter ausgebaut werden.

Wie müssen die Gelder eingesetzt werden?

Laut einer Umfrage von Telekom, bei der über 1500 Lehrkräfte weiterführender Schulen befragt wurden, sei die IT-Ausstattung weiterhin noch ausbaufähig. Vor allem der Ausbau des Internetzugangs für deutsche Schulen sei verbesserungsbedürftig. Er würde nicht mit den sich ständig weiterentwickelnden schulischen Notwendigkeiten und pädagogischen Möglichkeiten mithalten. Außerdem sei die Fortbildung von Lehrkräften im Bereich der Digitalisierung von einem Bundesland zum Anderen sehr unterschiedlich. Die Bildungschancen der Schüler:innen würden trotz der übergreifenden Maßnahmen immer noch sehr stark vom Wohnort und dem Internetzugang vor Ort zusammenhängen. Somit droht auf Grund der Differenzen zwischen den Schulen und zwischen den unterschiedlichen Bundesländern in Bezug auf die digitalen Medien und die Online-Infrastruktur die Chancengleichheit bei der Bildung endgültig nur noch eine Illusion zu werden. 

Den Ergebnissen der Telekom-Umfrage zur Folge, fordern die Lehrkräfte, dass die Gelder des Digitalpakts an den richtigen Stellen eingesetzt werden. Die Administratoren müssen weiter gefördert werden, um technische Probleme an den Schulen vermeiden zu können. Außerdem werden die Lehrkräfte somit auf schnellsten Weg unterstützt und entlastet. Hier erfahrt ihr mehr dazu. Um die Chancengleichheit bei der Bildung herzustellen muss der Ausbau der digitalen Infrastruktur stärker priorisiert werden. Schulen brauchen einen stabilen Internetzugang, damit die angeschafften Endgeräte ihren Zweck erfüllen können und der digitale Unterricht weiter vorangetrieben wird.

Was denkt ihr? Wie könnten die Gelder des Digitalpakts schneller in die Digitalisierung der Schulen einfließen? Wohin muss eurer Meinung nach noch das Geld investiert werden, damit das deutsche Schulsystem digitaler wird? Weitere Artikel zu dem Thema findet ihr hier und hier.