Spätestens seit dem Home-Schooling ist die Notwendigkeit einer verbesserten Digitalisierung in staatlichen Bildungseinrichtungen offensichtlich. Der sogenannter “DigitalPakt Schule” soll beim digitalen Wandel helfen. Doch wie sieht die Bilanz 2021 aus? Konnte das Versprochene umgesetzt werden?

“DigitalPakt Schule” – was ist das?

Der DigitalPakt soll dafür sorgen, dass Lehrkräfte in ganz Deutschland digitale Kompetenzen erwerben sowie eine optimale digitale Infrastruktur ausgebaut wird. Außerdem soll die technische Ausstattung der Schulen optimiert werden, sodass zeitgemäßes Lernen gewährleistet werden kann. Der Fokus soll insbesondere auf der Aus- und Weiterbildung von Lehrer:innen liegen.

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie wurden drei weitere Zusatzvereinbarungen dem Pakt zugesetzt. Diese betreffen die Verbesserung der IT-Administration, sowie die Leihgabe von mobilen Endgeräten an Lehrkräfte und Schüler:innen. 

Zu sehen ist ein Lptop, auf dem zwei Hände tippen.

Bisherige Ausgaben

Insgesamt sollen rund 5 Milliarden Euro in das Projekt fließen. Dieses Geld soll prozentual unter den Ländern aufgeteilt werden. Obwohl vielfach beworben und hoffnungsvoll erwartet, fällt die Zwischenbilanz im November 2021 ernüchternd aus. Lediglich 189 Millionen Euro wurden bis Juni 2021 umgesetzt. Von den Bundesländern haben Bayern und das Saarland bisher am wenigsten erhalten, Spitzenreiter sind Berlin, Hamburg, Sachsen sowie Sachsen-Anhalt. Doch auch in diesen Bundesländern ist noch deutlich Luft nach oben. 

In Anbetracht dieses Ergebnisses stellt sich die Frage, wieso der DigitalPakt ausgebremst wird. Sind die Hürden tatsächlich so hoch?Problematisch ist hierbei insbesondere der Umstand, dass die finanzielle Unterstützung nicht direkt vom Bund zu den Schulen fließt, sondern über die einzelnen Länder verteilt wird. Dies impliziert, dass zunächst die Schulträger mithilfe eines Verteilungsschlüssels bestimmen, wer das Geld erhält.

Fest steht, dass die träge Verteilung keinesfalls an den Lehrkräften liegt. Wie bereits in einem Artikel beschrieben, lechzen viele Lehrer:innen danach, eine bessere technische Ausstattung zu erhalten und Schulungen im Bereich des Distanzunterrichts und dementsprechend auch in dem der Digitallehre zu besuchen.

Zu sehen ist ein leerer Schulklassenraum. Viele Tische und Stühle stehen vor einer Tafel.

Hoffnungsschimmer Berlin

Einen Grund, weshalb man  auf eine verbesserte und vor allem schnellere Verteilung der Finanzen hoffen kann, liefert die Stadt Berlin. Aktuell sind rund zwei Drittel des Etats über 257 Millionen Euro verplant. Laut der Bildungsverwaltung wird das Geld insbesondere für den Ausbau des Wlan-Netzwerks, für pädagogische Schulserver und für eine optimierte, digitale Vernetzung genutzt. Auch weitere Städte ziehen nach. Beispielsweise hat Münster rund 830.000 Euro beantragt, die die Verwaltung vor allem in die Schulung der Lehrkräfte investieren möchten.

Insgesamt ist trotz der bisher eher enttäuschenden Bilanz ein positiver Wandel bei einigen der Bundesländer zu erkennen. Gerade im Vergleich zu unserer Berichterstattung im Juni sind einige Unterschiede zu erkennen, die auf eine Optimierung der digitalen Ausstattung der Schulen hoffen lassen.

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