Mit Flipaclip können Lehrende und Lernende eigene Animationen am Tablet oder Smartphone erstellen. Die Hürden sind gering, der Spaß groß. Drei Fragen an Lehrerin Sarah Busse.

Was ist der pädagogische Vorteil und Nutzen von Flipaclip?

Die App Flipaclip ist super geeignet, um komplexe Vorgänge in Animationen zu visualisieren. So können die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen anwendungsorientiert aufdröseln und dabei selbstwirksam entdecken, wie diese komplexen Vorgänge wirklich funktionieren. Sie erstellen so beispielsweise Lernvideos für das eigene Lernen – können diese aber auch der ganzen Lerngruppe zur Verfügung stellen.

Welche technischen Voraussetzungen brauchen Lehrkräfte und Lernende?

Für Flipaclip brauchen Schülerinnen und Schüler oder Lehrkräfte – je nachdem, wer das nutzen möchte – ein Tablet, mit dem man zeichnen kann. Dazu braucht man nicht unbedingt einen Tablet-Stift, empfehlen kann ich es aber. Die Schülerinnen und Schüler können die App einfach für sich nutzen, aber auch die Lehrkraft kann selbst Animationen erstellen und den Schülern zur Verfügung stellen. Ansonsten braucht man keine großen technischen Fähigkeiten – einfach ausprobieren! Meine Schülerinnen und Schüler haben das innerhalb von fünf Minuten schon direkt verstanden und erste Animation erstellt ohne, dass ich sie irgendwie angeleitet habe. 

Lässt sich Flipaclip auch in Präsenz einsetzen?

Flipaclip kann man auch im Präsenzunterricht einsetzen. Allerdings benötigt das natürlich einiges an Zeit, weshalb ich empfehlen würde, dass die App vielleicht nicht jede Stunde oder in jeder alltäglichen Stunde eingesetzt wird. Aber im Rahmen der Projektarbeit könnte das Endergebnis einer Projektarbeitsphase sein. Da kann ich mir das sehr gut vorstellen. Oder die Lehrkraft bereitet einfach eine Animation vor – es macht auch Spaß, das auszuprobieren – und kann sie den Schülerinnen und Schülern so zur Verfügung stellen. Aber auch in Präsenz können die Schülerinnen Schüler mit Flipaclip anwendungsorientiert arbeiten.  

Pro Tipp 

Mein Pro-Tipp für Flipaclip ist, Hintergründe einzufügen. So kann man zum Beispiel ein Bild von einem Vulkan einfügen und dann Lava beziehungsweise Magma einzeichnen – das spart nämlich Zeit. Wenn man dann die „frames per second” einstellt, muss man vielleicht nicht zwölf Bilder pro Sekunde zeichnen, sondern vielleicht reichen dann auch nur zehn. Es ist auch gut, die Animation zu beschriften oder eine Audio zu verwenden und das ganze so zu vertonen.

Kritik

An Flipaclip finde ich ein bisschen kritisch, dass die kostenlose Version Werbung enthält. Das ist meistens so, aber es ist nervig und manchmal taucht die Werbung zu ungünstigen Zeitpunkt auf – wenn man gerade mittendrin ist, muss man erstmal warten. Wenn man das Video dann exportiert, ist unten so ein kleines Wasserzeichen, wo Flipaclip steht. Das ist es jetzt nicht weiter störend, aber könnte schon ein bisschen irritieren. Natürlich ist die App ein bisschen zeitaufwendig, aber durch das Kopieren von einzelnen Bildern bekommt man es gut in den Griff.

Sarah Busse ist Lehrerin an der KGS Leeste in Weyhe. Sie unterrichtet Französisch sowie Werte und Normen.

Flipaclip gibt es für Android und iOS. Die App benötigt keine Anmeldung. Für 5 Euro lassen sich die Premiumfunktionen (auf Android) freischalten.

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