Alexandra von Erffa ist Lehrerin an einer Grund und Regionalschule in Mecklenburg-Vorpommern. Lehrer News hat sie zu dem Unterrichtsbeginn nach den Sommerferien und in der Coronazeit befragt.

Interview:

Lehrer News: Alexandra, danke, dass du an unserem Interview teilnimmst. Du bist Lehrerin hier bei Wismar in Mecklenburg-Vorpommern.

Alexandra von Erffa: Gerne! Ich unterrichte an der Regionalen Schule mit Grundschule Proseken.

Lehrer News: Was unterrichtest Du?

Alexandra von Erffa: Ich unterrichte in diesem Schuljahr nur Musik und Religion. Ich habe eine sechste Klasse. Ansonsten unterrichte ich in diesem Schuljahr die Klassen zwei bis zehn.

Lehrer News: Unterrichtest Du sonst auch andere Fächer?

Alexandra von Erffa: Ja, wenn ich in der Grundschule eingesetzt bin, unterrichte ich auch Deutsch und Sachkunde, je nach dem was gerade gebraucht wird.

Lehrer News: Im letzten Schuljahr kamen die Schulschließungen durch Corona ja sehr plötzlich. Wie lief das bei Euch ab?

Grund und Regionalschule Proseken

Regionale Schule mit Grundschule Proseken

Alexandra von Erffa: Ich fand es sehr unbefriedigend. Es war auch eine sehr stressige Zeit. Wir hatten am Sonnabend dem 14. März sogar noch einen Tag der offenen Tür geplant . Dann plötzlich hieß es  am Freitag , dass es den Lock Down gibt. Wir haben uns ungefähr zehn Tage später danach zu einer Dienstberatung getroffen, in der wir erst einmal aufgefordert worden sind aus den Klassen, die wir betreuen alle E-Mail-Adressen zusammen zu suchen. Die gab es nicht zentral im Sekretariat. Und dann hat jeder für sich versucht, die Schüler mit Aufgaben zu versorgen. Das hat nur so mittelmäßig gut geklappt.

Wir haben uns dann mit den Fachlehrern kurzgeschlossen. Da war es ganz gut, dass unser Schulleiter drei Monate vorher darauf bestanden hatte, dass alle Kollegen E-Mail-Adressen haben. Und dadurch hatten wir kurze Wege zu den Anderen.
Die Fachlehrer haben dann für ihr jeweiliges Fach die Aufgaben zusammengestellt. Im Anschluss hat der Klassenlehrer sie verschickt.

Aller Anfang ist schwer

Das war der Anfang.
Ich habe natürlich den Vergleich, wie es in unserer Schule gelaufen ist, zu dem wie es an der Schule unserer Kinder gelaufen ist. Ich fand es bei uns sehr schlecht im Laufe der Zeit. Daher habe ich auch meinem Unmut immer wieder Luft gemacht.
Bei uns haben sehr wenig Dienstberatungen stattgefunden. Die hätte man trotz Coronazeiten durchführen können. Es gab auch leider überhaupt keine Personalgespräche von der Schulleitung. So konnten wir nicht einfach mal konkret sagen, was uns stört oder besprechen wie es weitergehet.

Ich hatte aber viel Kontakt zu meiner eigenen Klasse. Ich hab versucht, auf unterschiedlichem Wege die Kinder zu erreichen. Das ging natürlich einmal über E-Mails. Dann habe ich Telefonkonferenzen geführt und ich habe Karten geschrieben. Ich habe auch ein Padlet erstellt. So war der Kontakt da. 

Ein Kollegen, der über Zoom eine Videokonferenz versucht hatte, wurde von einem Elternteil angesprochen, dass das datenschutzrechtlich gar nicht erlaubt sei.
Ich bedaure sehr, dass in dieser Zeit die Lehrer  ziemlich alleine gelassen worden sind mit dem, was man darf und was man nicht darf. (Was alles im Unterricht erlaubt ist, hat Euch ein Anwalt hier zusammengefasst. Anm. d Red.)

Ich habe von einer anderen Schulleiterin vor paar Tagen gehört, dass eine Lehrerin sogar eine Anzeige bekommen hat, weil sie  auch eine Videokonferenz geschaltet hat.
Ich hatte vorher schon gemerkt, dass das schwierig ist, weil wir im privaten Kreis mal eine Videokonferenz hatten und das Internet das hier gar nicht hergibt.

Das war eine schwere Zeit. Es ist auch eine sehr anstrenge Zeit gewesen, weil die Schule dann wieder langsam geöffnet hatte. Die Kollegen, die nicht zur Risikogruppe gehörten, nicht schwanger sind oder nimanden aus einer Risiko Gruppe zu Hause hatten waren viel in der Schule.

Lehrer News: Seit den Sommerferien?

„Ich hab viel Notbetreuung gemacht und auch sofort wieder Präsenzunterricht.“

Alexandra von Erffa: Nein, Das war ab April oder Mai. Ich hab viel Notbetreuung gemacht und auch sofort wieder Präsenzunterricht. Was schön, aber trotzdem befremdlich war. Ich habe auch unheimlich viele Prüfungen gehabt. Ich habe 13 Musik Prüfungen durchgeführt, weil eine Kollegin ausgefallen ist, die im Kunstbereich sonst die Prüfungen abgenommen hätte. Und alle Schüler, die sich in ihrem Bereich prüfen lassen wollten, gingen dann eben in den Musikunterricht dafür. Ich habe wirklich sehr viel zu tun gehabt.

Lehrer News: Hattet Ihr also nicht so viel Distanzunterricht bis zu den Sommerferien?

Schulklasse

Es hat auch vor den Sommerferien Präsenzunterricht gegeben (Bild: Arthur Krijgsman von Pexels)

,Alexandra von Erffa: Für das Fach Musik haben wir keinen Distanzunterricht gehabt. Das hab ich vor Ort gegeben. Aber trotzdem sind andere Fächer natürlich über Distanzunterricht gelaufen, weil die Schüler ja nur einmal in der Woche in der Schule waren.
Und das war ein großes Problem. Durch Corona sind die Schüler in einen ganz merkwürdigen aber nachvollziehbaren Rhythmus gekommen. Jetzt mussten sie nicht mehr gezwungenermaßen morgens früh Busse bekommen, sondern sie konnten länger schlafen. Dadurch hat sich bei vielen Schülern der Rhythmus verschoben. Und wenn dann wieder Präsenztag war, waren sie vollkommen aus ihrem Rhythmus raus.
Ich habe sogar eine Erstklässlerin gehabt, die mir am Tisch eingeschlafen ist.

Die Bedürfnisse der Beteiligten wurden ignoriert.

Das war sehr unbefriedigend. Ich fand, dass in unserer Schule das Interesse für das Befinden der Schüler, der Eltern und insbesondere der Lehrer kaum vorhanden war.
Das hat sich bei uns so weit gesteigert, dass es einen offenen Brief gab, in dem angesprochen worden ist, dass sich die Schulleitung im Prinzip überhaupt nicht um Schüler oder Eltern gekümmert hat.

Lehrer News: Das Schuljahr dauert jetzt ja schon ein bisschen und es soll ja wieder Regelunterricht stattfinden. An welche Maßnahmen müssen sich bei Euch alle halten?

Alexandra von Erffa: Maskenpflicht auf den Fluren, im Wartebereich vor der Schule und in den Bussen sowieso. Dann haben wir einen aufgeteilten Schulhof. Der ist in vier Carrés geteilt.
Wir haben versetzte Unterrichtszeiten, weil wir die Klassen als definierte Gruppen bilden mussten. Die Grundschule ist eine Gruppe, die Klassen fünf und sechs eine zweite, sieben und acht die dritte und neun und zehn die vierte Gruppe.
Und diese Gruppen sollen sich möglichst nicht begegnen. Das funktioniert natürlich auch nicht.

Lehrer News: Wie viele Klos habt Ihr? Dort läuft man sich ja besonders häufig über den Weg?

Schulkolos als Engpass

Auf den Schulklos läuft man besondere Gefahr sich zu begegnen (Bild: Markus Spiske von Pexels )

Alexandra von Erffa: Gute Frage! Wir haben sechs Jungs- und sechs Mädchenklos für die Schüler.

Lehrer News: Dort dürfen sie sich auch nicht begegnen, oder?

Alexandra von Erffa: Nein, aber das ist eine Farce. Wir haben natürlich die Regeln, dass sie sich nach der Pause und wenn sie in den Fachraum kommen die Hände waschen. Daraus wird dann natürlich die Schlange im Klassenraum von 25 Schülern, die sich alle die Hände waschen wollen. Dabei verliert man ja auch unheimlich viel Zeit von einer Unterrichtsstunde. Daher verteilen sich die Schüler natürlich auch auf die Toiletten. Es hieß natürlich auch irgendwann mal, dass immer nur einer da sein darf.
Mag sein, dass es in anderen Schulen strenger gehandhabt wird. Wir machen das mit mit Mundschutz. Richtig konsequent, muss ich zugeben, funktioniert es ohnehin nicht.

Lehrer News: Die Vorgaben werden also nicht eingehalten, bzw. sie sind nicht sehr sinnvoll?

Alexandra von Erffa: Die versetzten Unterrichtszeiten bringen ja auch Probleme. Das muss unheimlich gut durchdacht sein, auch mit den Aufsichten. Das ist sehr, sehr schwierig und von der Logistik her eine große Herausforderung.
Dann sitzen die Schüler im Bus aber wieder alle zusammen und die Busse sind übervoll. Der Landeselternrat will sich jetzt hier um zusätzliche Busse bemühen. Ob das klappt, werden wir sehen. Diese Trennung, die man in der Schule versucht ist im Bus aufgehoben.

Eltern machen mit

Lehrer News: Versuchen die Eltern mitzuziehen oder schießen die quer?

Alexandra von Erffa: Nein, das kann ich jetzt nicht sagen. Wir haben die ganze Corona Zeit evaluiert. Die Eltern haben auch Rückmeldungen gegeben. Wie das ausgewertet wird, weiß ich nicht genau. Das war übrigens eine Forderung, die wir schon sehr früh gestellt haben. Ich  finde es eigentlich besonders erschütternd, dass man sich gerade in dieser Zeit, in der man sich hätte so viel mehr austauschen müssen, nicht nur in der Schule, sondern auch mit der Gemeinde, mit der Kirchgenmeinde, mit lauter Gruppierungen, kaum ausgetauscht hat. Diese Organisationen wissen ja alle: wo gibt es Probleme? Man hat auch immer die Sorge gehabt in der Corona Zeit, in der die Familien teilweise auf engem Raum eingesperrt waren. Was passierte mit den Kindern?
Und dieser Austausch hat  in unserer Schule nur sehr unbefriedigend, eigentlich gar nicht, stattgefunden.
Das war nicht gut.

Lehrer News: Hattest Du das Gefühl, dass die Politik, einigermaßen auf die Bedürfnisse der Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern eingeht oder es wenigstens versucht?

„Die Politik ist immer zu spät.“

Alexandra von Erffa: Die Politik ist immer zu spät.
Die hinken immer hinterher.
Die Eltern sind in der Coronazeit über Gebühr in die Pflicht genommen und strapaziert worden. 
Ich hätte es sinnvoll gefunden, wenn man am letzten Präsenztag der Schüler eine Lernstandserhebung geschrieben hätte. Diese Lernstandserhebung kam jetzt in den ersten Schulwoche. Sie vorher zu schreiben wäre sinnvoll gewesen, weil die Politik auch Mittel zur Verfügung gestellt hat, damit Nachhilfeunterricht in den Sommerferien genommen werden kann. Das ist ja ein guter Ansatz und eine gute Idee. Man merkt dadurch, dass die Politik begriffen hat, dass Unterrichtsstoff versäumt worden ist und dass man den Schülern wenig vermitteln konnte. Demnach hätte es Sinn gemacht diese Lernstandserhebungen vor den Sommerferien durchzuführen. Dann hätte man die als Lehrer schnell durchgesehen. Schlussendlich hätte man den Eltern transparent sagen können: Das, das und das fehlt und das muss aufgeholt werden.
Dann hätten die Eltern eine Chance gehabt, den versäumten Stoff nachholen zu lassen.

Zu stark belastete Eltern

Die Politik ist auch bei uns mit diesem Mund – Nasenschutz zu spät gewesen. So etwas kommt dann, wenn das Schuljahr schon wieder begonnen hat. Die Gemüter erhitzen sich dann in jeder Schule einzeln und man fragt sich: Wie machen wir es? Zusätzlich haben  Eltern in einigen Schulen tatsächlich Stimmung dagegen gemacht. Die haben gesagt so etwas kommt gar nicht in Frage. Das tragen wir nicht mit.

Ich finde nicht, dass die Politik sich besonders gut um die Lehrkräfte bemüht hat. Auch jetzt sind immer noch Fragen offen. Es sind neue Regelungen getroffen worden. Wir sind in der fünften Unterrichtswoche und es gibt auf bestimmte Fragen immernoch keine Antworten. Das betrifft zum Beispiel die Prüfungsordnung für die Klasse zehn. Da sollen wie üblich Jahresarbeiten geschrieben werden. Aber neu ist jetzt: Wenn ein Schüler diese Jahresarbeit nicht anfertigt, dann bleibt es ohne Folgen.
Dagegen hat sich Protest geregt.
Das Schulamt hat davor gewarnt, dass es neue Änderungen geben wird. Jetzt, in der fünften Woche, wenn die Schüler langsam anfangen wollen und ihre Themen finden wollen, gibt es immer noch keine klaren Auskünfte.
Es ist ganz viel Unruhe einfach.

Lehrer News: Noch zu Corona: Hast du das Gefühl, dass du als Lehrerin einem besonders Ansteckungsrisiko ausgesetzt bist?

Alexandra von Erffa ohne Angst

Alexandra von Erffa hat keine Angst sich anzustecken. (Bild: CDC von Pexels )

Alexandra von Erffa: Ich bin da nicht ängstlich.

Lehrer News: Ich würde Dir gerne noch ein zwei Fragen zur Digitalität im Unterricht stellen. Zunächst: Bindet Deine Schule digitale Medien im Unterricht ein?

Alexandra von Erffa: Also, ich habe das Glück, dass ich in meinem Raum seit ungefähr einem Jahr einen Beamer an der Decke habe. Ich habe einen Laptop. Ich habe eine Leinwand.

Eine Seltenheit: Es gibt Dienstrechner

Lehrer News: Ihr habt Dienstrechner?
Alexandra von Erffa: Ja, und ich habe sogar zwei. Denn wir haben nach den Sommerferien jetzt alle Rechner bekommen. Wir haben jetzt nämlich auf ein digitales Notensystem umgestellt.
Das heißt, ich kann hier draußen im Garten sitzen und die Zensuren der Schüler in den Laptop schreiben. Das finde ich sehr gut. Das hat die Schule unserer Kinder schon seit langem.
Das ist jetzt vorangetrieben worden, zum Glück.
Und wir haben jetzt auch eine digitale Plattform. Das ist Itslearning. Das ist im Prinzip ein bisschen so eine Management Plattform, die für die Schüler ist, in der wir jetzt schon eine Einführung gehabt haben. Gestern gab es ein zweites Webinar. Das werden wir sicherlich im Rahmen der Dienst unseres Kollegiums auch nochmal haben. Das kam direkt vom Ministerium.
Unsere stellvertretende Schulleiterin, die wir seit diesem Sommer in unserer Schule haben hat bis zum letzten Jahr im Kultusministerium gearbeitet. Sie war an der Einführung von Itslearning beteiligt. Deswegen kennt sie dieses System ganz gut.

„Wir haben alle gemerkt, dass es vor allen Dingen um dieses visuelle in dieser Coronazeit geht, dass man sich irgendwie sehen kann.“

Aber was ich bedaure, ist, dass es an den Schulen lauter verschiedene Systeme gibt. Die Schule unserer Kinder nutzt zum Beispiel Iserv.
Wir haben alle gemerkt, dass es vor allen Dingen um dieses visuelle in dieser Coronazeit geht, dass man sich irgendwie sehen kann.
Und das ist das Problem nach wie vor, auch wenn wir jetzt diese digitalen Plattformen haben. Es ist nicht möglich, Stand heute, dass wir im Klassenraum eine Kamera haben und vielleicht mit Kindern, die diese digitale Endgeräte gar nicht haben, Unterricht machen. Teilweise besitzen die Familien keine Computer. Es gibt ja auch Familien, die nur Dienstcomputer haben, auf die die Kinder einfach keinen Zugriff haben dürfen. Sollten die Schulen nochmal schließen müssen, fände ich es gut, wenn Kinder, die nicht auf Distanz unterrichtet werden können, im Klassenraum sind. Zu den anderen Kindern wird eine Übertragung aufgebaut. Das Ganze muss natürlich datenschutzrechtlich so sein, dass ein Lehrer dadurch keine Schwierigkeiten hat.

Die Politik lässt die Lehrkräfte im Stich

Da hat uns die Politik auch im Stich gelassen und uns nicht einfach gesagt: So und so müsst ihr es machen. Man kann ja nur auf das vertrauen, was einem an die Hand gegeben wird.
Außerdem sehe ich einfach, dass es nötig ist, dass die Stundentafel eingehalten wird. Das gilt insbesondere für die Kinder und für ihre Tagesstruktur. 

Lehrer News: Selbst wenn der Unterricht normal weitergeht sind digitale Medien ja immer wichtiger. Welche Medien nutzt Ihr, und werdet Ihr darauf geschult?

Alexandra von Erffa: Wir sind in der Vorbereitung. Wir mussten uns für all unsere Fächer überlegen, welche digitalen Medien wir gerne nutzen würden.
Ich fände es zum Beispiel wunderbar, wenn es Tabletkoffer gäbe, die man dann auch mal in der Klasse einsetzt. Für Musik gibt es ja wunderbare Programme, mit denen man einfach lernt Noten zu schreiben und zu setzen. Solche Sachen kann man nutzen. Und so hat jedes Fach auch für sich Ideen entwickelt. Aber wir brauchen dafür Weiterbildung. Ich kann noch vieles überhaupt nicht.
Ich bedaure, dass wir sehr lange Sommerferien, abzüglich einer Woche Vorbereitungszeit in der letzten Woche, haben. Diese Woche ist von morgens bis abends viel intensiver als in die normale Schulzeit. Es sind durchgängig Weiterbildungen. Ich finde, dass man das gar nicht so schnell alles verarbeiten kann. Es wäre doch eigentlich klüger, dass man gerade die digitalen Weiterbildung eher an den Anfang der Sommerferien legt, damit man Zeit hat, das auszuprobieren.

 Wegen vieler Änderungen, wegen sehr viel Organisation, wegen sehr vieler Diensteberatungen und Weiterbildungen war die erste Schulzeit sehr anstrengend. Man kommt gar nicht dazu, das abzuarbeiten, weil das eben alles auch neu ist. Man braucht auch einfach die Zeit, um das zu Hause auszuprobieren. Es ist zu viel das alles im normalen Alltag zu verinnerlichen.

 Lehrer News: Dürften Schüler und Schülerinnen ihre eigenen Geräte im Unterricht benutzen?

„Nach wie vor werden die Prüfung und die Klassenarbeiten per Hand geschrieben“

Alexandra von Erffa:  Soweit sind wir tatsächlich nicht. Wir haben WLAN bis jetzt auch nur in ausgesuchten Räumen haben. Ich bin noch per Kabel im Internet. Außerdem müsste man, wenn man die eigenen Geräte so aktiv in den Unterricht einbinden wollte , darauf vertrauen, dass alle ähnliche Geräte oder die geiche Software haben. Das ginge, wenn man solche Tablet Koffer hätte. Solche Sets gibt es jedenfalls in der Schule von unseren Kindern. Die haben 30 Tablets.
Ich finde das gut. Ich bin trotzdem der Meinung, dass diese Tablets nicht zu sehr in vorderster Reihe stehen sollten. Nach wie vor werden die Prüfung und die Klassenarbeiten per Hand geschrieben. Und gerade dieser Prozess des Handschriftlichen darf man nicht außer Acht lassen. Er muss unbedingt weiter gepflegt werden. Insofern denke ich auch, sollte man sich gut überlegen, in welcher Form man Tablets in den Unterricht einbringt.

In jedem Fall ist es sinnvoll, dass die Kinder auch lernen, z.B. Videos zu schneiden und andere Vorzüge der Tablets zu nutzen, die ich gar nicht alle kenne, weil ich mich da einfach selber nicht genug auskenne. Ich brauche da eben Weiterbildungen.

Lehrer News: Wie sieht das mit Geldern aus dem Digitalpakt aus? In Mecklenburg-Vorpommern wurde ja nur sehr wenig daraus abgerufen.

 

Alexandra vonE

Regionale Schule mit Grundschule Proseken aus einer andweren Perspektive

Alexandra von Erffa: Ich habe nur in den Nachrichten verfolgt, das sehr wenig abgerufen worden ist. Da ist die Bürokratie auch sehr hoch. Unsere Computer, die es unser Schulleiter für uns geordert hat, hatten ein Volumen von ungefähr 22000 Euro. Die hat die Gemeinde jetzt erstmal bezahlt. Und für den nächsten Topf sollten die Schüler und die Eltern mitteilen, ob sie genügend Endgeräte zuhause haben. Berücksichtigt werden aber wohl nur Kinder, die auch eine Berechtigung zu dem Bildungs und Teilhabepaket haben.

Lehrer News: Liebe Alexandra, vielen Dank für dieses spannende Interview!

Wie geht es Euch?

Wie habt Ihr die Wiedereröffnung der Schulen erlebt? Was erwartet Ihr in den Bundesländern in denen noch Sommerferien sind? Schreibt es uns in die Kommentare oder per Mail an redaktion@lehrer-news.de.