Am heutigen 28. April findet wieder der bundesweite Girls- und Boys‘ Day statt. Bereits seit 2001 bietet sich einen Tag lang im April die Möglichkeit für Schülerinnen einen besondere Erfahrung der Berufsorientierung zu machen. Im Vordergrund steht hier schon immer die Geschlechtervielfalt und Gerechtigkeit in der Arbeitswelt. Auch in diesem Jahr ermöglichen es eine Vielzahl an Unternehmen, Institutionen und Bildungseinrichtungen, jungen Menschen einen Einblick in geschlechtertypisch wahrgenommene Berufe und Branchen zu gewinnen. So gelingt es durch praktische Erfahrungen mit Stereotypen und Klischees aufzuräumen und individuelle Stärken und Interessen kennenzulernen. 

Berufsorientierung am Girls’ Day 2022: Schluss mit typisch Mann, typisch Frau

Das Angebot richtet sich an Lernende ab der 5. Klasse und zielt besonders auf Berufe ab bei denen der Anteil an Frauen, oder auch Männern, unter 40% liegt. Mädchen können am  Girls‘ Day Erfahrungen in den Bereichen IT, Handwerk, Naturwissenschaft und Technik sammeln oder Frauen in Führungspositionen für einen Tag begleiten. Jungs können sich  seit 2011 am Boys‘ Day beteiligen und Berufe kennenlernen, in denen mehr Frauen als Männer tätig sind. Dazu gehören die Bereiche der Bildung, Pflege und Erziehung. Außerdem gibt es ein großes Angebot an Workshops zu Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Zukunfts- und Lebensplanung. So ist niemand davon ausgeschlossen, die Berufswelt frei von Geschlechterklischees kennenlernen zu können. 

Alt-Text: Zu sehen ist das Logo des Girls’ Day, Mädchen-Zukunftstag
Quelle: kompetenzz.net

Auch Digital ein Erfolg

Der Aktionstag des Girls- und Boys‘ Days betont die Gemeinsamkeiten der Geschlechter und feiert gleichzeitig die Vielfalt an unterschiedlichen Stärken und Interessen. Nachdem der Aktionstag im Jahr 2020 pandemiebedingt abgesagt werden musste, stellten die Organisator:innen im Jahr 2021, also 20 Jahre nach dem ersten Girls‘ Day, ein digitales Konzept zur Berufsorientierung für den Girls- und Boysday auf die Beine. So standen auch im vergangenen Jahr mehr als 78.000 Aktionsplätze für Mädchen bereit. Insgesamt gab es im Rahmen des Girls‘ Day seit der Entstehung 2001 über 150.000 Angebote zur Berufsorientierung deutschlandweit. 

Das Interesse an der Möglichkeit der klischeefreien Berufsorientierung ist groß – das ergibt auch die Befragung zur Bewertung des zum Großteil digital durchgeführten Girls‘ Day 2021. Die bestärkende Wirkung, was das Interesse an geschlechteruntypischen Berufen angeht, belegen auch die Statistiken. Der Anteil an Mädchen mit einem männertypischen Berufswunsch verdoppelte sich nach der Teilnahme am Girls‘ Day. Bei den Jungs stieg das Interesse am Beruf des Erziehers nach dem Aktionstag um 8 Prozentpunkte. Auch das digitale Format war sehr erfolgreich. Die Teilnehmerinnen vergaben 9 von 10 Sternen und auch die Unternehmen zeigten sich sehr überzeugt vom digitalen Girls‘ Day.

Alt-Text: Zu sehen ist Werbung für den Boysday am 28.04.2022
Geschichte und Entwicklungen
Quelle: kompetenzz.net

Geschlechtergerechtigkeit als internationales Ziel

Der Girls- und Boys’ Day findet aufgrund seines Nutzens für die Chancengleichheit auch in vielen Ländern neben Deutschland beispielsweise in Österreich, Frankreich und Estland aber auch in Japan und dem Libanon statt. Deutschlandweit ist der Aktionstag als Gemeinschaftsinitiative organisiert und wird unter anderem gefördert vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung und dem Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Initiative D21, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Themenjahr Digitalisierung und Nachhaltigkeit

20 Jahre einer Erfolgsgeschichte in der junge Menschen ihre Talente und Interessen frei von Geschlechterstereotypen erkunden können. Im Fokus des des diesjähriggen Aktionstags stehen die Themen der Digitalisierung und Nachhaltigkeit im beruflichen Kontext. Das Leben und somit auch die Berufswelt verändern und erweitern sich im digitalen Raum. Zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen zählt auch Geschlechtergerechtigkeit. Hier zeigt sich deutlich, wie wichtig es ist Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern, denn wie Bundeskanzler Olaf Scholz gestern bei der Eröffnung des 21. Girls‘ Day betonte: „Ihr bestimmt, was ihr machen wollt, und nur ihr“.

Was verbindest Du mit dem Aktionstag des Girl’s – und Boysday? Wie könnte man gegen Geschlechterklischees in der Berufswelt vorgehen und Vielfalt fördern? Wir sind gespannt auf Deine Kommentare!