Wir leben in einer modernen Welt, in der die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken ist. In vielen Bereichen unseres Lebens treffen wir auf die virtuelle Welt. Wäre da Informatik als Schulfach nicht von Vorteil? Immerhin hat die Corona-Pandemie gezeigt, dass viele Schüler:innen viele Wissenslücken rund um das Thema aufweisen.

Warum ist Informatik heutzutage so wichtig?

Computer sind allgegenwärtig, ob sichtbar oder nicht. Schüler:innen nutzen sie ständig – gute Beispiele sind Smartphones. Kinder haben in unserer hochtechnologisierten Welt einen großen Klärungsbedarf für technische Phänomene. Dieser Realität müssen sich die Schulen stellen. Junge Menschen benötigen ein grundlegendes Verständnis für Technik. Nur wenn sie sich selbst direkt mit dieser auseinandersetzen, können sie deren Möglichkeiten und Grenzen, sowie die Chancen und Risiken von modernen Informations- und Kommunikationsmitteln verstehen. Und dies ist die Voraussetzung für eine kompetente Nutzung der Technik . Zumal die Technik auch den Schulalltag erleichtern kann.

Chancen für Beruf und Studium

Viele Berufsbilder erfordern mittlerweile gute Kenntnisse mit den zumindest gängigsten Softwares. Doch Informatik wird in den meisten Bundesländern nur als Wahlpflichtfach angeboten, wie eine Abfrage in den Kultusministerien zeigt. „Auch fast sechzig Jahre nach Erfindung des Computers und dreißig Jahre nach der Gründung des World Wide Webs spielt die Informatik in deutschen Schulen kaum eine Rolle.“ Zu diesem Ergebnis kommt die Gesellschaft für Informatik (GI). Das heißt, dass Schüler:innen nie richtig in Berührung mit dem Thema kommen. Sie sind unsicher, wissen oft nicht, welche Möglichkeiten die Digitalisierung bietet und können mit vielen Sachen einfach nichts anfangen. Dabei werden diese Fertigkeiten spätestens bei der Ausbildung oder im Studium gefordert. Hausarbeiten, Recherchen und vieles mehr wird man im Studium ohne den Computer kaum schaffen.

 

Lehrkräfte fehlen

Doch es ist nicht so leicht, Informatik an jeder Schule anzubieten oder gar zu verpflichten, denn das Problem ist, dass in den meisten Bundesländern ausgebildete Informatiklehrer:innen fehlen. Lutz Hellmig, Sprecher des Fachausschusses Informatische Bildung in der Gesellschaft für Informatik sagt dazu: „Es ist klar, dass in den nächsten Jahren ein hoher Qualifikationsbedarf für die Kolleginnen und Kollegen besteht.“ Die Gesellschaft für Informatik wolle Materialien und Fortbildungen anbieten. Hellmig ist überzeugt, dass sich mit der Einführung des Faches auch noch mehr Lehramtsstudierende für Informatik begeistern lassen

Ein weiteres Problem ist, dass Schulen in den schon so vollgepackten Stundenplan ein weiteres Fach aufnehmen müssen. Soll dann ein anderes Fach für ein oder zwei Stunden Informatik in der Woche wegfallen oder eine Stunde abgeben? Möglich wäre es, denn auch nur eine Stunde Informatik pro Woche wäre besser als nichts

Computer in einem Klassenzimmer

In NRW wird Informatik verpflichtend in Jahrgangsstufe 5 und 6 unterrichtet

Laut einem neuen Entwurf der Ausbildungs- und Prüfungsordnung von NRW soll in der Sekundarstufe I an allen Schulformen in den Klassen 5 und 6 zum Schuljahr 2021/22 ein Pflichtfach Informatik eingeführt werden. Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer erhofft sich dadurch, dass Schüler:innen besser auf die heutige Lebens- und Arbeitswelt vorbereitet werden. Alle Kinder sollen beispielsweise Grundkenntnisse im Programmieren und in Medienkompetenzen im Unterricht erlernen. 

Den Regierungsfraktionen in NRW ist das aber nicht genug. Sie wollen, dass das Fach Informatik aufgewertet wird. Das Fach soll den klassischen Naturwissenschaften gleichgestellt werden. So haben junge Menschen die Chance, bessere technische Kenntnisse zu erwerben und könnten das Fach mit in die Abiturprüfungen nehmen. Dies ist aber bis jetzt lediglich ein Vorschlag.

Für wie wichtig hältst Du Informatik als Schulfach? Lass uns Deine Meinung gerne in den Kommentaren da. Hier findest du einen weiteren spannenden Artikel zum Thema Digitalisierung.