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Interview mit Christopher Reiners, einem Gründer von Corona School

Corona-School ist eine Video-Chat Plattform, auf der sich Schüler*innen mit Studierenden per Video-Chat verbinden und Nachhilfeunterricht erhalten können. Das Angebot ist kostenfrei. Lehrer-news.de hat Christopher Reiners, einen der Gründer interviewed.

Screenshot Corona School Übersicht

Quelle: Screenshot

Lieber Christopher, vielen Dank, dass Du Dich unseren Fragen aussetzt.Fangen wir direkt an.: Wie seid Ihr auf die Idee zur Gründung einer Lernplattform gekommen?

Vielen Dank für das Gespräch! Die Idee für die Corona School kam ursprünglich von der Mutter einer Freundin. Sie hatte uns vorgeschlagen, in der momentanen Zeit der Universitätsschließungen, Nachhilfe zu geben. So wie man das früher gemacht hat (lacht). Wir haben den Gedanken dann etwas weiter gespielt und uns überlegt das Ganze digital abzuwickeln. Insbesondere in Zeiten wo man physische Distanz bewahren sollte. Die Idee der Corona School war geboren. 

 “Unser Hauptziel ist es, während der Corona-Krise Schüler*innen,

Eltern und Studis zu unterstützen.”

Unser Hauptziel ist es, während der Corona-Krise Schüler*innen, Eltern und Studis zu unterstützen. Für die Schüler*innen treten in der aktuellen Situation ganz ungewohnte Themen auf. Sie sehen ihre Freunde nicht jeden Tag und müssen mit ihren Eltern oder Geschwistern lernen. Die Eltern sind sowieso schon häufig durch die Umstellung auf das Homeoffice ganz anders herausgefordert oder sind vielleicht ganz besonders eingebunden, weil sie im Gesundheitssektor arbeiten. Auf der anderen Seite sind wir, die Studierenden, viele möchten sich sozial engagieren, gerade wenn man jeden Tag die neuen Schlagzeilen sieht.

Wer ist noch an dem Projekt Corona School beteiligt?

Am 15. März haben Gero Embser und ich zusammen das Projekt gestartet. Mittlerweile sind wir über 30 Freiwillige. Die meisten sind selbst Studis. Es gibt verschiedene Teams in denen wir uns organisieren. Ein Team führt beispielsweise alle Eignungsgespräche. Das ist natürlich ein großer Aufwand. Täglich führt das Team mit mehreren hundert Studierenden einen fünf-minütigen Video Chat, um zu überprüfen, dass alle Studierenden, die wir an die Schüler vermitteln auch wirklich helfen wollen und helfen können. Dann gibt es natürlich noch ein Team, welches die Technologie im Hintergrund weiterentwickelt und verbessert. Und und und… da kommt schon einiges zusammen!

Soll es Corona School auch nach der Krise noch geben?

Das ist unser Ziel! Wir glauben, dass wir sehr vielen Schüler*innen in Deutschland und in anderen Ländern, auch nach der Corona-Krise, helfen können. Aktuell sind Nachhilfestunden sehr teuer, die meisten verlangen um die 30€. Das ist zu teuer! Auch durch unsere Idee der Onlinevermittlung schaffen wir einen Mehrwert. Denn so ist es leichter Hilfe zu finden. Eine Schülerin in Freiburg kann so beispielsweise Unterstützung von einer Studentin in Kiel bekommen, wenn diese besonders gut zusammen passen. Momentan sind wir auf der Suche nach Stiftungen, die uns fördern möchten, denn momentan finanzieren wir uns aus der eigenen Tasche. Außerdem möchten wir, insbesondere für Lehrämtler, Zertifikate für ihr Engagement ausstellen. Das soll noch einen weiteren Anreiz schaffen.

Erhaltet Ihr moralische, aktive (oder sogar finanzielle) Unterstützung von Staat, Schulen oder Lehrer*innen?

 “Wir sind tatsächlich sehr erstaunt, wie viel Unterstützung wir erhalten.”

Wir sind tatsächlich sehr erstaunt, wie viel Unterstützung wir erhalten. Viele möchten sich gerne einbringen, weil sie so begeistert davon sind. Die meisten unterstützen uns damit, dass sie das Projekt mit ihren Freunden und Bekannten teilen.  Wir bekommen auch täglich Verbesserungsvorschläge und Ideen zugesandt. Diese nehmen wir immer sehr gerne an und versuchen einen großen Teil davon umzusetzen. Zusätzlich bekommen wir von vielen anderen Vereinen, Organisationen und Projekten Kooperationsanfragen. Ich bin mir sicher, dass wir uns jetzt gegenseitig unterstützen sollen, um Schüler*innen Zugang zu Lernunterstützung bekommen. Wichtig bei jeglicher Unterstützung, insbesondere finanzieller, ist uns, dass wir unabhängig agieren können und die Daten unserer Nutzer niemals für Werbezwecke oder ähnliches genutzt werden.

Was macht Corona School besser oder anders als andere E-Learning Plattformen?

Auf den meisten E-Learning Plattformen läuft die Kommunikation ja im klassischen Forums Format ab. Also man stellt eine Frage und wartet oft länger auf eine Antwort. Da bieten wir natürlich den Vorteil, dass man sofortiges Feedback bekommt und auch auf eine längere Sicht den gleichen Lernpartner hat. Andere E-Learning Angebote, zum Beispiel Lernvideos auf YouTube sind für viele Schüler*innen auch eine super Möglichkeit, um Themen anfangs zu verstehen. Allerdings wissen wir auch, dass dies bei vielen Themen nur ein Einstiegspunkt ist. Zum richtigen Verständnis hilft dann nur der direkte Austausch mit anderen.

Wie können Lehrer*innen Corona School in den Unterricht integrieren?

Die Corona School bietet den Schüler*innen eine Lernunterstützung, d.h. es soll generell ergänzend zum Unterricht sein. Zur Zeiten von Schulschließungen ist es fast schon unmöglich für Lehrer*innen einzeln auf die Schüler*innen einzugehen. In vielen Schulen läuft die Kommunikation mit den Schüler*innen momentan fast ausschließlich per Mail. Das ist für beide Parteien frustrierend, weil man kein Feedback bekommt. Da können Lehrer*innen auf die Corona School verweisen, wenn sie merken, dass Schüler*innen nicht regelmäßig ihre Aufgaben abgeben oder große Probleme bei der Bearbeitung haben. Wenn die Schulen wieder öffnen können Lehrer*innen die Schüler*innen auf die Corona School verweisen, die Lücken haben oder noch nicht alle Themen verstanden haben. Wir wollen die Lehrer*innen also dabei unterstützen, dass sie im Laufe des Schuljahres auf alle Themen eingehen können. Die Corona School unterstützt dann eben die leistungsschwächeren Schüler*innen.

Mit welchen anderen E-Learning Tools könnte man Corona School verbinden oder ergänzen?

Wir haben einige Tools auf die wir verweisen, um die Lernunterstützung per Video Chat einfacher für Schüler*innen und Studierende zu gestalten. Natürlich empfiehlt sich auch parallel Lernvideos zu nutzen.

Möchtest Du den Lehrer*innen noch etwas mit auf den Weg geben?

Sehr gerne! Ich habe das Gefühl, dass Lehrer*innen momentan vor einer ganz neuen und schwierigen Herausforderung stehen.

 “Oft werden sie dabei alleine gelassen, wie sie den Unterricht für große Schulklassen trotz Schulschließungen gestalten können.”

Oft werden sie dabei alleine gelassen, wie sie den Unterricht für große Schulklassen trotz Schulschließungen gestalten können. Wir, die Corona School, möchten Lehrer*innen aller Schulformen dabei unterstützen, dass keine Lernlücken bei ihren Schüler*innen entstehen.

Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Busso v. der Groeben

Wenn Ihr mehr über Corona School erfahren wollt, schaut doch bei ihnen auf der Website (www.corona-school.de) vorbei.

 

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