Das es nun wieder Krieg in Europa gibt, ist wohl an den wenigsten vorbei gegangen. Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland und die damit verbundene Anspannung, die für Menschen auf der ganzen Welt spürbar ist, ist ein tagesaktuelles Thema. Sowohl in den Medien, als auch Privat wird viel über dieses Thema berichtet und gesprochen.

Ein Thema, das in aller Munde ist, sorgt natürlich einerseits für Meinungsverschiedenheiten aber auch für Unklarheiten und Fragen. Besonders für Kinder, die sich auf die Ernsthaftigkeit eines Kriegs keinen Reim machen können und Zusammenhänge nicht verstehen, kann diese Situation sehr belastend sein. Doch wie kann besonders mit Kindern im Zusammenhang mit diesem Thema besser umgegangen werden? Wie kann das Thema sowohl zuhause, als auch in der Schule richtig erklärt werden und zur Sprache kommen?

Die aktuelle Lage zu Hause richtig vermitteln

Ob in den Nachrichten, das Radio oder durch Gespräche, auch Kinder bekommen das aktuelle Geschehen mit. Das ist auch gut so. Denn eine Scheinwelt zu kreieren, die nicht der Realität entspricht und in der alles perfekt ist, bringt langfristig gesehen keinem etwas.

„Nicht so zu tun, als wäre nichts“, empfiehlt auch Familienpsychologin Jasmin Mandler. „Kinder sind sehr feinfühlig, sie spüren, dass etwas nicht in Ordnung ist.“ Wenn Eltern die Geschehnisse vor dem Nachwuchs geheim halten, würden diese sich nur selbst etwas zusammenreimen. „Und das ist manchmal schlimmer als die Wahrheit.“ 

Vielmehr müssen Eltern ihre Kinder mit einfachen Worten, aber dennoch klar und sachlich vermitteln was gerade passiert und in wie fern es besorgniserregend ist. Dabei ist auch wichtig den Kindern keine Horrorszenarien vorzuspielen oder sie in Angst zu versetzen. Sie müssen lediglich verstehen, was die Welt momentan so beschäftigt. Auch auf die Ängste der Kinder sollte dabei eingegangen werden. Kinder sind sehr sensibel und nehmen die Stimmungen um sich herum intensiv wahr. Ängste von Kindern sollten demnach ernst genommen und ausführlich gesprochen werden. Je nach Alter des Kindes sollte selbstverständlich altersgerecht auf besprochene Themen eingegangen und zusammen gegen die Sorgen vorgegangen werden. Zu empfehlen wäre, Kinder mit Hilfe von Nachrichten aufzuklären, die extra für jüngere konzipiert wurden. Dazu eigne sich besonders gut die Kindernachrichten “Logo” vom ZDF oder auch Reportermagazin für Kinder „neuneinhalb“ vom wdr.

In folgendem Video wird erklärt, wie auf Konflikte in der Umwelt eingegangen und damit umgegangen werden kann. Wie ein Konflikt entsteht wird basierend auf den Erkenntnissen der Konfliktforschung erklärt. So gibt es mehrere Komponenten, die zu einem Konflikt führen und wie dieser analysiert werden kann. Aufgeteilt wird die Wahrnehmung der Beteiligten häufig in bewusste und unbewusste Prozesse, wodurch unterschiedliche Ansichten auf eine Situation entstehen.

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Umgang mit Krieg in der Schule

Auch in der Schule sollte der Ukraine- Russland Konflikt besprochen werden. Unabhängig vom Unterrichtsfach sollte auf Fragen und Sorgen eingegangen werden. Auch hier gilt: Ängsten und Fragen muss Raum gelassen werden und Lehrer:innen sollten immer ein offenes Ohr dafür haben. Lehrkräfte müssen nicht auf jede Frage direkt eine Antwort haben und auch sie dürfen ihre Gefühle äußern. Wichtig ist hier nur, auf Fragen und Ängste Antworten und Wege zu finden diese gemeinsam in den Griff zu bekommen und alles sachlich zu erklären.

Eine Möglichkeit wäre es, Fragen die nicht beantwortet werden können, als Thema in der Klasse zu besprechen und die Schüler:innen dazu anzuregen, selbst zu recherchieren und sich gezielt zu informieren. Lehrkräfte sollten Diskussionen hierbei moderieren und Rechercheinstrumente für die Schüler:innen vorbereiten. Besonders wichtig ist es bei diesem Thema, sich Zeit zu nehmen und die Informationen, die den Schüler:innen gegeben werden, zu dosieren, um niemanden zu überfordern. Gerade Schüler:innen die selbst ukrainischer oder russischer Herkunft sind, trifft das Thema besonders hart. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, keine Schüler:innen direkt mit Fragen zu konfrontieren und Diskussionen oder Fragerunden sensibel zu moderieren. 

In folgendem Video werden dir fünf Tipps gegeben, wie mit Kindern am besten über den Krieg gesprochen werden sollte. Denn es ist schwierig die Kinder komplett von den Nachrichten und verstörenden Bildern fernzuhalten. Vielmehr solle man versuchen so viel wie möglich für die Kinder da zu sein und sie in diesen schwierigen Zeiten zu begleiten.

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Wie sprecht Ihr mit euren Kindern bzw. Schüler:innen über die aktuelle Kriegssituation? Habt ihr Ideen, wie dieses Thema gut im Unterricht besprochen werden könnte? Zum Austauschen und inspirieren stehen euch die Kommentare offen! Hier findet ihr Informationen darüber, wie ihr euch als Lehrkräfte informieren könnt, um euren Schüler:innen die wichtigsten Fragen zu beantworten.