In der heutigen Pressekonferenz der Kultusminister haben die Minister ihre kommenden Pläne für das neue Schuljahr angekündigt. Was dabei nun herausgekommen ist und welche Maßnahmen konkret in Angriff genommen werden sollen, berichten wir Euch heute.

Stellungnahme der ständigen wissenschaftlichen Kommission

Die ständige wissenschaftliche Kommission hat eine Stellungnahme bezüglich der Lernrückstände, die durch die Corona Pandemie verursacht wurden, abgegeben. Sie plädiert dafür, Unterstützungsmaßnahmen zu fokussieren, zu verknüpfen und zu evaluieren. Die Kommission begrüßt zwar die unterstützenden Mittel, die im Rahmen des Corona-Aufholpakets zur Verfügung gestellt werden, beharrt jedoch darauf, dass diese nicht ausreichen. Eine besonders starke Hilfeleistung müssten vor allem die Gruppen erhalten, die besonderen Unterstützungsbedarf aufweisen. Außerdem müssten Mittel verstärkt in Phasen, die für das Anschlusslernen kritisch sind, zur Verfügung stehen. Auch bei Kompetenzen, die für einen erfolgreichen Bildungsverlauf unverzichtbar sind, soll es mehr Unterstützung geben. Die Voraussetzungen, um diese Ziele zu erreichen, definiert die ständige wissenschaftliche Kommission wie folgt: Die Verwendung von geprüften Diagnose- und Fördermaterialien muss gewährleistet sein, die grundliegende Qualifizierung des eingesetzten Personals muss sichergestellt werden und ein systematisches Monitoring bzw. die Evaluierung der Maßnahmen muss erfolgen.

Wiederaufnahme des Regelbetriebs nach den Sommerferien

Des Weiteren soll im kommenden Schuljahr der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden. Britta Ernst, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, bekräftigt wie wichtig es sei, dass die Schulen im kommenden Schuljahr wieder mit vollständigem Präsenzunterricht starten. Längere Schließungsperioden lehnen die Minister ab, der Schulalltag soll soweit wie möglich wiederhergestellt werden. Das betrifft auch außerschulische Aktivitäten, wie Ausflüge oder Klassenfahrten, sowie Austauschmaßnahmen und Kooperationen mit externen Partner:innen, wie der hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz  ergänzt. Es sei ebenfalls wichtig, auch den Betrieb außerhalb des Unterrichts, wie zum Beispiel Klassenfahrten, Exkursionen oder AGs wieder aufzunehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, wolle man – neben verschiedenen Programmen der Länder – mit dem Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ arbeiten.

Eine Masken- und Testpflicht schließen die Minister, je nach Infektionsgeschehen, jedoch weiter nicht aus. Zu dieser Empfehlung äußern sich auf der Pressekonferenz auch die Minister. Wie Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne erläutert, werden die neuen Regeln weiterhin in Abhängigkeit der jeweiligen Inzidenzlage entwickelt. Das entsprechende Konzept werde detailliert ausgearbeitet und noch vor den Ferien kommuniziert, damit ausreichend zeitlicher Vorlauf zur Umsetzung garantiert werden kann.

Weitere Beschlüsse umfassen die Wiederaufnahme von ganztagsschulischer Bildung und Betreuung, der Unterbreitung eines Impfangebots unter Berücksichtigung der entsprechenden Empfehlungen der STIKO und die Entwicklung von entsprechenden Regelungen für die Schulabsolvent:innen 2022.

Leitfaden zum Umgang mit Antisemitismus in der Schule

Außerdem haben der Zentralrat der Juden in Deutschland, die Bund-Länder-Kommission der Antisemitismusbeauftragten und die Kultusministerkonferenz eine gemeinsame Empfehlung zum Umgang mit Antisemitismus in der Schule verabschiedet. Die gemeinsame Empfehlung richtet sich vor allem an Lehrkräfte und pädagogisches Personal aller Schularten, Schulstufen und Fächer, an Schulleitungen, Einrichtungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften sowie an die zuständigen staatlichen Institutionen.

Britta Ernst positioniert sich zum Thema klar: Antisemitismus sei nicht akzeptabel. Alle Akteure aus dem Bildungssektor, egal ob Lehrkräfte, Erzieher:innen, Eltern, Schüler:innen, aber auch Institutionen der Ausbildung und Professionalisierung von Lehrkräften, Bildungsverwaltungen und Politik seien gefordert zu handeln. Ein wesentlicher Bestandteil der Empfehlung sei es, alle Lehrkräfte zu Inhalten und Formen des Antisemitismus weiterzubilden sowie die Beschäftigung mit dem Judentum und mit Antisemitismus in den Curricula zu verankern.

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland schließt sich dem an: „Die Schulen spielen im Kampf gegen den Antisemitismus eine Schlüsselrolle. Daher sind unsere Anforderungen und Erwartungen an die Lehrkräfte hoch. Doch wir wollen sie damit nicht alleine lassen“. Die beschlossene Empfehlung der Kultusministerkonferenz solle Lehrkräften daher eine Leitlinie bieten, sich gegen Antisemitismus zu wappnen, um bei Schüler:innen mit Expertise gegen Judenhass vorgehen zu können. Auch in der Lehrkräfteausbildung soll diese Leitlinie verankert werden.

Schaut hier vorbei, wenn Ihr die einzelnen Beschlüsse und Konzepte zum Umgang mit Antisemitismus in der Schule sowie zur Wiederaufnahme des Regelbetriebs im Detail nachlesen wollt.