Weihnachten gehört für viele Kinder und Jugendliche, ob religiös oder atheistisch, zu der Winterzeit. Die meisten Schulen feiern in der Adventszeit ebenfalls – beispielsweise in Form von Weihnachtsfeiern oder dem Singen von Weihnachtsliedern. Viele Schüler:innen besitzen eine andere Religionszugehörigkeit, sie sind zum beispiel muslimisch, jüdisch oder buddhistisch. Demnach haben sie keinen religiösen Bezug zum christlichen Weihnachtsfest. Dies betrifft nicht nur Schüler:innen mit anderen Religionen, sondern auch atheistische Schüler:innen.

Da viele Schulen an der Inklusion Aller interessiert sind, stellt sich folglich die Frage, wie mit dem Weihnachtsfest an Schulen umgegangen werden sollte.

Eine Verbindung zweier Feiertage

Die Freie Schule Anne-Sophie verband dieses Jahr den Nikolaustag mit dem jüdischen Lichterfest. Der Grund für diese Idee, die Feiertage zu verbinden, kam von den Elternvertreter:innen. Die Freie Schule Anne-Sophie sei eine internationale Schule, deshalb böte es sich an, beide Feste unabhängig von der Religionszugehörigkeit zu feiern. Der Tagesspiegel berichtete, dass die Schüler:innen zusammen anpackten – ein Schüler baute sogar einen Chanukka-Leuchter, obwohl er atheistisch ist. Ziel hierbei ist die Stärkung des Zusammenhalts zwischen der Schülerschaft. Außerdem bietet ein gemeinsames Fest eine Möglichkeit, kommunikativ in Kontakt zu treten und sich über verschiedene Religionen als auch Kulturen auszutauschen. 

Ein Hanukkah Fest ist zu sehen.

Problematische Unterrichtsgestaltung

Das Exkludieren von nicht-christlichen Schüler:innen könnte sogar eher kontraproduktiv sein, da dadurch das Gefühl der Isolation verstärkt wird. Stattdessen sollte der Zusammenhang zwischen verschiedenen Religionen im Fokus liegen sowie interreligiöse Kompetenzen vermittelt werden. Selbstverständlich sollte es den Schüler:innen freigestellt sein, an welchen Ritualen, beispielsweise dem Krippenspiel oder dem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern, sie teilnehmen möchten. 

Lösungsansätze für den Unterricht

Weihnachtliche Rituale gelten längst nicht mehr ausschließlich für religiöse Christen, sondern besitzt auch einen kulturellen Stellenwert. Aus diesem Grund möchten viele Schulen nicht auf eine Weihnachtsfeier verzichten. Zwar sollte die Vermittlung von Religion dem Religions- oder Ethikunterricht vorbehalten sein, dennoch können weihnachtliche Rituale eine Bereicherung für die Schüler:innen darstellen. 

Doch wie kann die Inklusion der gesamten Schülerschaft erreicht werden? Das sollte jede Schule für sich entscheiden – einige Ideen haben wir aber gesammelt:

Es könnte beispielsweise religionsübergreifend geklärt werden, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede Feiertage wie Weihnachten und Chanukka haben. Dies könnte für mehr Toleranz gegenüber verschiedene Religionen sorgen und dadurch nicht jene Schüler:innen ausschließen, die nicht christlich sind. Im Fokus könnten außerdem die moralischen Werte, die Weihnachten und auch andere religiöse Feste mit sich bringen, eingegangen werden. Diese könnten diskutiert sowie analysiert werden. Das gemeinsam Backen von Plätzchen oder Wichteln kleiner Geschenke kann ebenfalls gut in eine gemeinsame Feier integriert werden. Denkbar wäre auch das zusätzliche Feiern weiterer religiöser Feste. Wichtig ist hierbei die Kommunikation zwischen den Schüler:innen sowie Lehrkräften und die Vermittlung von ganzheitlich geltenden Werten, wie zum beispiel Nächstenliebe.

Zu sehen sind einige rote Geschenke.

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