Diversität ist ein wichtiges Thema, das lange vernachlässigt wurde. Warum es gerade in Schulen eine zentrale Rolle spielt und wie diese dort gewährleistet werden kann, erfährst du in diesem Artikel.

Verschiedene Diversitäts-Ebenen

Es gibt verschiedene Ebenen der Diversität. Nach Maziotta teilen sich diese in individuelle Charaktereigenschaften, innere Diversitätsmerkmale (z. B. sexuelle Orientierung), äußere Diversitätsdimensionen (z. B. Familienstand) sowie organisationale Diversitätsdimensionen (z. B. Vernetzung). 

Diversität kann folglich viele verschiedene Lebensbereiche betreffen. Schule sollte das Miteinander sowie die Kommunikation gewährleisten, indem sie einerseits das Lehrpersonal schult sowie interdisziplinäre Angebote schafft. Schüler:innen sollte gezeigt werden, dass Diversität innerhalb der Schule eine optimale Möglichkeit bietet, in den gemeinsamen Austausch zu treten und im gleichen Zuge Vorurteile sowie Stereotypenbildung zu vermeiden. Im Fokus könnte die gegenseitige Akzeptanz sowie generelle Toleranz gegenüber stehen. 

Zentrale Voraussetzungen für Diversity Learning

IMST – Das Gender Netzwerk der Alpen-Adria Universität in Klagenfurt geht von  verschiedenen Voraussetzungen, die für einen sinnvollen und zielführenden austausch gewährleistet sein müssen, aus. Zunächst gebe es die persönliche Ebene, die Offenheit, Eingeständnisse, Reflexionsvermögen, Selbstpositionierung sowie Wissen über Diversitäten umfasst. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten sowie Verhaltensmustern sollte im Fokus stehen. Dies kann einerseits während des alltäglichen Unterrichtes geschehen, aber auch in Form von Projektwochen. 

Ebenso sollte auf struktureller bzw. organisatorischer Ebene dafür gesorgt werden, dass Personalentwicklung, Ressourcenmanagement, ein geeigneter Rahmen für inklusives Lernen sowie Barrierefreiheit vorhanden ist. Zusätzlich wäre eine Beteiligung seitens aller Lehrkräfte sowie der Eltern wünschenswert. Durch eine gemeinsame Ausarbeitung von Themenvorschlägen sowie Konzepten kann ein gemeinsamer Nenner gefunden werden. 

Zu sehen sind viele Menschen, die sich umarmen.

Analyse des eigenen Lehrplans

Lehrkräfte können sich verschiedene Fragen stellen, um den eigenen Unterricht zu reflektieren und sich mit bereits konzipierten Lerninhalten kritisch auseinandersetzen. Dabei könnte insbesondere das Umgehen mit Minderheiten, die Entwicklung des Klassenklimas und das Überarbeiten von Materialien einen positiven Beitrag zu einer erfolgreichen Lernumgebung führen. 

“Diversity ist not about the others – it is about you!”

Dieses Zitat umfasst die Zielsetzung des Diversity Learnings. Jede:r Schüler:in sollte darin geschult werden, sich geführt, aber auch eigenständig mit Themen, die Diversität betreffen, auseinandersetzen zu können. 

Verschiedene Migrationshintergründe an Schulen

Im Rahmen des Internationalen Tages der Muttersprache ist es interessant zu beleuchten, wie Diversität in Bezug auf Migrationshintergründe in der Schule gefördert wird. In der folgenden Statistik wird deutlich, dass sich gerade hinsichtlich unterschiedlicher Schulformen eine deutliche Tendenz bildet. Der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die eine Hauptschule besuchen ist deutlich höher als der jener Jugendlichen ohne Migrationshintergrund.

Anteile der Schulformen bei Schüler:innen (10-20) mit und ohne Migrationshintergrund (2008)
Quelle: statista

Lehrer:innen können eine starke Entlastung bieten

Um die Chancengleichheit aller Schüler:innen unabhängig des kulturellen Hintergrundes zu fördern, müssen folglich Maßnahmen seitens der Schule getroffen werden.

Woran liegt es, dass Schüler aus Zuwandererfamilien weniger Chancen haben als deutsche Schüler? Dies erforscht eine weitere Statistik:

Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass Schüler aus Zuwandererfamilien weniger Chancen haben als deutsche Schüler?
Quelle: statista

Zu erkennen ist, dass neben den intrafamiliären Aspekten häufig auch Lehrer:innen überfordert sind und nicht immer wissen, wie sie mit Diversität hinsichtlich des Migrationshintergrundes umgehen können. Auch Mitschüler:innen können bei der Inklusionsarbeit einen Teil beisteuern. 

An dieser Stelle möchte zum Beispiel das Programm “Schule für Alle – interkulturelle Schulentwicklung” ansetzen. Das Bildungssystem steht vor der Herausforderung, auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, die Deutsch nicht beherrschen insofern zu unterstützen, dass sie gleichwertige Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Problematisch ist hierbei, dass oftmals eine Sprachbarriere zwischen de gelungenen Kommunikation steht. Denn: Viele Lehrer:innen sprechen die Landessprachen der Migrant:innen nicht. Eine Lösung wären Mediator:innen, die als vermittelndes Glied zwischen Schüler:innen und Lehrer:innen steht. Doch nicht nur Sprache bildet eine Problematik, sondern auch mangelndes Nachvollziehen von Traumata, die manche Migrant:innen durchleiden. Hier könnten Schulungen für die Pädagog:innen angeboten werden. Ferner könnten Fremdsprachenkurse, die auch kulturelle Aspekte beachten, angeboten werden um somit Verständnis für andere Kulturen zu gewinnen.

Diversität bietet hohes Potenzial

Durch sinnvolles Diversitätsmanagement können sowohl Schüler:innen als auch Lehrer:innen profitieren. Diversität an Schule bietet ein hohes Potenzial, da dadurch Kommunikation entsteht und der Umgang mit anderen Sprachen sowie Kulturen gestärkt wird. Schüler:innen erhalten die Möglichkeit, Offenheit und Akzeptanz zu erlernen und stärken darüber hinaus ihr Selbstbewusstsein. 

Hast du schon einmal von Diversity Learning gehört? Hast Du Ideen, wie mehr Diversität innerhalb der Schule erzielt werden kann? schreibe es uns gerne in einem Kommentar. Weitere Artikel zum Thema Diversität findest du hier und hier.