Das Schulessen in Japan gilt als einer der gesündesten aller Industriestaaten. Schüler:innen erhalten ein verpflichtendes Mittagessen, das umgerechnet circa 2 Euro kostet. Es enthält 600 bis 700 Kalorien und beinhaltet regionale, als auch internationale Speisen. Wichtig sei hier insbesondere die Vielfalt. Die Kinder sollen verschiedenste Lebensmittel kennenlernen und einordnen können. Außerdem helfen die Schüler:innen abwechselnd beim Servieren der Speisen.

Partizipation ist ein wichtiger Faktor

Schüler:innen in Japan müssen nicht nur bei der Essensausgabe helfen, sondern erhalten durch verschiedene Unterrichtsmodule einen Überblick über verschiedene Bereiche der Ernährung. Dies umfasst unter anderem den Anbau sowie die Herstellung von Lebensmitteln, aber auch die korrekte Zubereitung der Gerichte. Außerdem werden Tischmanieren sowie die Ernährungspyramide vermittelt. Dadurch lernen die Kinder bereits in jungen Jahren, welche Nahrungsmittel ihrer Gesundheit zuträglich sind.

Zu sehen ist ein Mittagessen.

Gesundes Mittagessen sorgt für weniger übergewichtige Schüler:innen in Japan

Schüler:innen in Japan erhalten jeden Tag ein verpflichtendes, gesundes Mittagessen.

Dies wurde erstmals im Jahre 1946 durch die Maßnahme zur „Förderung und Durchführung von Mahlzeiten an Schulen“ umgesetzt. 1954 wurde das “Schulspeisungsgesetz” erlassen. Das Menü enthielt aufgrund der Nahrungsmittelknappheit vorwiegend Produkte aus Milchpulver sowie Walfleisch. Dies war sowohl günstig, als auch gesund, da es Proteine und Eisen enthält. Heutzutage bestehen die Gerichte aus verschiedenen Komponenten, die garantieren sollen, dass die Kinder eine ausgewogene Mahlzeit zu sich nehmen. Die wichtigste Grundlage sind Kohlenhydrate, zum Beispiel Kartoffeln oder Reis, sowie Proteine, aufgenommen durch Fleisch oder Fisch. Weitere essenzielle Komponenten sind verschiedene Gemüsesorten, Sojaprodukte, wie beispielsweise Tofu, Sesamprodukte und Milch.

Einen größeren Einblick in das Schulessen von Japans Grundschulen zeigt dieses Video.

Auswählen können die Kinder nicht. Auch Vegetarier: innen, Veganer: innen oder auch Menschen, die keinen buddhistischen Hintergrund haben, könnten Probleme mit dem angebotenen Schulessen haben. Die Quote dieser Bevölkerungsgruppen stellt jedoch lediglich eine Minderheit dar.

Zu sehen sind mehrere Kinder, die zu Mittag essen.

Schulessen in Deutschland

Durch das tägliche Essen in der Schule werden die arbeitenden Eltern entlastet. Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass ihr Kind ungesundes Essen zu sich nimmt. Dadurch sinkt der Anteil an übergewichtigen Kinder in Japan. Nur ein kleiner Prozentsatz leidet unter zu vielen Pfunden. Verglichen mit anderen Industrieländern, wie beispielsweise Deutschland, wird der enorme Unterschied deutlich. 

In Deutschland wird das Angebot eines Schulessens weitaus weniger wahrgenommen. Eine Umfrage im Auftrag von „IN FORM“, einer Initiative des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und des Bundesministeriums für Gesundheit, zeigt, dass 53 Prozent der Schüler:innen das Angebot nutzen. Damit sind aber auch Snacks, wie Pizza-Brötchen oder Schokoriegel mit eingerechnet. Kantinenessen wird von weitaus weniger Schüler:innen angenommen. 

Professorin Ulrike Arens-Azevedo berichtet: “Die Anforderungen des Qualitätsstandards für die Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) werden aber nur zum Teil erfüllt: Nach wie vor gibt es zu häufig Fleisch, zu selten Fisch und noch keineswegs täglich frisches Obst bzw. Gemüse und Salat.”. Problematisch sei, dass oftmals zu ungesunden Zwischenmahlzeiten gegriffen werde. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vielen Schüler:innen schmeckt das angebotene Essen nicht, sie haben keinen Hunger oder sie empfinden das Essen in der Mensa als “uncool”. Sowohl die Ungemütlichkeit einer Schulcafeteria wird kritisiert, als auch die langen Warte- und kurzen Pausenzeiten. Auch Disziplin, wie sie in Japans Schulen unabdingbar ist, findet man in deutschen Schulmensen weniger. 

Doch nicht nur Deutschlands Schulessen ist reformierungsbedürftig, auch andere Länder, wie beispielsweise Großbritannien und die USA, zeigen, wie Schulessen nicht funktionieren sollte. 

Was ist Deine Erfahrung zum Thema Schulessen? Findest Du, es gibt Optimierungsbedarf? Zeige es uns gerne in einem Kommentar. Weitere Artikel zum Thema Schule findest du hier, hier und hier