Reisen, Städte entdecken, Museen besuchen und Kultur erleben. Dies ist zurzeit nicht immer möglich. Aus diesem Grund bieten viele Museen und andere kulturelle Stätten und Einrichtungen ein virtuelles Museumserlebnis an, das bequem von zuhause aus genossen werden kann. Welche Museen was anbieten, das erfährst Du in diesem Artikel.

Die Vorteile von digitalen Museen

Der digitale Besuch eines Museums ersetzt zwar nicht die besondere Atmosphäre einer physischen Begegnung mit Kultur, allerdings bietet er auch einige Vorteile.Ohne großes Budget können sich Interessierte Museen aus der ganzen Welt ansehen. Auch für Schulklassen bieten sich hierbei hervorragende Möglichkeiten, sich kulturell weiterzubilden ohne zu verreisen. 

Kostenlose virtuelle Museen

Einige Museen bieten sogar ein kostenloses digitales Programm an. Hier sind insbesondere die beiden Museen National Gallery of Art in London sowie das Musée d´Orsay in Paris zu erwähnen. Dort können die aktuellen Ausstellungen digital betrachtet werden. Regelmäßig gibt es auf der Website weitere Extras. Diese und weitere kostenlose Museen sind im nachfolgenden Text aufgeführt.

Gallery of Arts in London

Die Gallery of Arts ist eines der bekanntesten Museen in Großbritannien und bietet eine 360 Grad Virtuelle Tour durch verschiedene Ausstellungsräume sowie die Eingangshalle an. Zu sehen sind hier insbesondere Gemälde aus der Renaissance, beispielsweise von Tizian und Holbein. Allein aufgrund der beeindruckenden Architektur des Museums lohnt sich ein virtueller Besuch.

Musée d’Orsay in Paris

In diesem Museum kannst Du dir Werke von Cezanne und und Monet anschauen, während Informationen zu den einzelnen Gemälden in kurzen Texten bereitgestellt werden. Den digitalen Rundgang kannst du jederzeit über Google Arts & Culture erleben.

National Museum of Modern and Contemporary Art in Seoul 

Das beliebte Museum in Korea bietet verschiedene Online Ausstellungen  sowie eine Virtual Reality Tour an. Dabei liegt der Fokus auf koreanischer Kunst, allerdings gibt es ebenfalls einige internationale Kunstwerke zu bestaunen. Aktuell gibt es einige Ausstellungen, die Du dir hier anschauen kannst.

National Gallery of Art, Washington D.C.

Hier kannst Du Dir zwei verschiedene Ausstellungen ansehen. Einerseits gibt es eine Vernissage über amerikanische Mode (1740-1895), andererseits eine Ausstellung der Werke Vermeers. Die Website ist ansprechend gestaltet und bietet einen Überblick über das Leben und die Kunst des Künstlers. Hier findest du außerdem einen virtuellen Rundgang durch das Museum.

Städel Museum in Frankurt

Das Frankfurter Museum bietet einen Überblick über 700 jahre europäische Kunstgeschichte. Werke von Dürer sowie Picasso können virtuell besichtigt  werden. Außerdem bietet die Website Podcasts zu verschiedenen Kunstwerken sowie Close-ups bestimmter Kunstwerke an.

Eine Auflistung weiterer Museen, die kostenlose Online-Führungen oder virtuelle Programme anbieten, findest Du hier.

Zu sehen ist ein Mensch, der an einer Wand voller Bilder vorbeiläuft und sie betrachtet.

Kostenpflichtige digitale Museen

Viele Museen bieten zusätzlich oder anstelle von frei verfügbaren digitalen Inhalten kostenpflichtige Führungen an. 

Museum Barberini in Potsdam

Das Museum bietet einen täglichen virtuellen Rundgang durch die Sammlung an. Über die Plattform ZOOM können Interessierte ein Ticket kaufen und gegebenenfalls sogar Fragen an den Guide, der die Zuschauer:innen durch das Museum führt, stellen.

Design Museum in London

Das Design Museum bietet ebenfalls ein umfangreiches Online Programm an. Interessierte haben die Möglichkeit, Tickets für eine aufgezeichnete Führung durch die Ausstellung oder aber für Workshops, zum Beispiel zum 3D-Printing und weitere Vorträge zu kaufen.

Metropolitan Museum of Art in New York

Das Museum bietet virtuelle Gruppenführungen mit anschließender Diskussionsrunde, die sowohl von privaten Gruppen (bis zu 40 Personen) als auch von studentischen Gruppen (bis zu 200 Personen) gebucht werden können. Aktuell bietet das Museum verschiedene Ausstellungen, beispielsweise zu Walt Disney und Surrealismus an.

Eine Übersicht über weitere Museen, die kostenpflichtige virtuelle Touren anbieten, findest Du hier.

Außerdem gibt es digitale Ausstellungen, die in der Realität (noch) nicht existieren. Ein Beispiel hierfür ist das Zhejiang Provencial Department of Culture and Tourism, das eine kostenlose virtuelle Ausstellung zum Thema “Königreich des Wassers” bietet, die lediglich virtuell existiert. Wie in einem normalen Museum können sich die Besucher:innen durch den Rundgang begeben und sogar Wandtexte lesen. Dazu wird die Ausstellung multimedial unterstützt.  

Zu sehen sind viele Menchen, die in einem Museumsraum umherlaufen und sich die Bilder anschauen.

Problematik der virtuellen Ausstellungen

Trotz der aufgezählten Vorteile des digitalen Angebots, sieht Johannes Franzen folgende Probleme: “Dass wir Musik nicht mehr als Tonträger, Bücher nicht mehr als Ansammlung von Seiten (…) besitzen, hat zur Verwirrung geführt, was ihren Wert angeht. Es erscheint zumindest naheliegend, dass Kulturen, die den Wert des Mediums so lange an dessen Materialität geknüpft haben, nicht automatisch den Wert von etwas anerkennen, das man nicht mehr in der Hand halten kann.” Der Museumsbesuch als solches könnte nicht mehr als Highlight wahrgenommen werden, sondern an Wert und Bedeutung verlieren, sollte er lediglich digital stattfinden können.

Dadurch entsteht die Forderung, virtuelle kulturelle Inhalte zu überdenken und gegebenenfalls neu zu konzipieren sowie zu strukturieren, um den Rezipient:innen einen Mehrwert zu bieten, den sie auch nach der Pandemie digital wahrnehmen möchten.

Was hältst Du von den virtuellen Angeboten der Museen? Hast Du bereits an einer digitalen Führung teilgenommen? Schreibe es uns gerne in die Kommentare. Weitere Artikel zum Thema Bildung und Kultur findest du hier und hier.