Wer viel lernt, bekommt gute Noten, so war es schon immer in der Schule. Doch wer einfach planlos drauflos büffelt, bleibt hinter der eigenen möglichen Leistung zurück. Die Verwendung von bestimmten Lernmethoden verbessert die Schulnoten und sorgt für eine langfristige Verankerung des Gelernten im Gedächtnis. Dafür sollten Schüler und Schülerinnen den Lernstoff nicht einfach nur stumpf auswendig lernen, sondern auch immer wieder testen, ob sie sich die Inhalte gemerkt und verstanden haben.

Lernmethode mit dem Testungseffekt

Statt die Lerninhalte durch erneutes Lesen nur passiv zu wiederholen, ruft das Gehirn beim Abfragen die Inhalte aktiv aus dem Gedächtnis hervor. Dadurch wird es einfacher, sich den Lernstoff über eine längere Zeit zu merken. Dieser Effekt wird Testungseffekt genannt und wurde schon in zahlreichen Studien untersucht. Zum erfolgreichen Lernen sollten Schüler:innen also neben dem intensiven Befassen mit dem Unterrichtsstoff auch mehrere Abfragen in ihren Lernplan einbauen. Die amerikanischen Psychologieforscher Karpicke & Roediger veröffentlichten 2008 eine Studie, die sich ebenfalls mit dem Testen im Lernprozess beschäftigte. Alle Teilnehmer dieser Studie sollten 40 Englisch-Suaheli Wortpaare auswendig lernen und wurden dafür in vier Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe musste mehrmals eine Lernphase gefolgt von einer Testphase absolvieren. Die erste Lern- und Testphase ist für alle Gruppen gleich. Jede Gruppe musste alle der 40 Wortpaare lernen und sollte anschließend versuchen, sie korrekt wiederzugeben. Ab der zweiten Lern- und Testphase gab es Unterschiede in den Lernmethoden der Gruppen.

Gruppe 1 lernte in jeder Lernphase alle Vokabeln und wurde in jeder Testphase zu allen Vokabeln befragt.

Gruppe 2 lernte in den Lernphasen nur die Vokabeln, die sie in den Testphasen noch nicht richtig beantwortet hatte, wurde aber immer zu allen Vokabeln befragt.

Gruppe 3 lernte in jeder Lernphase alle Vokabeln, wurde aber zu jeder Testphase nur zu den Vokabeln befragt, die sie in den Testphasen noch nicht richtig beantwortet hatte.

Gruppe 4 lernte in den Lernphasen nur, was sie in den vorherigen Testphasen noch nicht richtig beantwortet hatte und wurde in den Testphasen auch nur zu diesen Vokabeln befragt.

In einem finalen Test, der eine Woche nach der letzten Phase stattfand, konnten die Teilnehmer sowohl der Gruppe 1 als auch der Gruppe 2 im Durchschnitt je ungefähr 80 % der Wortpaare richtig wiedergeben. Bei Gruppe 3 waren es ca. 36 % und bei Gruppe 4 nur ca. 33 %. Wie hier erkennbar wird, konnten die Gruppen, welche die Lernmethode angewendet haben, bei welcher sie in den Testphasen alle Wortpaare wiedergeben mussten, sich die Lerninhalte langfristig besser merken. Außerdem hat Gruppe 2 dasselbe Ergebnis wie Gruppe 1 erzielen können, obwohl sie weniger Wortpaare wiederholt hatte.

Was können wir also aus dieser Studie lernen? Damit das Lernen auch langfristige Erfolge mit sich zieht, sollten Schülerinnen und Schüler Lernmethoden verwenden, bei denen das gelernte Wissen auch regelmäßig getestet wird. Zum Zeitsparen sollten Schüler:innen in ihren Lernperioden ihr Augenmerk hauptsächlich auf diejenigen Themenbereiche legen, in denen sie bei Probetests Probleme hatten. Aber Vorsicht: Es ist wichtig, dass Schüler:innen frühzeitig mit dem Lernen anfangen, damit diese Methode zum Erfolg führt. Wer zu spät mit dem Lernen beginnt, dem bleibt nur noch das schnelle, aber langfristig ineffektive stumpfe Auswendiglernen.

Lernhilfe mit Karteikarten im Internet

Zusehen sind Karteikarten auf denen ein Stift liegt zusammen mit einer Tasse Kaffe

Solltest du Interesse daran haben, diese Lernmethode selbst auszuprobieren, könnte dir die Internetseite Karteikarte.com eine große Hilfe sein. Auf dieser Seite kannst du Karteikarten erstellen und diese dann nutzen, um dich selbst abzufragen. Das Schöne daran ist, dass die Karteikarten, je nachdem ob du richtig oder falsch beantwortet hast, automatisch sortiert werden. Umso öfter du eine Karte korrekt beantwortest, desto seltener wird sie dir vorgelegt und natürlich andersherum. Du kannst deine eigenen Karteikarten auch für andere zugänglich machen, falls du dies möchtest, oder dir auch die Karten von anderen anschauen. Du kannst Karteikarte.com sowohl daheim, als auch unterwegs nutzen. Außerdem ist es kostenfrei; du benötigst nur eine E-Mail-Adresse für die Registrierung und kannst loslegen. Wenn du Interesse an Karteikarte.com hast, gelangst du hier direkt zur Internetseite. Falls du noch andere Programme oder Apps zum Lernen oder Lehren ausprobieren willst, findest du hier eine Sammlung an interessanten Tools.