Die Bedingungen in Zeiten von Corona haben gezeigt, dass die Schulen dringend einen soliden Internetzugang brauchen. Die Berliner Bildungsverwaltung will bis zu 10.000 mobile WLAN-Router anschaffen. Die Schulen sollen endlich stabiles Internet haben!

Bis die Berliner Schulen unbeschränkten Zugang zum WLAN haben, könnte es noch bis zu vier Jahre dauern. Denn hierfür müssen die Schulgebäude erst einmal verkabelt und die Bandbreite ausgebaut werden. Die Bildungsverwaltung sorgt daher mit den mobilen WLAN-Routern für eine Übergangslösung. Dieser Notfallplan ist allerdings noch nicht das endgültige Ziel.

Berliner Schulen haben bereits im vergangenen Jahr rund 11.500 mobile WLAN-Router erhalten. Im Januar 2022 wurden ihnen weitere 3.500 LTE-Router zur Verfügung gestellt. Insgesamt haben die Schulen in Berlin nun rund 15.000 mobile WLAN-Router zur Verfügung. Nach dem jetzigen Stand sei der gemeldete Bedarf erst einmal gedeckt. Die mobilen Router seien jedoch nur eine Zwischenlösung. Das endgültige Ziel sei, so Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD), dass alle Klassenräume über eine große Bandbreite und funktionierendes WLAN verfügen.

Wie funktionieren mobile WLAN-Router überhaupt?

Die Router sind mit SIM-Karten versehen und sollen über das Mobilfunknetz einzelne Klassenräume mit Internet ausstatten. Neben dem Mobilfunknetz bräuchten die Router nur noch einen Stromanschluss. Mithilfe dieser Router soll der Schulbetrieb während der aktuellen Corona-Pandemie erleichtert werden. Damit die mobilen WLAN-Router im Distanz- und Wechselunterricht etwas erreichen können, müssen laut dem Landeselternsprecher Norman Heise Schüler:innen zusätzlich SIM-Karten für zu Hause bekommen, für den Fall, dass das WLAN dort ausfällt.

 

Reichen die mobilen WLAN-Router aus, um den digitalen Unterricht zu vereinfachen?

Die Statistik zeigt, wie häufig digitale Mittel vor Corona im Unterricht eingesetzt worden sind und wie es aktuell aussieht.

Die Statistik zeigt, wie häufig digitale Mittel vor Corona im Unterricht eingesetzt worden sind und wie es aktuell aussieht. Auf dem ersten Blick ist zu erkennen, dass die tägliche Nutzung digitaler Mittel im Unterricht seit Beginn der Pandemie stark angestiegen ist. Hingegen zeigen die weiteren Säulen, dass vor Corona digitale Mittel häufig nur einmal wöchentlich oder gar monatlich eingesetzt worden sind. Damit die tägliche Nutzung digitaler Mittel im Unterricht möglichst reibungslos funktionieren kann, wurden die mobilen WLAN-Router angeschafft.

Nachteile von mobilen WLAN-Router an Schulen:

Viele Schüler:innen besitzen keine Endgeräte. Lehrer:innen sind oftmals mit digitalen Medien, wie Zoom oder aber auch den Endgeräten allgemein, überfragt. Und häufig steht  die benötigte Auswahl an Lehr- und Lernplattformen gar nicht zur Verfügung. Sobald diese Probleme behoben sind, kann mit den mobilen WLANRoutern beispielsweise der Unterricht  gestreamt oder mehrere Videokonferenzen parallel abgehalten werden, ohne dass die Internetverbindung darunter leidet. 

Dieser Notfallplan sei für den Übergang zwar hilfreich und auch effektiv, jedoch keine Langzeitlösung. Er ist auch nicht als solche gedacht, da die Mobilfunkverträge vorerst nur eine Laufzeit von 24 Monaten haben. Weiterhin muss den Lehrer:innen die benötigte Aus- und Fortbildung in diesem Bereich zur Verfügung gestellt und die nötigen Endgeräte an die Schüler:innen verteilt werden. Schulen müssen jederzeit einen stabilen Internetzugang haben, der nicht vom Mobilfunknetz einzelner Räume abhängig ist. Zudem muss der Ausbau der digitalen Infrastruktur priorisiert werden! Nur durch die Behebung all dieser Probleme kann die digitale Lehre sinnvoll und erfolgreich umgesetzt werden.

Was denkt Ihr? Sind die mobilen WLANRouter eine effektive Übergangslösung oder was muss hier noch passieren, um sorglos die digitale Lehre durchzuführen? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!