Im ersten Teil dieser Beitragsserie konntest Du lernen, mit welchen Strategien Du erfolgreich Aktivität und Lebendigkeit in Deine Präsentation bringen kannst. Von den Vorüberlegungen über den Aufbau Deines Vortrags gemäß der AIDA-Struktur bis hin zu Körpersprache – mit diesen Tipps und Tricks bist Du für den nächsten Präsentationstermin bestens gewappnet. 

Gehen wir aber nochmal einen Schritt zurück. Vorträge ohne Begleitung durch eine passende, professionelle und visuell ansprechende PowerPoint-Präsentation sind heutzutage beinahe unvorstellbar. Während vor einigen Jahren auch Plakate, Tafeln oder andere Projektionen sehr regelmäßig bei Vorträgen zum Einsatz kamen, ist dieser Trend in den letzten Schuljahren massiv zurückgegangen. Hinzu kommt das Zeitalter der Digitalisierung, das uns alle – Schüler:innen, Studierende, Referendar:innen und Lehrkräfte – Tag für Tag in engeren Kontakt mit digitalen Präsentationsmöglichkeiten bringt. Besonders in Zeiten der Distanzlehre ermöglichte PowerPoint zahlreichen Lehrkräften, nicht gänzlich auf Präsentationen verzichten zu müssen, sondern Schüler:innen auch digital die Möglichkeit zur Übung zu geben und die Lehrinhalte im Unterricht auch ohne den Einsatz analoger Medien anschaulich zu vermitteln.

Ein Laptop, auf dem Balkendiagramme zu sehen sind

Die Basics: Das Erstellen der Folien

Wir beginnen mit den Basics. Bevor es an die visuelle Gestaltung geht, sollten die Inhalte Deiner Präsentation bereits feststehen. Klarheit über die inhaltlichen Kernpunkte, komplexe Beziehungen, Erläuterungen und Beispiele helfen Dir bei der Planung der Folien und bilden das Fundament Deiner PowerPoint-Präsentation. Zunächst verleihen wir der Präsentation durch die Wahl eines geeigneten Layouts einen einheitlichen Rahmen und sorgen auf diese Weise für Übersichtlichkeit und Struktur. Vollkommen unabhängig von den Inhalten kann bereits eine solche Konsistenz in der Gestaltung Deiner Folien maßgeblich zum Verständnis Deines Publikums beitragen. Grundsätzlich kannst Du Dein Layout vollkommen frei wählen. Es gilt jedoch die Devise: Weniger ist mehr. Beschränke Dich auf wenige Farben und Grafikelemente. Zu viel Variation könnte Deine Zuhörer:innen überfordern oder gar verwirren und Deinem eigentlichen Vortrag die Aufmerksamkeit stehlen. 

Der große Vorteil von Layouts liegt in der einfachen Handhabung. PowerPoint bietet Dir eine Bandbreite an durchdachten, vorgefertigten Designmöglichkeiten, die Du nur noch mit Deinen Inhalten füllen musst. Aber Achtung: eine PowerPoint-Präsentation dient keineswegs der Darstellung Deiner gesamten inhaltlichen Ausarbeitung! Lediglich die Kernaspekte und unterstützende Grafikelemente sollten Platz auf Deinen Folien finden. Denn grundsätzlich gilt: Dein mündlicher Vortrag steht im Mittelpunkt. Folien dienen lediglich der Unterstützung und sollen das Verständnis Deiner Zuhörer:innen möglichst effektiv fördern anstatt sie vom Wesentlichen abzulenken.

Mit der Auswahl der Aufzählungszeichen, Schriftart, Grafiken, Diagrammen und anderen Hervorhebungen kannst Du Deiner Präsentation im Anschluss den Feinschliff verleihen. Achte auch hierbei darauf konsequent zu sein und Dich nicht von der breiten Auswahl verleiten zu lassen. Mache eine gezielte und beschränkte Auswahl und verwende durchweg dieselben Abstufungen. Ein kleines Beispiel: als Hauptaufzählungszeichen verwendest Du einen Punkt, in einer Abstufung einen Pfeil, der die Stichpunkte zuvor genauer erläutert, und als letzte Abstufung einen klassischen Strich. In der konkreten Gestaltung und Gliederung Deiner Folien hast Du natürlich alle Freiheiten, solltest aber stets einen klaren Plan vor Augen haben. Konsequenz ist das A und O!

In den Händen eines Mannes ein virtuelles Kreisdiagramm

Jetzt geht es an die Details!

Die Vorüberlegungen stehen nun fest: jetzt geht es an die Details der Foliengestaltung. Grundsätzlich kannst Du auch hier stets den „KISS“-Leitsatz im Hinterkopf behalten: „Keep it straight and simple!“. Wie Du diese Idee in all den Facetten Deiner PowerPoint umsetzen kannst, schauen wir uns nun gemeinsam genauer an.

Die Folienanzahl

Eine pauschale Richtlinie zur Anzahl der Folien, die Du in Deiner Präsentation integrieren solltest, zu nennen, ist wohl kaum möglich. Dennoch kann es Dir bei der Gestaltung helfen, besonderes Augenmerk auf folgende Tipps zu legen. Generell gilt: So viele Folien wie nötig, so wenig wie möglich! Behalte also stets die Reduktion Deiner Folien im Hinterkopf. Kann eine Folie entfernt werden, ohne dass Wissenslücken oder Verständnisprobleme entstehen? Können die Inhalte zweier Folien kombiniert werden? Oder sind die Erklärungen tatsächlich essentiell für den Vortrag? Als Daumenregel sollte die Folienanzahl die Hälfte der Dauer Deines Vortrags nicht überschreiten. Dies gilt jedoch lediglich als grobe Orientierung, da die optimale Anzahl stark vom individuellen Ausmaß und der Komplexität Deines Themas abhängt. Setzt Du eine Vielzahl an Visualisierungen ein, kann die maximale Folienanzahl tendenziell erweitert werden, wohingegen mit sehr textlastigen Folien eher sparsam umgegangen werden sollte.

Die Ordnung und Struktur der Folien

Als zentraler Schritt auf dem Weg zur perfekten PowerPoint-Präsentation bildet eine geordnete Folienstruktur nicht nur die Basis für die restliche visuelle Gestaltung, sondern hat in Kombination mit dem mündlichen Vortrag auch einen beträchtlichen Einfluss auf das Verständnis Deines Publikums. Du hast noch immer Probleme damit, Deine Folien übersichtlich zu gestalten? Dann können Dir folgende Tipps weiterhelfen:

1. Beschränke Dich auf eine einzige Kernbotschaft pro Folie. Je mehr zusätzliche Informationen Du hinzufügst, desto mehr verschwimmt die zentrale Aussage, die Du Deinen Zuhörer:innen vermitteln möchtest. 

2. Überschriften sollten grundsätzlich schnell zu erfassen sein. Die dazugehörigen Stichpunkte sollten sich nur auf das Wesentliche beschränken und als Faustregel fünf nicht überschreiten.

3. Zur thematischen Strukturierung kann auch die Arbeit mit Blöcken hilfreich sein und die Inhalte visuell voneinander abgrenzen. Arbeite hier beispielsweise mit verschiedenen Aufzählungszeichen, setze Absätze und rücke aufbauende Punkte optisch ein.

Buchstabensammlung
Die Schriftgröße- und art

Nun geht es an die Details: wähle hierfür eine einheitliche Schriftart für Deine gesamte PowerPoint aus. Schriftwechsel solltest Du grundsätzlich meiden und wenn doch nur sehr bedacht und strukturiert zum Einsatz bringen. Doch wer kennt es nicht? Bei der enormen Auswahl an Schriftarten, die Microsoft heutzutage bietet, setzt schnell Überforderung ein. Prinzipiell bist Du in Deiner Wahl vollkommen frei. Für Präsentationen sind jedoch eher serifenfreie Schriftarten wie beispielsweise Arial zu bevorzugen, da sie besonders auf die Ferne eine bessere Lesbarkeit als Serifenschriftarten wie etwa Times New Roman bieten. 

Für die Schriftgröße gilt: Ab etwa 24 pt für Stichpunkte und 30 pt für Überschriften ist der Text problemlos lesbar für Dein Publikum. Zuhause kannst Du dies an Deinem gängigen PC oder Laptop aus etwa 2 Metern Entfernung ebenfalls gut abschätzen.

Um zentrale inhaltliche Punkte besonders hervorzuheben, ist Fettschreibung zu empfehlen. Auch Farben sind grundsätzlich geeignet, können aber schnell Unordnung in die Folien bringen und sind daher eher mit Vorsicht zu genießen.

Die Farbwahl

Um bei Deinem Publikum einen professionellen Eindruck zu hinterlassen, solltest Du Deine Folien per se schlicht, minimalistisch und einfach gestalten. Dies gilt auch für die Verwendung von Farben. Wähle kontrastreiche, gut lesbare Farben und setze bunte Elemente bewusst und eher sparsam ein. In Hinblick auf die Lesbarkeit eignet sich am besten dunkle Schrift auf einem hellen Hintergrund.  

Bringe Leben in Deine Präsentation!

Visualisierungen und Animationen geben Dir die Möglichkeit mehr Leben in Deine Folien zu bringen. Hier gilt ganz klar: Bild schlägt Wort! Visualisiere zentrale Inhalte und vor allem Zahlen wann immer möglich und sinnvoll, um das Verständnis Deines Publikums effektiv zu fördern. Ein besonders hilfreiches Tool ist hierbei SmartArt – eine in PowerPoint integrierte Funktion, mit der Du individuell Diagramme, Grafiken, Tabellen, Fotos und Kästen erstellen und auf Deine Inhalte zuschneiden kannst.

Achte dennoch darauf Deine Visualisierungen schlicht und einfach zu halten, um Deine Zuhör:innen nicht abzulenken oder zusätzlich anzustrengen. Aus demselben Grund solltest Du mit Animationen eher sparsam umgehen. Zwar bieten sich diese zur Veranschaulichung komplexer Beziehungen durchaus gut an, tendieren aber dazu zu viel Aufmerksamkeit zu erregen und vom eigentlichen Inhalt, der mündlich vorgetragen wird, abzulenken.

Eine junge Frau präsentiert lebhaft vor einem kleinen Publikum

Jetzt heißt es nur noch: ab an den Laptop! 

Deinem nächsten Vortrag steht nun nichts mehr im Weg! Ab an den PC, PowerPoint öffnen und los geht’s! Übung macht den Meister – teste Dich gerne in Ruhe durch all die möglichen Funktionen und finde Deinen persönlichen Stil. Behältst Du die besprochenen Grundlagen und Orientierungen im Hinterkopf, ergänzt diese durch eigene Ideen und neue Elemente und übst Dich an den besprochenen Tipps zum Präsentieren aus dem vorherigen Artikel, kann kaum noch etwas schiefgehen!

Vor Deinen Präsentationen ist Nervosität Dein größter Feind? Oder vielleicht steht auch schon bald Deine erste Unterrichtsstunde an und Dir schwirren schon Wochen vorher Sorgen im Kopf herum? Dann verpasse auf keinen Fall den letzten Artikel dieser Präsentationsreihe, der in zwei Wochen zum Thema Nervosität erscheinen wird! Bis dahin, viel Erfolg beim Üben!