Auch wenn der deutsche Staat keine strikte Trennung zwischen Kirche und Staat vorsieht, ist es doch Gang und Gebe, dass der Staat eine neutrale Haltung in Glaubensfragen einnimmt. Jedoch kommt es zuweilen zu Überschneidungen, die für Kontroversen sorgen. Besonders im Bereich der Bildung scheiden sich hierbei die Geister. Eine wichtige Frage, die sich hierbei stellt, ist die Förderung eines demokratischen Denkens im Rahmen einer religiösen Bildung. Ist dies jedoch der richtige Ansatz oder können andere Optionen in dieser Hinsicht eher überzeugen?

Die Grundlagen der Demokratie sind Vielfältigkeit und Pluralismus. An Konzepten die im jungem Alter schulisch geübt werden sollen, mangelt es nicht. Eines dieser Konzepte sieht vor, mithilfe von Glaube und Religion Toleranz und Weltoffenheit zu gestalten. Nach manchen Meinungen fördere der Austausch verschiedener Glaubensströmungen das demokratische Denken und das Verständnis für unterschiedliche Ansichten. Zur Förderung dieses Dialogs zwischen Akteuren auf europäischer Ebene wurde unter anderem das Projekt “Religion and Citizenship” ins Leben gerufen. Laut Gründer Alexander Unser gäbe es aufgrund des Glaubens an biblische Erzählungen hierzulande große Strukturen, in denen sich Menschen engagieren und einbringen. Jedoch liege der aktuelle Fokus der religiösen Bildung eher auf Wissensvermittlung als auf Verständnis und Toleranz. Dieses erweckt erst den Enthusiasmus und die Begeisterung zum Engagement. Im Rahmen seines Projektes sollen mögliche Ansatzpunkte mit Handlungsbedarf erkannt werden, und Ideen zur Verbesserung gesammelt werden.

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In diesem Beitrag wird diskutiert ob Religionsunterricht noch zeitgemäß ist. Hierbei werden Grundschüler, zwei Religionslehrer und der Erzbischof über ihre Auffassungen, Meinungen und ihr empfinden über den Religionsunterricht befragt.

Alt: Zu sehen ist eine aufgeschlagene Bibel. Auf ihr liegt eine Kette mit einem Kreuzanhänger. Religion soll laut Alexander Unser einer der Gründe sein, warum es große gemeinnützige Strukturen gibt.

Trotzdem gibt es auch abweichende Meinungen dazu. Der Religionsunterricht sei nicht zielführend. Dabei gibt es laut diesem Beitrag der Welt drei Hauptkritikpunkte. Zum einen handelt es sich hierbei mehr um eine Weltanschauung als um einen faktenbasierten Lernstoff. Religion basiert eher auf dem Glauben als dass es als auf Fakten basiert, wie es zum Beispiel bei  Mathe, Physik oder Chemie der Fall ist. Zugleich ist genau dieser Glaube ein versetzungsrelevantes Schulfach. So brauchen Schüler:innen, entweder für einen guten Schnitt oder für ihre Weiterversetzung, eine entsprechend gute Note in diesem Fach. Wenn Schüler:innen und Lehrer:innen abweichende Überzeugungen besitzen, kann es zu einer unfairen Behandlung für die Schüler:innen führen. Hinzu kommt noch, dass laut Kritiker:innen andere Religionen im Unterricht, vor allem in einem christlich-dominierten Land wie Deutschland, zu kurz kommen oder mit Vorurteilen dargestellt werden. Häufig fühlen sich daher Schüler:innen mit anderen Hintergründen ausgegrenzt. Es kommt zu Spaltungen innerhalb der Klasse.So könne keine neutrale Informierung stattfinden.

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Was ist der Unterschied zwischen Ethik und Religionsunterricht? Wo liegen die bedeutenden Unterschiede? Zwei Lehrerinnen, jeweils für das Fach Ethik und Religion, erklären die Hintergründe und die Bedeutungen der jeweiligen Fächer.

 

Kritiker:innen stellen auch infrage, ob Religion und Recht überhaupt Hand in Hand gehen dürfen. Als Beispiel führen diese unter anderem die USA auf, in der Kirche und Staat rechtlich getrennt sein müssen. Zwar ist Religion als Unterrichtsfach verboten, dennoch existiert in den Staaten eine überaus aktive Glaubesszene. Kritiker:innen finden, dass Ethik die angemessene Option zur Wertevermittlung für die Demokratie sei. Da Ethik zudem auch grundlegende religiöse Fragen behandelt, werden auch religiöse Themen abgedeckt, und ein eigenständiges Schulfach ist nicht mehr notwendig.

Im Endeffekt bieten beide Seiten interessante Argumente und eine klare Antwort auf diese Frage wird es wohl in naher Zukunft nicht geben. Doch dieser Diskurs bietet die Grundlagen und die Möglichkeiten, das Bildungssystem zu überdenken und die Prozesse entsprechend anzupassen. Die Optimierung der Bildung sollte ein Ziel sein, auf das sich beide Seiten einigen können sollten.

 

Was haltet Du von Religion als Demokratieförderndes Mittel? Welche Ansätze hältst Du für angemessen” Lasst es uns in der Kommentarfunktion wissen. Wenn Du dich noch für weiteren Content zu den Themen Bildung, Schule oder Digitalisierung begeisterst, dann findest du hier mit welchen Mitteln du effizient Fremdsprachen lernen kannst, oder welche Rolle Twitter bei der Digitalisierung deutscher Schulen spielt.