Am vergangenen Mittwoch hat Nicolas Colsman, der Geschäftsführer der Zukunft Digitale Bildung zum Clubhousetalk über die Schule nach Corona eingeladen. Mit dabei waren neben Daniel Jung und Alexander Rabe auch Dario Schramm, der Vorsitzende der Bundesschülerkonferenz, die StartUp- Vorständin und Bildungsexpertin Verena Pausder, Thomas Sattelberger der einen wirtschaftlichen und politischen Hintergrund mitbrachte und mehrere Lehrerkräfte um das gesamte Schul- Spektrum abzudecken.

Schule nach Corona – was bleibt von der Digitalisierung erhalten und was muss noch dringend passieren?

In einem Punkt waren sich alle Diskutierenden einig: Das deutsche Schulsystem muss sich stark verändern, der Digitalpakt muss erweitert werden und 2023 erneut aufgestockt werden. Aber ein größeres Budget für Schulen ist nicht die einzige Lösung, alle müssen mit anpacken: Lehrkräfte, Schülerinnen, Schüler, Eltern und die Politik. Um die Digitalisierung an den Schulen voranzutreiben darf die IT kein „nice-to-have“-Feature sein. Kaum jemand ist mit der Technik an Schulen aktuell zufrieden. Das stellt einen großen Druck auf die Politik dar, insbesondere dieses Jahr durch das Super-Wahljahr. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Einfluss ein positives Ergebnis bringen wird.

ZDB Clubhousetalk

Der große ZDB Clubhousetalk zur Schuke nach Corona

Um die Digitalisierung voranzutreiben darf man aber nicht nur die Schulen digitalisieren, es muss schon bei der Ausbildung der Lehrer begonnen werden.
Dafür muss nicht nur die Technik ausgebaut werden. Das Grundkonzept der Schulen muss überarbeitet werden, Schulen müssen sich öffnen und die Lernräume verändern. Dabei geht es nicht darum das Rad neu zu erfinden, es muss ein sinnvoller Schritt-für-Schritt Plan entwickelt werden, um den SchülerInnen Spaß beim Lernen zu bereiten.

Für die Schule nach Corona muss man die aktuellen Probleme kennen.

Denn die Motivation der Schülerinnen und Schüler aktuell eines der größten Probleme, wie Lehrerin Rieke Strehl berichtet. Insbesondere im Januar war die Demotivation bei den Lernenden groß, die Quote der abgegebenen Aufgaben lag gerade einmal bei 30%. Daraufhin suchte sie das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern wobei insbesondere hervorkam, dass aktuell eine Tagesstruktur wie auch die sozialen Kontakte fehlen. Um den Schülern zu helfen und zum eigenständigen Lernen zu verhelfen, initiierte sie ein neues Projekt: Wie erstelle ich Lernvideos? Dabei lernte die Klasse worauf bei der Produktion von Lern-Zusatzmaterialien zu achten ist. Zudem wurden Empfehlungen gegeben, welche YouTube-Videos sich besonders zum Lernen eignen. Das soll den Kindern helfen in der Flut der Lernvideos die richtigen herauszufiltern.
Neben einer allgemeinen Technologisierung muss aber auch die allgemeine Bildungsstruktur verändert werden. Ein konkreter Vorschlag der Gruppe war es, einen „freien“ Tag einzuführen an dem Lehrkräfte die Möglichkeit haben sich fortzubilden und die Lernenden einen Tag selbst gestalten können.

Es darf nicht nur die Technik in ein bereits bestehendes System eingeführt werden.

Eine der wichtigsten Lehren für die Schule nach Corona ist es Stärken zu stärken und intensiver auf die Individuen einzugehen. Dadurch werden die Schülerinnen und Schüler stärker auf den stark individualisierten digitalen Alltag vorbereitet.

Schule nach Corona muss die Lernenden auf den digitalen Alltag und Arbeitsmarkt vorbereiten. 

Dazu können unter Anderem sogenannte Schul-Freiheitsgesetze geschaffen werden um die Individualität der Schulen zu steigern. Austauschplattformen müssen geschaffen werden, Vorreiter müssen gefunden werden. Ein Beispiel hier: Elon Musk, der neben der Tesla-Fabrik in Kalifornien bereits eine Schule der Zukunft unter anderem für seine Kinder gegründet hat.

Was brauchen wir also um die Schulen digitaler zu machen?

In der Schule nach Corona muss mehr Raum für Pilotprojekte der Schule der Zukunft geschaffen werden. Schul-Freiheitsgesetze fördern die individuelle und schnelle Ausgestaltung der Schulen. Ganz wichtig ist, dass die Lehrenden die nötwendige Ausbildung erhalten um selber mit den digitalen Anforderungen zurecht zukommen. 
Dabei darf es keine Symptomlösungen geben.  Wir brauchen eine grundlegende Veränderung des deutschen Schulsystems, von der Kommune bis zum Bund müssen veraltete Strukturen aufgebrochen werden. Nur so wird die Schule zu einem Wohlfühlort, an dem unsere Kinder für den digitalen Alltag optimal gerüstet werden. 

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