Stella ist vierzehn Jahre alt und geht auf eine Waldorfschule in Niedersachsen. Für Lehrer News berichtet sie, wie sie die Schule während Corona seit dem letzten Jahr wahrgenommen hat.

Der erste Lockdown – Unerwarter und unvorbereitetes Distanzlernen!

Anfang 2020 haben uns die Auswirkungen von Corona alle sehr überrascht und auch der erste Lockdown kam unerwartet – und unvorbereitet. Wir Schüler merkten schnell, dass es Lehrer gab, die besser mit der Situation umgehen konnten und andere, die überfordert waren. Es musste schnell eine Lösung gefunden werden und unsere Schule entschied sich, die Lernaufgaben zunächst über normale E-Mails zu versenden und Zoom für Konferenzen zu nutzen. Gleich zu Beginn wurde deutlich, welche Schüler für sich arbeiten und sich organisieren können und welchen die Führung durch den Lehrer fehlte. Ich persönlich hatte keine großen Probleme mit den Aufgaben und dem Distanzlernen, aber ich musste immer an die Schüler denken, die nicht alles auf Anhieb verstehen und mehr Hilfe benötigt hätten. Da sich nicht alle Lehrer gleich gut mit Medien auskennen, wurden nicht in allen Fächern Videokonferenzen geführt und man war entweder auf sich allein gestellt oder musste versuchen, per Email Antworten zu bekommen.

Lehrer im Lockdown

Nicht alle Lehrerinnen und Lehrer schaffen den digitalen Unterricht.

Lockdown 2.0 was hat sich verändert?

Während wir dann im Sommer wieder Schule hatten, wurde die Niedersächsische Bildungscloud entwickelt, um die Dateien sicher zu verschicken und zu speichern. Als dann der nächste Lockdown kam, waren wir schon besser vorbereitet und der Unterricht konnte vielfältiger gestaltet werden. Doch auch jetzt gibt es immer noch Lehrer und auch Schüler, die Probleme im Umgang mit der Mediennutzung haben. Hier war das Engagement der Lehrer gefragt, die sich mit der Cloud auskannten, um den anderen zu helfen. Auch die Mithilfe der Schüler und der Eltern war gefordert. Und ich spreche hier von meinem Jahrgang, der neunten Klasse. Die Situation in den unteren Jahrgängen ging deutlich zu Lasten der Eltern, da es dort keinen digitalen Unterricht gab und die Eltern die Aufgaben selbst erklären mussten. In dieser Situation wurde deutlich, wie viel vom Engagement der einzelnen Lehrer abhängt, ihren Schülern die nötige Unterstützung zukommen zu lassen und wie Defizite im Umgang mit Mediennutzung zu Lasten von uns Schülern gehen. Ich würde mir wünschen, dass alle Lehrer die Möglichkeit haben eine Medienkompetenz zu entwickeln, mit deren Hilfe sie uns Schüler bestmöglich im Lernen zu Hause begleiten und stärken können.

Wir bedanken uns herzlich bei Stella für ihren Bericht und ihre Eindrücke über „Schule während Corona“ und wünschen ihr und ihren Mitschülerinnen und -schülern viel Erfolg im Unterricht trotz Lockdowns. Für alle Lehrkräfte, die ihre Medienkompetenzen verbessern möchten sind eventuell die Fortbildungen der Zukunft Digitale Bildung interessant. Wie sind Eure Erfahrungen mit der Krise, und die Eurer Schülerinnen und Schüler? Schreibt es uns in die Kommentare oder per E-Mail an redaktion@lehrer-news.de!