Die fortschreitende Digitalisierung bringt viele neue Möglichkeiten mit sich, besonders den Schulunterricht so einfach wie möglich auch online zu gestalten. Hierfür gibt es eine große Auswahl an Unterrichts-Tools für alle möglichen Anwendungen. Im Folgenden stehen sechs solcher Tools im Vergleich. Ein besonderer Fokus liegt im Datenschutzbereich. Wie sicher sind die digitalen Tools? Welche Schwachpunkte weisen sie in Bezug auf die Datensicherheit auf?

Asana – Management von Projekten und Gruppenarbeiten

Zu sehen is das Programm Asana.

Was ist Asana?

Asana ist eine praktische Software, die im Projektmanagement eingesetzt werden kann. Die Arbeit der gesamten Unterrichtsklasse kann zentral gespeichert und auch organisiert werden. Dadurch können beispielsweise auch individuelle Stundenpläne erstellt werden, mit deren Hilfe die Schüler:innen ihren Unterrichtstag planen können. 

Wie sicher ist Asana?

Jedes Mitglied des Arbeitsbereiches hat vollen Zugriff auf die Daten der anderen Teammitglieder. Dies kann umgegangen werden, indem einzelne Daten als “privat” gekennzeichnet werden. Asana verwendet stets eine SSL-Verbindung. Außerdem wird jeder einzelne Datenzugriff überprüft, sodass niemand außerhalb der Gruppe auf interne Daten zugreifen kann. Dadurch werden auch webbasierte Vektorangriffe unterbunden. Dennoch werden alle eingestellten Inhalte für interne Analysen genutzt, sowie mit externen Quellen verknüpft. Außerdem liegen alle Daten auf Amazon-Servern in den USA. Zuletzt sollte noch erwähnt werden, dass sich Asana über die AGB absichert, dass sie als Betreiber keinerlei Haftung übernehmen. 

Fazit

Asana ist ein funktionelles, digitales Tool, das optimal im Distanzunterricht verwendet werden kann. Dennoch sollten sich Nutzer.innen bewusst sein, dass jegliche Daten gespeichert werden und teilweise anderweitig genutzt werden.

Microsoft Teams – Für Besprechungen und geteilte Dokumente

Was ist Microsoft Teams?

Microsoft Teams ist eine Kommunikationssoftware, die für Chats, Besprechungen, Notizen oder Anhänge genutzt werden kann. Dabei eignet sie sich insbesondere für den Austausch zwischen den Schüler:innen untereinander oder auch für das einfache Versenden von Dokumenten. Ebenso ist ein Austausch per Videochat möglich.

Wie sicher ist Microsoft Teams?

Microsoft erfasst Daten, unter anderem um die eigenen Produkte zu optimieren. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Speicherung dieser Daten auf weltweiten Servern. Ab 2022 möchte Microsoft den Kund:innen anbieten, die Daten zumindest auf europäischen Servern abzuspeichern. Im schulischen Bereich gibt es Bedenken bezüglich der Datensicherheit: Erst im Oktober 2021 wurde kritisiert, dass Schulen nicht mit Microsoft Teams arbeiten dürften. Diese Entscheidung wurde jedoch revidiert. Gerade um für Schulen interessant zu bleiben, wird Microsoft einiges verbessern.

Fazit

Microsoft Teams ist ein praktisches Unterrichts-Tool mit Schwächen im Bereich des Datenschutzes. Da laut Microsoft an den Problematiken des Datenschutzes gearbeitet werde, ist auch diese Software zu empfehlen. 

Zu sehen ist eine Hand die einen Laptop bedient.

Loom – Kreieren von Videos

Zu sehen ist das Programm Loom.

Was ist Loom?

Loom ist ein digitales Tool, mit dem Videos aufgenommen werden können. Ebenso sind sogenannte Screencasts (Videotutorials) möglich. Diese können schnell und einfach an andere Personen geschickt werden. Dadurch können Lehrer:innen beispielsweise Tutorials aufnehmen und an ihre Schüler:innen versenden. So könnten schwierige Sachverhalte adäquat erklärt werden und die Lehrkraft kann individuelle Videos versenden.

Wie sicher ist Loom?

Der Zugriff auf die Webpräsenz von Loom ist lediglich über eine TLS verschlüsselte Verbindung möglich. Loom selbst hat sich nach dem EU-US Privacy Shield zertifiziert. Generell wurden mit Loom überwiegend gute Erfahrungen im Bereich des Datenschutzes gemacht. 

Fazit

Loom ist eine Software, die ohne große Bedenken genutzt werden kann. Sie ist praktisch in der Anwendung und eignet sich optimal für den digitalen Distanzunterricht. Gerade für Anwendungsbeispiele in den Naturwissenschaften kann Loom das Verständnis der Schüler:innen für komplexere Themen erleichtern.

Canva – Kreatives Arbeiten und Bildgestaltung

Was ist Canva?

Canva ist ein Programm, mit dem Grafiken gestaltet werden können. Die Handhabung ist selbsterklärend und das Tool vielfältig einsetzbar. Im Unterricht könnte es zum Beispiel in der Kunsterziehung, aber auch in vielen anderen Bereichen eingesetzt werden. Hinzu kommt, dass Canva Pro für Bildungseinrichtungen kostenlos ist. Somit haben Schüler:innen, als auch Lehrer:innen die Möglichkeit, Canva zu nutzen. 

Wie sicher ist Canva?

Um Canva zu nutzen, muss sich mit einer E-Mail-Adresse registriert werden. Da diese bei schulinterner Nutzung über eine gesonderte E-Mail läuft, werden lediglich die Daten dieser E-Mail-Adresse gespeichert. Canva selbst ist ein Anbieter aus Australien und nutzt Amazon Web Service für die Bereitstellung seiner Dienste. Bezüglich etwaiger Cookies ist Canva transparent – Benutzer:innen können in den Einstellungen festlegen, welche Cookies sie zulassen möchten.

Fazit

Insgesamt überzeugt Canva als sinnvolles digitales Unterrichts-Tool. Bezüglich des Datenschutzes ist Canva gut aufgestellt. Zusätzlich verspricht Canva ein multifunktionales Nutzererlebnis, sodass es vielfältig im (Distanz-)Unterricht eingesetzt werden kann.

Zu sehen ist eine Person mit einem Laptop.

Kialo – Optimaler Austausch

Zu sehen ist das Programm Kialo.

Was ist Kialo?

Kialo Edu bietet einen geschützten, digitalen Raum, in dem debattiert sowie argumentiert werden kann. Lehrer:innen und Schüler:innen können Themen gemeinsam besprechen und bearbeiten. Diskussionsthemen können somit sinnvoll strukturiert werden, sodass ein interaktiver Austausch auch im Distanzunterricht gewährleistet werden kann.

Wie sicher ist Kialo?

Zur Nutzung setzt Kialo individuelle Benutzerkonten voraus. Dies gilt sowohl für Lehrer:innen, als auch für Schüler:innen. Ein Konto kann mithilfe von Google oder über einen Nutzernamen mit Passwort erstellt werden. E-Mail-Adressen können optional angegeben werden. Außerdem gibt es die Option, dass Lehrkräfte für ihre Schüler:innen Benutzerkonten erstellen. Kialo lässt sich mit anderen Tools, wie zum Beispiel Moodle, verbinden. Dabei besteht jedoch keine direkte Datenverbindung.

Fazit

Insgesamt ist Kialo ein sicheres, funktionales Online Tool, das es Schüler:innen sowie Lehrer:innen erleichtert, miteinander in Kontakt zu treten. Dabei ist es einfach zu bedienen und bietet viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten.

Moodle – Das virtuelle Klassenzimmer

Zu sehen ist das Programm Kialo.

Was ist Moodle?

Moodle ist ein Programm, das auch als Lern-Management-System (LMS) bezeichnet wird. Mithilfe des Tools können Gruppenarbeiten, Diskussionen, Einzelarbeiten und sogar Tests digital abgebildet werden. Dadurch können Lernende sinnvoll unterstützt werden. Moodle ist auch gut mit der Präsenzlehre kombinierbar, dies wird auch als Blended Learning bezeichnet.

Wie sicher ist Moodle?

Moodle gilt generell als sicheres Programm. Solltest Du per E-Mail-Adresse registriert sein, muss das Alter sowie das Land angegeben werden. Die Datenschutzinformationen müssen bestätigt werden und sind transparent nachlesbar. 

Fazit

Moodle wird seit Jahren im Unterricht genutzt und bietet viele verschiedene Funktionen. Die Benutzung per schulinterner E-Mail-Adresse wird empfohlen und erscheint als sicherste Variante.

Insgesamt gibt es viele verschiedene digitale Unterrichts-Tools.

Welche Erfahrungen bezüglich digitaler Unterrichts-Tools hast du bereits gesammelt? Schreibe uns gerne in einem Kommentar. Weitere Artikel zum Thema Distanzunterricht findest Du hier und hier.