Ablenkung der Schüler:innen, Störung des Unterrichts – Smartphones werden oft als Problem im Schulalltag gesehen. Doch sie nur zu verteufeln, bringt einem als Lehrer:in leider auch nicht die nötige Aufmerksamkeit der Schüler:innen ein, und ein Verbot hält viele Schüler:innen sicher nicht davon ab, ihr Smartphone auch außerhalb der Pausen aus der Tasche zu holen. Ein Grund mehr, sich selbst gut über Smartphones zu informieren und den sicheren Umgang zu lernen, denn wer Smartphones sinnvoll in den Unterricht integriert, kann hier viele Pluspunkte sammeln. Darüber hinaus können sie durchaus auch so im Unterricht eingesetzt werden, dass auch oder besonders die Lehrer:innen davon profitieren. Doch worauf sollte man als Lehrkraft beim Kauf eines Smartphones überhaupt achten? Und wobei kann mich das Smartphone überhaupt unterstützen? Wir haben euch heute einen kleinen Ratgeber vorbereitet, der diese Fragen beantwortet.

Zettelchaos war gestern – digitales Lehrerzimmer für unterwegs

Als Lehrer:in muss man unglaublich viel im Kopf haben: Unterrichtsvorbereitung, Stundenplan, Stoffverteilung, Sitzpläne, Notenverwaltung oder Checklisten – es ist unmöglich, das alles immer präsent zu haben. Da ist es schon ein kleines Desaster, wenn der Planer mal zu Hause auf dem Schreibtisch vergessen wird. Warum das wichtigste nicht also digitalisieren? Mit den richtigen Apps hat man immer alles parat und gut organisiert und kann sogar offline darauf zugreifen, wenn das WLAN in der Schule mal wieder ausfällt. Auch was zu Hause am Computer eingetragen wurde, kann so von unterwegs abgerufen werden. Neben der Organisation macht die Kommunikation mit Schüler:innen und Eltern natürlich auch einen großen Teil des Lehrerberufs aus. Egal ob Online-Unterricht oder Elterngespräch – für alles findet sich eine passende App, die die Grenzen zwischen privater und beruflicher Kommunikation wieder herstellt. Auch der Austausch mit Kolleg:innen sowie die Koordination von Terminen im Kollegium können so bequem von überall gesteuert werden.

Mit dem Smartphone lassen sich aber nicht nur Termine und Kontakte pflegen, sondern auch Materialien vorbereiten. So kann eine gute Smartphone-Kamera mit der richtigen App mittlerweile qualitativ hochwertige Scans von Dokumenten aufnehmen, die direkt an die Schüler:innen weiter verschickt werden können. Aber keine Angst, nicht alles muss erst eingescannt werden: Über Apps von Schulbuchverlagen stehen ganze Lehrbücher digital zur Verfügung.

Apps und Organisationstools fürs Smartphone

Wie kann ein Smartphone im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden?

Die Nutzung von Smartphones im Unterricht kann zudem da aushelfen, wo noch nicht genug technische Ausstattung vorhanden ist. Für Projekt- oder Gruppenarbeiten, Recherche oder Vokabelfragen ist es besonders gut geeignet. Zudem ist die Vermittlung gewisser Medienkompetenzen sinnvoll, da Schüler:innen tagtäglich mit der Nutzung digitaler Medien konfrontiert werden. Welche Apps Ihr wie am sinnvollsten einsetzen könnt, zeigen wir euch hier.

Nachdem ihr nun wisst, wieso die Anschaffung eines Smartphones auch für Lehrer:innen sinnvoll sein kann und was ihr alles damit erledigen könnt, wollen wir im Folgenden auf die wohl für Lehrkräfte interessantesten Funktionen und technischen Voraussetzungen etwas näher eingehen und euch etwas detailreicher erklären, worauf ihr achten solltet.

Das Betriebssystem

Welches Betriebssystem man wählt, kann entscheidend sein. Wichtig ist, dass man kein veraltetes System erwirbt, egal ob Android oder iOS. Bei Android gibt es dann wieder weitere Umstände, auf die geachtet werden sollten. So nutzen die neuesten Huawei-Smartphones zwar Android, dürfen aber keine Google Dienste mehr verwenden, was das benutzen von digitalen Apps und Tools für Lehrkräfte und Schüler:innen erschweren würde. Wenn ihr bereits Apps habt, die ihr gern verwendet, checkt vor dem Kauf am besten einmal, mit welchem Betriebssystem diese kompatibel sind.

Ein Smartphone zum Videos drehen

Wie bereits erwähnt, steigt der Bedarf von Lehrer:innen und Schüler:innen, ihr Equipment dem digitalen Wandel anzupassen. Einfach mal bequem vom Handy aus Lernvideos oder Stop-Motion Filme für den Unterricht zu drehen, sollte deshalb möglich sein. Wie Ihr solche Videos erstellt, erklären wir euch übrigens hier. Aber das wichtigste zum Erstellen solcher Videos ist natürlich die Kamera! Worauf solltet Ihr beim Kauf achten? Ohne einen Testlauf der Linse ist es natürlich schwer abzuschätzen, wie gut die Qualität tatsächlich ist. Als Leitfaden können wir aber festhalten, dass das Smartphone mindestens drei Linsen und 12 Megapixel in der Hauptkamera aufweisen sollte. Hat das Handy beides, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Tele- und Weitwinkelobjektiv enthalten sind, die für solide Bilder- und Videoqualität unerlässlich sind. Ein weiterer Hinweis auf gute Bildqualität ist die Blendenöffnung der Linsen. Je kleiner die Zahl hier angegeben ist, desto besser ist die Qualität auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Die Blendenöffnung wird in f/X.X angegeben. Um also ein Modell zu erwischen, das zeitgemäß ist, sollte die Obergrenze f/2.0 betragen.

Smartphone zum Video drehen

Wenn der Speicher mal wieder voll ist

Eins der wahrscheinlich ärgerlichsten Dinge ist es, wenn plötzlich auf dem Display die Fehlermeldung „Speicher voll“ erscheint – besonders für Menschen, die mit Ihrem Handy arbeiten. Da die Digitalisierung die Nutzung von Smartphones im Unterricht und zur Unterrichtsvorbereitung vorantreibt, ist Speicherplatz ein wichtiges Kriterium. Schließlich ist es praktisch, wenn die ein oder andere Datei auch mobil vom Handy aus abrufbar ist. Damit euch ein voller Speicher erspart bleibt, solltet Ihr beim Kauf darauf achten ein Modell zu erwerben, das mindestens 128 GByte Speicher aufweist. Damit seid Ihr im guten Mittelfeld, was euren Speicherplatz betrifft. Besonders hilfreich ist es, wenn das Smartphone die Funktion besitzt, den Speicher in Form von microSD-Karten zu erweitern.

Der Akku ist leer

Es gibt wohl nichts Nervigeres, als unterwegs festzustellen, dass der Akku plötzlich leer ist. Dabei wollte man doch noch etwas mit einem Kollegen besprechen und auf dem Weg nach Hause schon mal etwas für den morgigen Tag organisieren. Besonders wenn das Smartphone in einer lustigen und kreativen Unterrichtsstunde eingeplant ist und ausgerechnet dann den Geist aufgibt, wird es äußerst ärgerlich. Damit euch das nicht passiert und in der Not wieder auf den staubigen Overhead-Projektor zurückgegriffen werden muss, solltet Ihr beim Kauf direkt auf eure Akkuqualität achten. Eine hohe mAh-Angabe ist durchaus ein Indiz für eine längere Akkulaufzeit, aber gewiss kein Beweis. Moderne Smartphones sollten daher nicht unter 3500-mAh zu bieten haben. Beim iPhone kann der Wert etwas darunter liegen. Auch eine hohe Ladeleistung ist nicht zu vernachlässigen. Als Mindestrichtwert empfiehlt TechStage 20 Watt.

Dual-SIM-Funktion

Eine besonders nützliche Eigenschaft, die ein Smartphone bieten kann, ist die sogenannte Dual-SIM-Funktion. Diese ermöglicht es euch, durch einen doppelten Steckplatz zwei SIM-Karten zu nutzen. Damit seid Ihr unter zwei Nummern erreichbar und könnt diese sowohl jeweils zeitgleich nutzen, als auch eine abstellen. Da aufgrund mangelnder Digitalisierung leider immer noch die meisten Lehrer keine Diensthandys zur Verfügung gestellt bekommen, ist das eine gute Lösung für Lehrkräfte. Schließlich sollte jede Lehrkraft die Möglichkeit haben, Ihre privaten Daten von den beruflichen zu trennen. So kann auch vermieden werden, dass Eltern oder Schüler:innen sich ständig auf Eurer Privatnummer melden. Trotzdem haben so Schüler:innen, Kolleg:innen und Eltern die Möglichkeit, Euch bei Fragen oder Ähnlichem zu erreichen.

Zettelchaos war gestern

Billig aber gut?

Wichtig ist der Preis natürlich immer. Ein halbes Vermögen für ein Smartphone zu bezahlen ist schwachsinnig und unrealistisch. Aber wie findet man die perfekte Balance zwischen Funktionstüchtigkeit und bezahlbarem Preis? Als Tipp empfehlen wir, dass Ihr euch die Topmodelle aus dem Vorjahr anschaut. In solchen Listen findet Ihr häufig, was Ihr sucht. Veraltet sind die Modelle schließlich noch lange nicht. Sicherheitsupdates stehen immer noch zur Verfügung und auch die Funktionen laufen weiterhin einwandfrei, der Preis sinkt aber im Vergleich zu den neuesten Modellen. Wenn Ihr gute Preise für hochwertige IT-Geräte, also auch Smartphones sucht, dann schaut euch doch mal im Shop der AfB um! Dort findet Ihr das passende Smartphone zu einem guten Preis und unterstützt die gemeinnützige Organisation bei Ihrem Ziel, Menschen mit Behinderungen das Arbeitsleben zu ermöglichen.

Wenn Ihr jetzt noch nicht genau wisst, wie Ihr ein passendes Smartphone finden könnt, ist der Handy-Konfigurator vielleicht etwas für euch. Hier kann man alle Kriterien eingeben, die das Produkt am Ende erfüllen soll, und bekommt so ein paar Modelle vorgeschlagen. Wer das passende Smartphone schon gefunden hat und jetzt noch ein geeignetes iPad sucht, kann sich hier umschauen.