Schon in Belgien und Großbritannien soll es  bereits an Schulen zu gewalttätigen Vorfällen gekommen sein, weil Schüler und Schülerinnen brutale Szenen aus der aktuellen Netflix-Serie “Squid Game” nachahmten. Dabei wurden die Verlierer:innen regelrecht verprügelt. Eine belgische Schule teilte dies in einem Facebook-Post mit. Der Beitrag ging im Netz viral und wurde fast 40.000 Mal geteilt. Die Schulleitungen mussten sich dringend an die Eltern wenden, um vor den Einfluss der Serie zu warnen.

Bei „Squid Game“ wird in neun Folgen die Geschichte von knapp 500 Menschen erzählt, die sich alle hoch verschuldet haben. Sie treten in nur scheinbar harmlosen Kinderspielen (grünes Licht – rotes Licht/ Form aus einem Keks stechen, ohne dass der Keks kaputt geht/ Tauziehen etc.)  gegeneinander an, um ein Preisgeld in Millionenhöhe zu gewinnen. Doch der makabre Wettbewerb lässt keine zweite Chance zu: Wer es nicht in die nächste Runde schafft, wird umgehend getötet.

 

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Laut dem US-amerikanischen Streamingdienst ist die südkoreanische Serie “Squid Game” die bisher erfolgreichste Netflix-Produktion mit den höchsten Zuschauerzahlen. Das Unternehmen schrieb auf seinem Twitter-Account, dass “Squid Game” offiziell 111 Millionen Fans und Zuschauer:innen erreicht hat und ist damit der größte Serienstart aller Zeiten. Der Erfolg der Serie ist kein Zufall, denn sie verhalf auch der Netflix-Aktie dazu, einen neuen Rekordwert zu erreichen.

Mega Erfolgsserie findet Nachahmer an Schulen. Schüler:innen spielten brutale  Szenen nach. Verlierer:innen werden verprügelt.

FSK 16: Kinder sind noch zu jung

Wie sieht es an deutschen Schulen aus? Aufgrund der zahlreichen Gewaltdarstellungen ist die Serie erst ab 16 Jahren freigegeben. „Wenn Serien so populär sind wie ‚Squid Game‘, dann kann man sich sicher sein, dass ein Großteil der Kinder und Jugendlichen, auch derer unter den empfohlenen 16 Jahren, sie gesehen hat. Das geht durch. Es ist offensichtlich, dass solch eine virale Serie die Schülerinnen und Schüler bewegt“, sagt Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

Doch ein Auslöser für eine Gewaltwelle an deutschen Schulen war die Serie nicht. „Aus den einzelnen Verbänden haben Lehrer:innen noch von keinen Vorfällen berichtet.“ Dennoch bleibt das Problem bestehen, dass Kinder und Jugendliche Zugang zu Serien mit expliziten Gewalt- und Sexualdarstellungen haben. „Jugendschutz gibt es faktisch nicht mehr – egal, welche Einstellungen die Streamingplattformen vorgenommen haben. Die Kinder und Jugendlichen kommen trotzdem an die Produkte“, so Meidinger. Jedoch befürchtet er, dass es für die meisten nicht das erste Mal ist, dass sie mit expliziten Gewaltdarstellungen in Berührung gekommen sind. „Sehr viele sind solche Formate leider gewöhnt.“

Offene Gesellschaftskritik

In seinem Heimatland hat „Squid Game“ vor allem wegen seiner offenen Gesellschaftskritik den Zeitgeist getroffen. „Ein Grund, warum das rekordverdächtige Hit-Drama von Netflix bei so vielen Menschen Anklang fand, ist, dass es auch ein sozialer Kommentar zu realen Vorfällen in Korea ist“, schreibt etwa die Tageszeitung Korea Herald. Wachsende Ungleichheit, Diskriminierung sozialer Minderheiten und ein extremer Leistungsdruck: Fast alle großen Gesellschaftsprobleme werden in der Serie aufgegriffen. In einem Interview sagte Regisseur Hwang Dong-hyuk, dass er das „Überlebensspiel als eine Metapher, eine Parabel für die moderne kapitalistische Gesellschaft“ darstellen wollte.

Schaut Ihr die Serie “Squid Game”? Wie ist Eure Meinung zur Serie und zu den Vorfällen an den Schulen? Teilt sie uns gerne in den Kommentaren mit! Hier könnt Ihr einen weiteren Artikel darüber lesen, welche die Top 10 Serien für Lehrer:innen sind.