Seit dem Beginn der Corona-Pandemie nehmen die Defizite im Bildungssystem immer weiter zu. Schulschließungen, Homeschooling und Quarantäneverordnungen verursachen gemeinsam einen erheblichen Lernrückstand bei einigen Schulklassen. Die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung behindern viele Schüler:innen beim Lernen. Um den Anschluss nicht zu verlieren, benötigen sie Alternativen. Deshalb wurde nun das neue, unkonventionelle Unterstützungsprogramm students@school in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen.

Zu sehen ist ein Tablet, auf dem “School Project” steht. Um das Tablet herum befinden sich allerlei Schreib- und Bastelutensilien. Das Projekt students@school wurde von der Bildungsinitiative RuhrFutur zur Unterstützung von Schülern ins Leben gerufen und von der nordrhein-westfälischen Landesregierung unterstützt.

Mit students@school soll auf die aktuelle Situation reagiert werden, indem Student:innen dazu animiert werden, Schüler:innen beim Lernen zu betreuen und ihnen fächerspezifische Unterstützung anzubieten. Das Augenmerk des Programms liegt dabei auf den sprachlichen und mathematischen Fächern der ersten sechs Jahrgängen. Qualifizierte Studierende sollen den coronabedingten Lernrückstand in diesen Fachgebieten wiedergutmachen, indem sie sich persönlich in die Schulen begeben, den Unterricht dort in Kleingruppen ergänzen und als Ansprechpartner:innen für die Schüler:innen fungieren. Dafür erhalten sie einen Stundenlohn, der sich an dem Honorar von 15€ pro Stunde für studentische Hilfskräfte im Masterstudiengang orientiert, und eine eventuelle Anrechnung an ihrer Hochschule, zum Beispiel als Berufsfeldpraktikum. Tendenziell werden zwar Lehramtsstudierende im Master bevorzugt, aber alle Student:innen mit passendem, pädagogischen Bildungsweg können daran teilnehmen. Vor ihrem Einsatz werden sie zusätzlich etwa 20 Stunden lang kostenlos geschult. Im Schnitt beteiligen sie sich dann 7 Stunden die Woche am Unterricht. Für die Schulen ist das Hilfsprogramm unentgeltlich.

Das Programm students@school wurde von der Bildungsinitiative RuhrFutur ins Leben gerufen. Dabei erhält die Organisation Förderungsmittel vom Ministerium für Schule und Bildung in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt stellt das Bundesland zehn Millionen Euro dafür zur Verfügung. Die Landeselternkonferenz in NRW befürworter das Engagement, sieht es aber lediglich als ersten Ansatz an. Sie fordert zum einen mehr Geld, das zur Bewältigung der pandemiebedingten Lernrückstände bereitgestellt wird. Zum anderen verlangt sie mehr Personal an den Schulen. Die Student:innen, deren Ausbildungen noch nicht abgeschlossen sind, können nur eine vorübergehende Notfallmaßnahme sein. Der Personalmangel könne nicht auf diese Weise nachhaltig eliminiert werden.

Zu sehen ist eine gezeichnete Mindmap, in deren Mittelpunkt das Wort “Tutoring” steht. Um den Zeichenblock herum befinden sich Stifte, Handy, Pflanze, Tastatur, Kaffeebecher und Arme. Durch das Programm students@school sollen Studenten Schülern beim Lernen betreuen und so den pandemiebedingten Lernrückstand wiedergutmachen.

Da es sich bei students@school gegenwärtig noch um ein Pilotprojekt handelt, ist es derzeitig auf die Hochschulen Ruhr-Universität Bochum, TU Dortmund und Universität Duisburg-Essen begrenzt. Die Bewilligung des Programms läuft am 31. Dezember 2022 aus. Danach sollen die Ergebnisse über die Zukunft des Projekts entscheiden. Geplant ist, dass Student:innen je nach Bedarf in die entsprechenden Ortschaften geschickt werden. Primär sollen die Gebiete mit den größten Lerndefiziten ausgelastet werden. Deshalb wird momentan speziell zur Bestimmung der Notwendigkeit ein Matching-Tool programmiert, welches die Bedürfnisse und die Präferenzen der einzelnen Schulen miteinander vergleicht. Da sich all dies aber noch in der Entwicklung befindet, wurde die genaue Umsetzung noch nicht konkret definiert. Das Projekt students@school soll in Kürze beginnen, damit Schüler:innen möglichst noch in diesem Halbjahr geholfen werden kann.

Was ist Deine Meinung zum students@school-Programm? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen. Falls Dich noch weitere Beiträge zum Thema Schule, Lehramt und Corona interessieren, dann findest du hier einen Artikel zur aktuellen Corona-Lage an den deutschen Schulen und hier erfährst du jede Menge nützliche Tipps und Tricks rund um das Lehramtsstudium.