Lehrerinnen und Lehrer werden in der heutigen Zeit der Coronakrise mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert. Eine der größten Herausforderungen war und ist die Umstellung auf den digitalen Unterricht – und die einhergehenden Unterrichtskosten. 

Die Lehrerinnen und Lehrer müssen sich Ideen einfallen lassen, wie sie bestmöglich Ihren Unterrichtsstoff Ihren Schülerinnen und Schülern vermitteln. Um dies erfolgreich zu meistern, brauchen Sie natürlich die richtige Ausrüstung. 

Dass digitaler Unterricht ohne PC nicht möglich ist, ist klar. Des Weiteren müssen die Lehrerinnen und Lehrer meist auf Tools zurückgreifen, welche für den digitalen Unterrichten entwickelt wurden. Manche dieser Tools sind kostenfrei. Andere wiederum kosten die Lehrerinnen und Lehrer Geld. Dass Lehrkräfte bereits reichlich Ausgaben für Unterrichtsmaterial und Weiteres ausgeben steht fest und wird im Folgenden näher von uns erläutert. Ob der digitale Unterricht für die Lehrerinnen und Lehrer eine weitere Kostenquelle darstellt oder ob sich die Unterrichtskosten sogar reduzieren, untersuchen wir ebenfalls.

Unterrichtskosten für Lehrkräfte vor der Umstellung auf digitalen Unterricht

Einer Umfrage der Website Lehrerfreund.de aus dem Jahre 2013 hat genau dieses Thema untersucht und dafür 147 Lehrerinnen und Lehrer befragt. Das Ergebnis der Umfrage gab aus, dass die Lehrkräfte im Jahr durchschnittlich 585 Euro aus Ihrer Privatkasse für Unterrichtsmaterialien bezahlen. In der folgenden Tabelle lässt sich recht anschaulich die Gewichtung der verschiedenen Stufen an Ausgaben sehen. 

Quelle: https://www.lehrerfreund.de/schule/1s/lehrer-ausgaben-unterrichtsmaterial/4435

Des Weiteren stellte sich bei der Umfrage raus, dass Lehrkräfte durchschnittlich an Gymnasien 697 Euro und an Grundschulen 675 Euro ausgeben. Dies macht sie zu den Schultypen mit den meisten Ausgaben. Weitere Schultypen und ihre Ausgaben werden in folgender Tabelle dargestellt. 

Quelle: https://www.lehrerfreund.de/schule/1s/lehrer-ausgaben-unterrichtsmaterial/4435

Ein etwas neuerer Artikel von Spiegel.de aus dem Jahre 2018 berichtet ebenfalls über die privaten Ausgaben von Lehrerinnen und Lehrern für Unterrichtsmaterial. Hierbei wurden lediglich die Lehrerinnen und Lehrer einzeln befragt und deren Ergebnisse dargestellt. In diesem Artikel werden klar die Unterschiede der Ausgaben und deren Gründe dafür dargestellt. Die Unterschiede in Lehrfach, Wohnort, Kapazität der Schule bewirken vor allem die verschiedenen Ausgaben. Wo manch eine Lehrkraft 800 bis 1000 Euro im Jahr für beispielsweise Stifte, Papier, Druckerpatronen und sonstiges Unterrichtsmaterial ausgibt, fallen für andere Lehrkräfte zusätzlichen Kosten für die Einrichtung eines Arbeitszimmers an. Eine Maßnahme, die viele Lehrerinnen und Lehrer treffen, da in manchen Schulen die Lehrerzimmer zu wenig Platz bieten. Ein Lehrer aus München berichtet, er habe sich ein Arbeitszimmer angemietet, wodurch seine jährlichen Kosten um die 3000 Euro betragen.

Lehrerinnen und Lehrer haben jedoch die Möglichkeit Ihre Anschaffungen steuerlich abzusetzen. Dies ist unter anderem möglich bei Arbeitsmitteln, Fahrtkosten, Arbeitszimmern und Telefon- und Internetverbindung.

Weniger Kosten durch Digitalisierung? 

Nachdem wir Euch nun einen Überblick über die verschiedenen Ausgaben der Lehrkräfte gegeben haben, möchten wir gerne Euch unsere Meinung zu den Kosten der Digitalisierung mitteilen.

Die meisten denken, dass die Umstellung auf digitalen Unterricht mit vielen Kosten verbunden sein muss, da man sich erstmal ja einen arbeitsfähigen PC oder Laptop anschaffen muss. Dass der PC anders wie die herkömmlichen Arbeitsmaterialien eine langfristige Anschaffung ist und die Kosten somit sich über die Jahre erstrecken, wird oft nicht beachtet. Außerdem ist es ebenfalls möglich einen PC steuerlich abzusetzen. Falls der Kaufpreis des PCs über 487,90 Euro liegt, so müssen die Anschaffungskosten über die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt berücksichtigt werden.

Die Nutzungsdauer eines PCs beträgt z.B. regelmäßig 36 Monate ab Kauf.

Weitere Arbeitsmittel, die für den digitalen Unterricht unverzichtbar oder hilfreich sind, ist eine Telefon- und Internetverbindung und die Nutzung von online Tools für den Unterricht. Wie oben schon erwähnt ist es ebenfalls möglich diese Kosten von der Steuer abzusetzen. Jedoch muss man auch hier erwähnen, dass in der heutigen Zeit ein Großteil der Lehrkräfte bereits eine Telefon- und Internetverbindung besitzt und diese auch privat nutzt und es somit keine Kosten sind, die ausschließlich durch die Umstellung auf den digitalen Unterricht anfallen. 

Um mit den Schülerinnen und Schülern in Kontakt zu bleiben, empfiehlt sich ebenfalls die Nutzung von online Tools und Plattformen zur Kommunikation. In der Vielzahl an Angeboten finden sich ebenfalls einige Tools und Plattformen, welche Ihre Dienste gratis zu Verfügung stellen. Vor allem jetzt in Zeiten der Coronakrise stellen viele Dienstleister Ihr Angebot den Lehrkräften gratis zur Verfügung.

Des Weiteren wird durch die Digitalisierung nach und nach der Gebrauch der herkömmlichen Arbeitsmaterialien, wie zum Beispiel Arbeitsordner oder die Vielzahl an Blättern und Stiften, weniger.

Fazit 

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass für Lehrerinnen und Lehrer immer Unterrichtskosten anfallen werden, sei es für den digitalen oder normalen Unterricht. Jedoch lässt sich in beiden Fällen einiges an Geld sparen, wenn man die Ausgaben steuerlich absetzt.