Antisemitismus ist leider immer noch präsent in der heutigen Gesellschaft. Dagegen muss etwas unternommen werden. Allerdings ist dieses Thema sehr facettenreich und es lohnt sich schon bei den Jüngsten unserer Gesellschaft anzufangen. Charlotte Knobloch schlägt hierfür verpflichtende Synagogenbesuche vor.

Verpflichtende Synagogenbesuche

Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, und Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle halten Besuche von Klassen in Synagogen für wichtig. Diese Besuche könnten ein Schritt gegen die Bekämpfung von Antisemitismus sein. „Wer beim Thema Judenhass gesellschaftlich ansetzen möchte, dessen Hebel muss die Bildung sein“, sagt Charlotte Knobloch. Spaenle befürwortet die Besuche von Schüler:innen in den Gotteshäusern. Eine Pflicht hält er jedoch nicht für sinnvoll und machbar. Im Gegensatz zu Schulen und Schüler:innen gibt es zu wenig Synagogen. Logistisch wäre dies also für viele Schulen nicht realisierbar und zu kompliziert. Spaenle ist zudem der Meinung, dass es auch andere Orte in Deutschland gebe, an denen jüdische Geschichte und Kultur näher gebracht werden können. Diese würden auch ein gutes Bildungsangebot bieten und währen logistisch eher realisierbar.

KZ-Gedenkstätte

Das Thema KZ-Gedenkstätte ist ebenso allgegenwärtig. Es gibt viele Menschen, besonders die jüngeren Generationen, die sich für eine Verpflichtung von Besuchen solcher Gedenkstätten aussprechen. Der Zentralrat der Juden hatte sich schon vor einigen Jahren für verpflichtende Besuche von Schüler:innen in KZ-Gedenkstätten ausgesprochen. Auch haben sich im Anschluss immer wieder verschiedene Politiker:innen unterschiedlicher Parteien dem angeschlossen. Bis jetzt ist dies aber nicht in ganz Deutschland passiert. Ein Besuch würde vermutlich viele Jugendliche zumindest zum Nachdenken anregen. Das Thema an sich wird zwar an Schulen bearbeitet, jedoch fehlt trotzdem oft der reale Bezug, den man ja durchaus haben kann in Deutschland.

Ein Stapel Bücher, auf dem die Buchstaben "ABC" stehen. Daneben steht ein rosa Sparschwein mit Brille.

Virtueller Rundgang

Aufgrund der Corona Pandemie waren auch Besuche von Gotteshäusern eine Zeit lang nicht möglich. Deswegen überlegte sich die jüdische Gemeinde Chemnitz eine clevere Alternative zu den sonst üblichen Rundgängen. Nämlich ein virtueller Rundgang. Dank des geförderten Projekts „In Schwarz-Rot-Gold ist kein Platz für Braun. Mein Nachbar, der Jude“, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, konnte ein virtueller Rundgang durch die neue Synagoge Chemnitz entwickelt werden, der unter www.jg-chemnitz.de/2020/09/04/virtueller-rundgang-in-der-synagoge abrufbar ist. Ebenso kann auch durch die Alte Synagoge in Erfurt ein virtueller Rundgang durchgeführt werden (https://juedisches-leben.erfurt.de/jl/de/service/mediathek/panoramen/129996.html). Solche Rundgänge wären eine super Alternative, da anhand dieser viele Menschen trotzdem Kultur und Geschichte vermittelt bekommen, ohne beispielsweise als Klasse anreisen zu müssen. 

Was hält Ihr von solchen virtuellen Rundgängen? Sollten diese vermehrt und als Alternative betrachtet werden? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.