Viele von uns erinnern sich noch daran, wie wir im Kindesalter die Fähigkeit erlernt haben, Fahrrad zu fahren – heute sind viele von uns von ihrem Rad abhängig, sei es um rechtzeitig zur Bahn oder auf die Arbeit zu gelangen oder um ihr Hobby auszuleben. Schon seit etwas mehr als zwei Jahrhunderten steht uns das Fahrrad als simpelste Form des Transports zur Verfügung und ist seither weltweit ein wichtiger der Mobilität.

Die Geschichte des Weltfahrradtags

Die Idee des Weltfahrradtags reicht ins Jahr 2015 zurück. Der US-amerikanische Professor Leszek Sibilski konzipierte damals mit Student:innen seines Soziologie-Kurses eine Kampagne, die das “bescheidene Fahrrad” weltweit feiern und fördern sollte. Dieses Projekt erlangte große Unterstützung und Aufmerksamkeit, vor allem durch die Bewegung “Sustainable Mobility for All”. Daraus resultierte der Weltfahrradtag, der dann 2018 durch die Vereinten Nationen festgelegt worden war, um auf die Förderung des Fahrradfahrens weltweit hinzuweisen.

Im Rahmen des Weltfahrradtags weist die UN auf ihrer Homepage auf verschiedene Aspekte des Radfahrens hin, die uns Menschen positiv in unserem Leben beeinflussen. 

So bietet das Radfahren für Menschen jeden Alters bei der regelmäßigen Nutzung gesundheitliche Vorteile. Das Fahrrad bietet einen einfachen Weg dafür an, sich mehrmals die Woche sportlich zu betätigen, und fördert dadurch nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die Erhaltung unserer Bewegungskünste und erhöht unsere Lebensqualität.

Nicht nur für die menschliche Gesundheit, sondern auch für die Umwelt bietet sich das Fahrrad als nachhaltige Alternative an. Im Gegensatz zum Auto- oder Zugfahren stößt das Fahrrad bei seiner Nutzung keine umweltschädlichen Abgase und löst ebenfalls keine Stausituationen aus.

Verkehrssicherheit – wieso ist das wichtig?

Viele Menschen in urbanen Gegenden können sich ein Privatfahrzeug, aber auch teilweise die Nutzung der ÖPNVs, nicht leisten – somit sind sie auf das Radfahren angewiesen. Damit alle Radfahrer:innen sicher an ihren Arbeitsplatz oder nach Hause radeln können, aber auch um generell alle erwähnten positive Punkte des Radfahrens umsetzen zu können, müssen adäquate Mobilitätslösungen herangezogen werden. Fahrradstraßen und eine entsprechende Verkehrspolitik sind die Voraussetzung für sichere Mobilität auf dem Zweirad.

Im Vordergrund ein Warnkegel der die Unfallstelle von Fahrrädern im Hintergrund angibt.

Wie wird uns soll Verkehrssicherheit für Radfahrer in Deutschland umgesetzt werden?

Laut dem BDMV liegt die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland seit 60 Jahren auf dem niedrigsten Stand. So sind 2020 2.719 Menschen in Straßenverkehrsunfällen gestorben – 327 Menschen weniger als im Vorjahr. Trotz dieses niedrigen Standes kommen Unfälle jedoch natürlich trotzdem vor. Erst vor ein paar Tagen, am Sonntag dem 29. und Dienstag dem 31. Mai, sind in Hamburg zwei Radfahrer durch Kollision mit Fußgängern verstorben. 

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr möchte solche Verkehrsunfälle in der nahen Zukunft komplett vermeiden. “Jeder Tote ist einer zu viel!” lautet der Slogan für #DeinLeben, eine Aktion für die Straßenverkehrssicherheit des BDMV. Im Rahmen dieser Aktion wird das langfristige Ziel “Vision Zero” verfolgt, also keine Toten mehr im Straßenverkehr. Dafür wurde ein Programm namens zur Förderung der Straßensicherheit zusammengestellt: auch die Verbesserung des Radverkehrs wird in diesem Programm besprochen. Um die Sicherheit der Radfahrer im Verkehr besser gewähren zu können, soll der Bau von sicheren Fahrradwegen und -straßen vorangetrieben werden. Weiterhin möchten das Ministerium zur Vermeidung zukünftiger Unfälle eine verbesserte Unfallerhebung der Datenauswertung entwickeln. Radfahrer sterben oft in sogenannten “Alleinunfällen”, die von der Polizei schwer erfasst werden können – ein umfangreicheres Wissen über die Unfälle könnte bei der Entwicklung passgenauer Maßnahmen verhelfen. Außerdem möchte der Bund seine Verkehrssicherheitsarbeit alle zwei Jahre evaluieren, um ein umfassendes Monitoring der Entwicklungen und Unfälle aufzubauen.

Bisher hat das BMDV zahlreiche Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit in den Städten Deutschlands umgesetzt. So wurden bereits 1,5 Milliarden Euro für attraktiven und sicheren Radverkehr investiert und eine StVO-Novelle, die Radfahrer und Fußgänger unterstützen soll, entwickelt.

Inzwischen setzen sich aber auch immer mehr Radfahrer selbst für die Verbesserung und Entwicklung der Verkehrssicherheit auf den  Fahrradstraßen ein. Das bundesweite Aktionsbündnis “Kidical Mass” hatte vergangenen Monat zu Kinder-Fahrraddemonstrationen aufgerufen, an denen allein in Frankfurt 300 Kinder und Eltern teilgenommen haben. Auch in mehreren Städten wie Wiesbaden und Darmstadt wurde  für mehr Verkehrssicherheit demonstriert. Ziel der Kundgebungen ist es, auf Radfahrer, vor allem junge Radfahrer, im Verkehr aufmerksam zu machen und die Fahrradmobilität sicherer zu gestalten.

Viele Städte und Länder entwickeln selbständig individuelle Programme und Aktionen, die die Verkehrssicherheit fördern sollen. Die Stadt Essen hat im Rahmen dessen Ende Mai neue Schilder für Fahrradfahrer installieren lassen, auf denen Piktogramme und geltenden Verkehrsregeln für einen erhöhten Schutz der Radfahrer abgebildet sind. 

Obwohl die Entwicklung und Verbesserung der Verkehrssicherheit und Fahrradstraßen wahrscheinlich am wichtigsten für die Umsetzung sicherer Radwege und den Schutz von Radfahrern ist, sollten auch Radfahrer selbst zum Beispiel darauf achten, dass ihr Fahrrad verkehrssicher ist, um sich und andere vor Unfällen zu bewahren. Hier könnt ihr vergleichen, ob es sich bei eurem Fahrrad um ein verkehrssicheres Fahrrad handelt. 

Fahren einige von euch im Alltag Fahrrad oder sichert das Fahrrad für einige von euch sogar eure alltägliche Mobilität? Seid ihr zufrieden mit den Visionen, die bereits umgesetzt worden sind und noch umgesetzt werden sollen, oder wünscht ihr euch mehr Sicherheit und Regeln für euren Radweg? Lasst es uns in den Kommentaren  wissen!