Heute ist der „World Autism Awareness Day“. Dabei sei gleich zu Beginn schon einmal darauf hingewiesen, dass die Begriffe Autismus, sowie Asperger-Syndrom veraltet sind. Heutzutage wissen wir, dass es eine riesige Bandbreite an verschiedenen Symptomen und unterschiedlich starke Ausprägungen dieser Störung gibt. Demnach lautet der Fachausdruck inzwischen Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Außerdem wollen wir an diesem Tag auf die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen mit ASS hinweisen. Welche Einschränkungen Schüler:innen mit einer Autismus-Spektrum-Störung im Schulalltag erleben erfahrt ihr ebenfalls in diesem Artikel.

Wie unterscheidet sich ASS bei Mädchen von ASS bei Jungs?

Eine Autismus-Spektrum-Störung äußert sich bei Mädchen und Frauen anders als bei Jungen und Männern. Vor allem im Kindesalter unterscheiden sich die Anzeichen stark. Mädchen und Frauen sind Meisterinnen der Anpassung, das bedeutet sie versuchen sich ihrer Umwelt anzupassen und ihr Anderssein zu verstecken. Sie imitieren beispielsweise andere Mädchen, die kein Autismus haben, um nicht aufzufallen. Außerdem haben sie im jungen Alter nicht dieselbe Sprachverzögerung wie Jungen mit Autismus. Sie weisen zwar Probleme im sozialen Umgang mit anderen Menschen auf, beispielsweise beim spielen mit anderen Kindern, jedoch ist die Sprachverzögerung bei ihnen nur geringfügig ausgeprägt. Des weiteren fällt es Mädchen häufig leichter ihre Emotionen zu zeigen und ihre Gefühle sowohl verbal als auch körperlich auszudrücken. Daher wird bei Mädchen häufig erst spät und manchmal sogar gar keine Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert. 

Laut einer Studie von “The Rhode Island Consortium for Autism Research and Treatment”, erhalten Mädchen die Diagnose Autismus-Spektrum-Störung erst 1,5 Jahre später als Jungen. Dennoch weisen auch Mädchen mit einer ASS verschiedene Merkmale auf. Auf diese sollte geachtet werden und diese sollten ebenfalls ernst genommen werden. Häufig führt die hohe Anpassungsfähigkeit von Mädchen und Frauen mit einer Autismus-Spektrum-Störung dazu, dass höhere soziale Erwartungen an sie gestellt werden, die sie jedoch nicht erfüllen können. Typische Anzeichen für ASS bei Mädchen findet ihr hier.

Die Definitionskriterien des Asperger-Syndroms wurden bei ihrer Entdeckung von Hans Asperger hauptsächlich an Jungen ausgerichtet. Asperger schloss in seinen Studien nur männliche Probanden ein. Aus diesem Grund kam es häufig zu der Fehlinterpretation, dass eine Autismus-Spektrum-Störung ausschließlich bei Jungen bestehen kann.

 Heute soll auf die Autismus-Spektrum-Störung aufmerksam gemacht werden.

Einschränkungen im Schulalltag:

Lehrkräften fehlt die nötige Ausbildung im Umgang mit Kindern mit einer Autismus-Spektrum Störung. Sie brauchen professionelle Unterstützung, beispielsweise durch Integrationshelfer:innen, beim unterrichten von Kindern mit ASS. In der Grundschule läuft meistens noch alles gut, aber beim Übergang in die weiterführende Schule kommt es häufig zu Problemen. Viele Lehrkräfte kennen sich nicht genügend oder gar nicht mit dem Krankheitsbild aus, daher können sie auch nicht wissen, wie man am besten mit solchen Kindern umgehen sollte und wie man ihnen am besten etwas beibringen kann. Außerdem

Kinder und Jugendliche mit einer Autismus-Spektrum-Störung können laut dem Professor für Behindertenpädagogik der Universität Hamburg, eine gute Schulkarriere haben. Dafür müsste sich die Umgebung jedoch weitestgehend an sie anpassen. Für eine erfolgreiche Schullaufbahn für Kinder mit ASS müsste Lehrer:innen eine gute Diagnostik des Kindes vorliegen, sowie eine individuelle Lernbegleitung für die betroffenen Schüler:innen, beispielsweise in Form eines Integrationshelfers und außerdem die Möglichkeit für die Schüler:innen den Klassenraum zu verlassen, beispielsweise bei zu hohem Lärmaufkommen oder einer Überforderung aus sonstigen Gründen. Dies wären laut dem Professor für Behindertenpädagogik der Universität Hamburg gute Voraussetzungen, um eine angenehme Umgebung für Schüler:innen mit einer Autismus-Spektrum-Störung.

Leider fehlen häufig die Ressourcen um eine passende Umgebung zu schaffen und diese Kinder optimal zu fördern. Meist scheitert es  schon an den Räumlichkeiten. Regelschulen haben im Normalfall beispielsweise keinen “Auszeit-Raum” in dem sich Schüler:innen mit ASS zurückziehen können, wenn sie der Schulalltag überfordert oder sie von den vielen verschiedenen Eindrücken überwältigt werden. Außerdem fehlen Integrationshelfer:innen. Menschen die dazu ausgebildet sind, Kindern und Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung in bestimmten Situation helfen und sie unterstützen zu können. 

Wie der Professor für Behindertenpädagogik der Universität Hamburg bereits sagte, eine erfolgreiche Schulkarriere für Kinder und Jugendliche mit ASS ist möglich, jedoch muss die Umgebung: das Schulgebäude, sowie professionelle Hilfe durch Integrationshelfer:innen, zur Verfügung stehen. 

 

Was denkt ihr? Wie kann man Schüler:innen mit einer Autismus-Spektrum-Störung den Besuch einer Regelschule weitestgehend vereinfachen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.