Die Unternehmensberatung McKinsey & Company hat zehn Jahre lang diverse deutsche Hochschulen auf unterschiedliche Handlungsfelder untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchung waren alles andere als zufriedenstellend. Fortschritte im deutschen Bildungssystem sind zwar erkennbar,  jedoch wurden diese nur sehr schleppend erreicht und viele Ziele wurden sogar verfehlt. Untersucht wurden die Hochschulen in folgenden Handlungsfeldern: 1. MINT-Bildung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), 2. chancengerechte Bildung, 3. Lehrer-Bildung, 4. Quartier Bildung, 5. beruflich-akademische Bildung und 6. internationale Bildung. 

In den Handlungsfeldern eins bis fünf wurden die gesetzten Ziele verfehlt. Das sechste Handlungsfeld hingegen, die internationale Bildung, hat zumindest weitestgehend alle Ziele erreicht. Das deutsche Bildungssystem sei laut McKinsey digitaler und internationaler geworden. Für viele ausländische Studierende wurde das Studieren in Deutschland deshalb auch attraktiver, jedoch spielt auch hier die soziale Herkunft eine große Rolle beim Bildungserfolg. Dies führt dazu, dass das Ziel der internationalen Bildung ebenfalls nicht vollständig erreicht wurde. 

Besonders schlecht ausgefallen sind die Ergebnisse des Handlungsfeldes der MINT-Fächer. Auch die Zahl der Absolventen in diesen Studienfächern hat erheblich abgenommen. Den vollständigen Hochschulbildungsreport findet ihr hier.

Vorschläge zur Verbesserung der Ergebnisse

Laut McKinsey muss die Digitalisierung des deutschen Bildungssystem stärker und vor allem schneller vorangetrieben werden. Außerdem müsse eine Lösung gefunden werden, um mehr Menschen von einem Lehramtsstudium zu begeistern. 

Der Ausbau digitaler Studienformate, sowie interdisziplinärer Studiengänge und Weiterbildungsangebote, auch für bereits Berufstätige, müsse laut McKinsey weiter gefördert werden. Dabei müsse  schneller auf die Bedürfnisse der Studierenden und Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt eingegangen werden. Um den Lehrerberuf attraktiver zu gestalten und so mehr Studierende dazu zu bewegen, diesen Studiengang zu wählen, müssten die Gehälter angepasst und der Karriereweg verbessert werden. Vor allem im Bezug auf die Ergebnisse des ersten Handlungsfeldes der MINT-Bildung seien die Bemühungen, mehr Studierende – vor allem weibliche Studierende – für diese Fächer zu begeistern, fortzusetzen und zu verstärken. 

Die positiven Entwicklungen dürfen natürlich nicht in den Hintergrund geraten. Das Bildungssystem in Deutschland ist um einiges digitaler als noch vor zehn Jahren, wie auch bei allen Problemen klar aus dem Report hervorgeht.  Dennoch wird auch aus der jüngsten Erhebung klar, dass die Digitalisierung des Bildungssystems weiterhin eine Priorität darstellen muss und vor allem müssen diese wichtigen Ziele schneller und effektiver umgesetzt werden. 

 

Was denkt Ihr? Hat sich das deutsche Bildungssystem in den letzten Jahren verbessert? Muss die Digitalisierung stärker vorangetrieben werden? Wie kann man Studierende für die MINT-Fächer begeistern? Lasst uns Eure Meinung dazu gerne in den Kommentaren wissen! Weitere Artikel zu dem Thema findet ihr hier und hier.